Die Zugerinnen zeigen eine fulminante Aufholjagd und gewinnen überraschend

Zug United sieht nach 1:5-Rückstand mit 7:6 gegen Frauenfeld in der Nationalliga A. Es war eine starke Reaktion auf die Enttäuschung am Vortag.

Samira Inglin
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Die Zugerinnen Weronika Noga, Sandra Kuster und Eliska Trojankova, (in Blau, von links) beschäftigen die Frauenfelder Abwehr und Goalie Nicole Sieber.

Die Zugerinnen Weronika Noga, Sandra Kuster und Eliska Trojankova, (in Blau, von links) beschäftigen die Frauenfelder Abwehr und Goalie Nicole Sieber.

Bild: Roger Zbinden (Zug, 4. Oktober 2020)

Ob die anfängliche Verwirrung der Zugerinnen am neu ausgelegten hellblauen Hallenboden in der Kantihalle lag, ist nicht bekannt. Die Gastgeberinnen begannen das Spiel jedenfalls fehlerhaft und agierten in den Auslösungen ideenlos und langsam. Die Red Lions aus Frauenfeld vermochten diesen trägen Start des Heimteams durch die Treffer von Kradolfer und Lenz auszunutzen.

Das zweite Drittel mussten dann die Zugerinnen in Unterzahl beginnen, da Anna Reber wegen Stockschlags draussen sass. Die Frauenfelderinnen hatten das Glück auf ihrer Seite: Ein Ablenker kurz vor Ablauf der Strafe fand den Weg ins Tor. Den Anschlusstreffer zum 1:3 durch Sandra Kuster war mehr Resultatkosmetik als eine Einleitung der Wende. Die Zentralschweizerinnen wurden zwar offensiv gefährlicher, doch waren ihre Abschlüsse zu wenig überzeugt. Es lief die 40. Minute, als Frauenfeld den Drei-Tore-Vorsprung wiederherstellte – zu allem Überfluss dank eines Eigentors der Zugerinnen.

Wende trotz weiteren Nackenschlags

Auch der letzte Spielabschnitt begann schlecht aus Zuger Sicht: Frauenfeld stellte das Skore durch Schnetzer auf 5:1 – langsam machte sich im Zuger Lager Verzweiflung breit. Zu diesem Zeitpunkt deutete gar nichts auf eine Aufholjagd hin. Doch es kam anders. Romana Gemperle (2 Tore), Sandra Kuster, Weronika Noga, Eliska Trojankova und Olivia Herzog sorgten mit sechs Treffern für die 7:5-Führung der United. Die Gäste erzielten in der Person der Ex-Zugerin Brolund den Anschlusstreffer, mehr aber nicht mehr. Ein völlig überraschender Sieg der Gastgeberinnen war Tatsache.

Viele Fehler in der Partie im Emmental

Diese Wende war umso erstaunlicher, als dass die Zugerinnen am Vortag einen Dämpfer kassiert hatten. In Zollbrück setzte es eine 2:8-Pleite gegen die Skorpions. Ein Doppelschlag kurz vor Schluss des zweiten Spielabschnitts vom 4:2 zum 6:2 bedeutete die Vorentscheidung in dieser einseitigen Partie. Die Niederlage war das Resultat einer hohen Fehleranfälligkeit im Spiel der United.

Drei Siege in fünf Begegnungen bedeuten einen gelungenen Saisonauftakt für die Zugerinnen. Am kommenden Wochenende warten echte Gradmesser auf das Team: die beiden Hochkaräter Kloten-Dietlikon Jets und Piranha Chur.

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