Die Zuger Unihockeyaner stehen erstmals im Cupfinal

Am 22. Februar können die United-Männer erstmals einen Titel gewinnen. Und auch in der NLA gab es eine erfreuliche Premiere.

Peter Rohner
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Die Zuger machen nach dem Sieg im Cup-Halbfinal gegen Langnau die Welle mit den Fans.

Die Zuger machen nach dem Sieg im Cup-Halbfinal gegen Langnau die Welle mit den Fans.

Bild: Michael Peter
(Biglen, 11. Januar 2020)

Die Sekunden zerrannen nur langsam. Noch zehn: Ein letzter Befreiungsschlag der Zuger und es war schon fast zu befürchten, dass die ganze Zuger Bank schon aufs Feld rennt. Es steht 4:2 gegen Langnau. Zwei Tore in so kurzer Zeit ist selbst im Unihockey ein Ding der Unmöglichkeit. Die Zuger halten den Ball in den gegnerischen Zone, noch ein letzter Freischlag für Langnau, den aktuellen Titelhalter im Cup, die Matchuhr zeigt 59:59 an. Die Emmentaler dreschen den Ball hoch in die Luft, Schlusssirene – und jetzt dürfen die Zuger feiern.

Sie rennen jubelnd zu Goalie Petter Nilsson, der vor allem zu Beginn des Spiels und in der ersten Hälfte des dritten Drittels mit starken Paraden dafür sorgte, dass die Mehrheit der fast 800 Zuschauer in der Espace Arena in Biglen keinen Grund zur Freude hatte. Die Männer von Zug United stehen erstmals im Cupfinal und schrieben somit an diesem Samstagabend auch etwas Vereinsgeschichte. Im Cupfinal vom 22. Februar in Bern (Wankdorfhalle) treffen die Zuger auf Malans. Die Frauen haben den Cup schon zweimal gewonnen, in den Jahren 2007 und 2014.

Bissiger Gegner

Die Tigers, im Championat mit eher durchzogenen Leistungen und Resultaten, sind eine Cup-Mannschaft und wie wichtig ihnen dieser Halbfinal war, zeigten sie dem Gegner von der ersten Sekunde an. Bissig und spritzig agierten sie, konzentrierten die Kräfte von Beginn an auf zwei Linien und setzten Zug früh unter Druck. Und sie blieben auch nach Rückschlägen aufsässig. Die 1:0-Führung der Zuger durch Steven Fiechter glichen sie schnell aus.

Im zweiten Drittel hatten die Zuger die bessere Kontrolle übers Spiel und auch mehr Chancen. Sie nutzten aber einzig jene durch Emil Julkunen, wiederum nach schöner Vorarbeit von Severin Nigg. So folgte zu Beginn des dritten Spielabschnitts die Druckphase der Tigers. Während einer Strafe gegen Zugs Andrea Menon nutzten die Berner das Powerplay: Simon Steiner traf nach einem herrlichen Querpass von Kevin Kropf. Die Halle explodierte beinahe. Es waren aber die Zuger, die für Schlussphase den kühleren Kopf behielten. Erst fand Adrian Furger vor den vor dem Tor völlig freistehenden Manuel Staub, und nur 73 Sekunden später bediente abermals Furger mit einem Querpass Alexander Larsson, dessen Direktschuss für Jürg Siegenthaler unhaltbar war.

Erster Sieg gegen die Grasshoppers

Nur 23 Stunden später stand für die Zuger das NLA-Meisterschaftsspiel gegen GC auf dem Programm. Die Zürcher traten ausgeruht an, weil sie im Cup bereits früher ausgeschieden waren. Doch es waren die Zuger, die den besseren Start erwischten – und wie. Nach 28 Sekunden schoss Loris D’Oto das 1:0 und lediglich 84 Sekunden später erhöhte Reto Flütsch auf 2:0. Für beide Eigengewächse war es jeweils das erste Tor in der NLA. Und noch im ersten Drittel gelang Daniel Uhr, einem weiteren Eigengewächs, gar das 3:0.

Kursweisend in der Partie war das zweite Drittel, in dem GC stärker auftrat und zunächst durch zweimal Daniel Johnsson sowie Christoph Meier ausglich. Und das Momentum hätte gänzlich auf die Seite der Zürcher kippen können. Im Zusammenhang mit Meiers Ausgleichstor handelte sich Emil Julkunen eine Strafe ein. GC nutzte die Überzahl jedoch nicht und Thomas Grüter brachte das Heimteam noch vor der zweiten Sirene wieder in Führung (4:3).

Niggs grosser Tag

Das letzte Drittel wurde dann zur Severin-Nigg-Show. Das Zuger Junior, der am kommenden Samstag 19 Jahre alt wird, erzielte zwischen der 54. und 57. Minute innert 181 Sekunden einen lupenreinen Hattrick. Und nachdem auch Johnsson seinen dritten persönlichen Treffer geschossen hatte, traf Nigg 23 Sekunden vor Schluss ein viertes Mal – zum zweiten Mal ins leere Tor. Somit gingen alle acht Treffer auf das Konto von Spielern, die die Zuger Juniorenstufen durchlaufen hatten.

«Wir sind extrem glücklich: Wir wollten unbedingt das erste Mal in den Cupfinal», erklärte Severin Nigg nach dem Sieg im Emmental. Und noch zufriedener war der Schweizer Junioren-Internationale nach dem Sonntag: «Es ist alles aufgegangen. Vier Tore zu schiessen, ist natürlich schön, aber noch wichtiger war der Sieg gegen GC», sagte er. Es war der erste gegen den Branchenkrösus überhaupt.

Mehr zum Cup und zur Nationalliga A finden Sie hier.

Von Hünenberg via Schweden an die WM

Am Mittwoch beginnt im kanadischen Halifax die U19-Weltmeisterschaft. Der Hünenberger Offensivspieler Severin Nigg ist eine der Schweizer Teamstützen und sagt selbstbewusst: «Erwischen wir eine gute Woche, dann ist alles möglich.»
Ruedi Burkart