Die Zugerland Verkehrsbetriebe stellen die Weichen für E-Busse

Jetzt ist klar, mit welchen Anbietern das Zuger Transportunternehmen das Zeitalter der Elektrobusse einläuten will.

Marco Morosoli
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Hier wird ein Elektrobus in Zug getestet.

Hier wird ein Elektrobus in Zug getestet.

Bild: PD

Aufmerksame Zuger, welche in den vergangenen Monaten ab und an am Hauptstützpunkt der Zugerland Verkehrsbetriebe (ZVB) an der General-Guisan-Strasse in Zug vorbeigelaufen sind, konnten Busse auf dem Gelände ausmachen, die aufgrund ihrer Fahrzeugnummer dort nicht hingehören. Um Auskunft bemüht, hiess es dann schmallippig: «Wir testen verschiedene Elektrobusse.» Seit gestern ist klar, welchen Zweck diese Aktivitäten hatten: Die ZVB haben zusammen mit anderen Transportunternehmen Busse ausgesucht, mit denen sie ihren Wechsel zur Elektromobilität voranzutreiben gedenken. Gesucht waren bei dieser Ausschreibung Gelenkbusse und normale Busse. Die Gefährte mussten zudem für die Depotladung ausgelegt sein.

Das Los 1 (Gelenkbusse) ging an EvoBus Schweiz, welche die Marke Mercedes Benz hierzulande vertritt. Bei der zweiten Plattform (Normalbusse) machte Solaris Schweiz das Rennen. In diesem Bieterverfahren hatten die ZVB den Lead. Mit den Zugern im Boot sitzen die Verkehrsbetriebe Luzern (VBL), die Auto AG Schwyz und die STI Bus AG aus Thun.

Batteriekapazität und Reichweite sind wichtig

Bei Vergabeverfahren ist der Preis oftmals die oberste Richtschnur. Nicht so war es bei demjenigen, bei welchem die ZVB die Führungsrolle hatten. «Bei Elektrobussen spielen auch die Batteriekapazität und die Reichweite eine grosse Rolle», sagt die Mediensprecherin Karin Fröhlich. Ebenso in die Beurteilung hineingespielt habe ein guter Service nach dem Kauf wie auch die schnelle Verfügbarkeit von Ersatzteilen. «Derzeit», so Fröhlich, «gehen wir von einer Lebensdauer der Batterien von rund sechs Jahren aus». Die ZVB-Mediensprecherin sagt, dass das Laden der Batterie eines Elektrobuses rund zwei bis drei Stunden dauere.

Es sei schwierig zu beziffern, wie viele Kilometer ein Elektrobus mit einer Ladung zurücklegen könne: «Das Wetter, die Temperatur, die Ladung, das Streckenprofil wie auch der Fahrstil haben auf die Reichweite einen Einfluss.» Der Elektrobus, der bereits zur ZVB-Flotte gehöre, erreiche pro Tage eine Leistung zwischen 100 und 200 Kilometer. Fröhlich merkt zudem an, dass sich die Lebensdauer eines Elektrobusses demjenigen mit einem herkömmlichen Antrieb ungefähr die Waage halte.

Gehts abwärts, gewinnt der Bus Energie

Bezüglich der Innenausstattung unterscheiden sich die Busse mit den verschiedenen Antrieben kaum. Hingegen hat jedes dieser Systeme die Möglichkeit zur Rekuperierung. Diese Energierückgewinnung ist zum Beispiel bei Talfahrten ein Segen. Auch in dieser Hinsicht haben die ZVB in den vergangenen Monaten mit ihrem ersten Elektrobus in der Flotte von 118 Bussen Erfahrungen sammeln können.

Noch steht ein Entscheid aus, wie viele Elektrobusse die Partner-Unternehmen bestellen wollen. Gemäss Fröhlich soll dies in den nächsten Wochen geschehen. Einzig die Auto AG Schwyz lässt verlauten, einmal zwei Busse erstehen zu wollen. Auf der Vergabeplattform simap.ch werden Preise von 711000 Franken wie auch 849000 Franken genannt. Allerdings verstehen sich diese Preise ohne Mehrwertsteuer. Die ZVB haben sich der Elektromobilität verschrieben.

Bis 2035 will das Transportunternehmen, an welchem der Kanton mit 68 Prozent beteiligt ist, einen Kohlendioxid-neutralen Linienbetrieb anbieten. «Dieses Ziel wollen wir in Etappen ansteuern», sagt die ZVB-Mediensprecherin. Die Ziele würden «periodisch» überprüft und bei «Bedarf angepasst werden».