Leserbrief

Dies ist dunkelstes Mittelalter

«Zuger Gesundheitsdirektor kämpft für schwarze Liste», «Zuger Zeitung» vom 7. Oktober

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Diese unsägliche und bedenkliche schwarze Liste, in welcher die säumigen Krankenkassenprämienzahlenden aufgeführt sind – dies ist dunkelstes Mittelalter. Aber unser Gesundheitsdirektor Martin Pfister verteidigt stur diese Schande. Wieso plagen Sie diejenigen, welche nicht auf der Sonnenseite im Leben stehen? Sich auf dem Buckel der Schwachen zu profilieren, ist beschämend und kommt noch von einem CVP-Politiker, da ist wirklich das C überflüssig. Und ob es mit dem banalen Wort «die Mitte» besser wird, ist äusserst zweifelhaft. Eine schwarze Liste ist rechtlich und ethisch verwerflich und eines Rechtsstaats unwürdig. Wieso können solche Personen, welche auf der Liste aufgeführt sind, ihren finanziellen Verpflichtungen nicht nachkommen? Weil unser Gesundheitssystem seit Jahren auf der Intensivstation liegt und die Prämien immer steigen. Etwas anderes zu behaupten und den Grund bei der Zahlungsmoral der säumigen Prämienzahler zu suchen, ist falsch, und keine Statistik beweist es. Es gibt auch keine schwarze Liste für Politikerinnen und Politiker in Bern, welche sich von Lobbyisten beeinflussen lassen, es gibt keine schwarze Liste von Parlamentarierinnen und Parlamentariern in Bern, welche sich bei Wahlen anders verhalten. Es gibt auch keine schwarze Liste über Zuger Parlamentarier, was diese vor den Wahlen versprechen und danach nicht einhalten. Die dem Kanton Zug schadende schwarze Liste muss von Martin Pfister umgehend beendet werden und das unchristliche Verhalten soll überdacht werden.

Hans-Rudolf Iten-Hartmann, Unterägeri