Die Zuger Stadtregierung will Dachflächen sinnvoller nutzen

Der Zuger Stadtrat hat aufgrund eines CVP-Postulats Stellung genommen. Dächer müssen nicht zwingend Sportplätze werden.

Andrea Muff
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Auf dem Dach der neuen Turnhalle der Kantonsschule Zug gibt es einen Hartplatz.

Auf dem Dach der neuen Turnhalle der Kantonsschule Zug gibt es einen Hartplatz.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 12. Dezember 2018)

Das Dach der neue Dreifachturnhalle der Kantonsschule Zug ist ein Vorbild: Denn dort steht ein allwettertauglicher Hartplatz zur Benutzung bereit. Vor rund einem Jahr überwies der Grosse Gemeinderat der Stadt Zug (GGR) das Postulat von Christoph Iten, CVP-Fraktionschef, und Mitunterzeichnende betreffend «Sportplatz statt Kiesdach – Nutzen wir unsere Dächer sinnvoll» dem Stadtrat zu Bericht und Antrag. Mit dem politischen Vorstoss wird die Exekutive aufgefordert, zum Thema der Dachnutzung Stellung zu nehmen.

Ein Sportkonzept soll folgen

Zu Beginn seiner Antwort verweist der Stadtrat auf die Wirkung von begrünten Dächern und solchen, die zur lokalen Energieversorgung beitragen. «Mit der Nutzung eines Daches als Sportplatz gingen diese Effekte verloren», heisst es in der Vorlage. Das Potenzial sei zudem beschränkt:

«Effektiv gibt es nur wenige Flächen, die sich aufgrund ihrer Grösse für Sportplätze eignen würden.»

Hingegen seien Sportarten wie Tischtennis oder Schach kombiniert mit Aufenthaltsflächen auf den Dächern gut denkbar, ist dem Bericht weiter zu entnehmen. Dem Stadtrat sei aber wichtig, «dass die immer dichter werdende Stadt wo immer möglich und sinnvoll multifunktionale Flächen auf Dächern mit einer hohen Aufenthaltsqualität bereitstellt». Weiter erwähnt er das Stadtbild, denn oft seien etwa Ballfänge nötig. Der Frage nach dem Potenzial und dem Bedarf von Sportflächen auf Dächern werde aber im Rahmen der Ortsplanungsrevision zu erarbeitendem Sportkonzept nachgegangen.

Der Stadtrat hält fest, dass die Forderung der Postulanten zu prüfen sei. Denn die Stadt verfüge über zu wenig Flächen der Zonen des öffentlichen Interesses für Bauten und Anlagen. «Deshalb können nicht alle Sportanlagenbedürfnisse realisiert werden. Dachnutzungen können eine gute Alternative sein, um weitere Bedürfnisse abzudecken», schreibt der Stadtrat. So soll das Anliegen der Postulanten im Rahmen der Ortsplanungsrevision vertieft geprüft werden. Die Revision biete auch die Möglichkeit, die entsprechenden Rechtsgrundlagen zu schaffen. Den Dachflächen soll generell mehr Beachtung und Gewicht geschenkt werden, findet der Stadtrat, «damit das Potenzial vollständig ausgeschöpft werden kann». Er begrüsst die verstärkte Beachtung und Förderung der Dachflächennutzung, aber nicht zwingend nur als eigentlicher Sportplatz.

Der Stadtrat beantragt, den Bericht zur Kenntnis zu nehmen und das Postulat als erledigt abzuschreiben.