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Im Kanton Zug ist bald ein E-Bus unterwegs

Im Herbst 2019 soll der erste batteriebetriebene Bus durch den Kanton Zug fahren. Dafür tätigen die Zugerland Verkehrsbetriebe schon heute Investitionen – eine eigene Trafostation gibt es bereits auf dem Gelände.
Andrea Muff
So könnte der Zuger E-Bus aussehen. (Bild: PD)

So könnte der Zuger E-Bus aussehen. (Bild: PD)

Einfach einen vollelektrischen E-Bus kaufen, damit sei es nicht getan, sagte kürzlich der Unternehmensleiter der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB), Cyrill Weber, am «ZVB-Meeting». Es gehören weitere Investitionen dazu, sei dies in die Werkstatt, in die Ausbildung der Mechaniker und der Fahrdienstmitarbeitenden oder in die Stromzufuhr. Da die ZVB ab September einen E-Bus besitzen, muss bis dahin vor allem in der Werkstatt noch einiges geschehen. Dies bestätigt André Roth, Leiter Technik und Mitglied der Geschäftsleitung und der nationalen Arbeitsgruppe «Bus der Zukunft», auf einem Rundgang durch die Räumlichkeiten des Zuger Transport­unternehmens.

Denn anders als beim Dieselbus ist bei einem batteriebetriebenen Elektrobus der «Motor», also die Batterie und das Strommanagement, auf dem Dach. Das heisst, der Mechaniker verbringt viel Zeit auf dem Fahrzeugdach. Deshalb soll ein Arbeitsplatz in der ZVB-Garage für die Zukunft fit gemacht werden. Schon heute sind an der Decke Sicherheitsgurten befestigt, damit sich die Mechaniker sichern können, bevor sie auf ein Busdach steigen.

Langsame Ladung ist günstiger

Für den E-Bus soll aber eine Art Arbeitsbühne aufgestellt werden, von der aus das Fahrzeugdach erreicht werden kann. «Immer mehr müssen die Mechaniker auch mit Waren auf das Fahrzeugdach. Mit einer Leiter klappt das nicht mehr», erklärt Roth. Würde der Arbeitsplatz vollständig umgebaut, also etwa mit Kran und Lift ausgerüstet, schlage dies mit rund 150 000 Franken zu Buche. «Wir warten mit dem Komplett-Umbau noch ab und halten die Ausgaben kleiner.» Dies hange auch mit dem geplanten neuen Hauptstützpunkt zusammen. Der «eCitaro» von Mercedes ist der erste E-Bus in der ZVB-Flotte, die aus rund 120 Fahrzeugen besteht. Momentan kurvt ein Hybrid-Bus durch den Kanton Zug, bestätigt André Roth. «Hybrid ist eine Art Zwischentechnologie. Wir beobachten, dass die Bus-Hersteller nicht mehr auf Hybrid setzen.» Der Leiter Technik fügt hinzu:

«Wir wollen lieber gleich auf Elektro setzen.»

Allerdings sind die E-Busse mit 700000 Franken rund doppelt so teuer wie ein Dieselbus. Auch die ersten Investitionskosten seien enorm, erklärt Roth. Die ZVB haben sich für einen Depotlader entschieden. Das bedeutet, dass die Batterie des Busses an der Stromtankstelle im Zuger Busdepot aufgeladen werden muss. Eine solche Tankstelle wird in den nächsten Monaten auf dem ZVB-Gelände eingerichtet. Bereits vor Ort ist die dafür benötigte eigene Trafostation. «Bei voller Leistung könnte der Bus innerhalb von zwei Stunden aufgeladen werden», erklärt Roth. Dies wäre aber teurer als eine langsame Ladung über Nacht zu günstigeren Strompreisen. Getüftelt wird auch, ob und wie der Strom gespeichert werden kann. Die Reichweite eines E-Busses hängt nicht nur vom Fahrstil des Chauffeurs ab, sondern auch von der Aussentemperatur. Die Batterie läuft am besten bei 20 Grad. «Wie lange, wann und wo E-Busse eingesetzt werden können, wird sich ebenfalls zeigen. Wir müssen unsere Erfahrungen mit der Technologie machen», ist sich André Roth bewusst und fügt hinzu: «Die Technologie ist für uns attraktiv.» Schliesslich gebe es keine Lärm- und Abgasemissionen.

Ausschreibung von neuen Bussen

Momentan läuft zudem eine Ausschreibung für Gelenk- und Solobusse, für die Diesel- oder Hybridmodelle angeboten werden können. Diese seien als Ersatzbeschaffung gedacht, erklärt André Roth. Diese Ausschreibung hat die kantonale GLP dazu veranlasst, ein Postulat betreffend Busbeschaffung bei den Zugerland Verkehrsbetrieben einzureichen. Der Zuger Kantonsrat überwies das Postulat diese Woche dem Regierungsrat zur Beantwortung.

André Roth erklärt auch den oft schwierig zu verstehenden Begriff E-Bus. «Denn alle Trolleybusse sind auch E-Busse.» Deshalb kann etwa Luzern ein Ziel formulieren, bis 2040 nur noch elektrische Busse einzusetzen (Ausgabe vom 27. März). «In Zug, wo es keine Trolley-Infrastruktur gibt, setzen wir auf das System Depotlader.» Er verweist auch noch auf einen anderen Umstand betreffend der momentanen Ausschreibung: «Es gibt keine Abnahmepflicht. Wir können jederzeit auf eine Beschaffung von E-Bussen umschwenken». Dies brauche dann aber eine neue Ausschreibung.

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