Dies sind die Abgänge in den Zuger Direktionen

Vor einem Jahr wurden im neuen Regierungsrat die Direktionen verteilt. Mit Auswirkung auf die Personalfluktuation.

Zoe Gwerder
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In der Direktion des Innern hat es mit dem Führungswechsel – von Manuela Weichelt-Picard (ALG) zum aktuellen Regierungsrat Andreas Hostettler (FDP) – einige Personalwechsel gegeben. Die Generalsekretärin hat den Hut genommen und weitere drei Personen des ursprünglich 18-köpfigen Direktionssekretariats haben sich für einen Weggang entschieden, inklusive der Leiterin des Rechtsdienstes. Wie die Zahlen aller Direktionen von Oktober 2018 bis und mit September 2019 zeigen, verzeichnete die Direktion von Regierungsrat Andreas Hostettler auch die meisten Abgänge im Verhältnis zur Gesamtzahl der Mitarbeiter. Von den fast 204 Vollzeitstellen gab es 21 Austritte plus die Generalsekretärin, die bis Ende Jahr aber noch offiziell angestellt ist, wie Hostettler erklärt. Die 21 Austritte entsprechen rund 10,3 Prozent. Nicht mitgezählt sind dabei Abgänge durch Pensionierungen oder Todesfälle.

Gemäss Hostettler haben sich die Abgänge in zwei Abteilungen gehäuft: Beim Sozialdienst Asyl und wie erwähnt im Direktionssekretariat. «Hier hat es sicher mit meiner Person und meinem Führungsstil zu tun sowie damit, dass ich die Strukturen und Prozesse straffe.» Einige Stellenprofile wie jene der Leitung zentrale Dienste hätten dadurch an Vielfalt eingebüsst. Gemäss Hostettler ist es zudem sein Ziel, «umzuschichten», wie er es nennt. «Ich will vermehrt Leute in den Fachämtern.» Entsprechend benötige es weniger Personal im Direktionssekretariat. Dass sich auch im Sozialdienst Asyl die Abgänge gehäuft haben, liege in der Natur der Sache. «Der Arbeitsalltag – mit traumatisierten Personen und anderen Kulturen – ist intensiv.» Ein «Verschleissjob», wie Hostettler es nennt. Der Markt im Sozialbereich sei zudem ausgetrocknet. «Viele neue Mitarbeiter sind jung und kommen direkt nach dem Studium zu uns. Kündigen sie, finden sie schnell wieder eine neue Stelle.» Zusätzlich musste der Direktor des Innern aufgrund des Sparprogramms «Finanzen 19» rund drei Vollzeitstellen abbauen.

Fluktuation bringe neuen Wind in Verwaltung

Hostettler sieht jedoch auch positive Aspekte der Fluktuation: «Eine Auffrischung tut immer gut. Neue Leute bringen neue Ideen.» Im Vergleich mit den anderen Direktionen schwingt Hostettler bezüglich Fluktuation deutlich oben aus. In seiner Direktion hat sich der Führungswechsel in den Abgängen widergespiegelt.

Nicht zu sehen ist dies hingegen in den Direktionen seiner beiden ebenfalls im Oktober 2018 neu gewählten, Regierungsratskollegen Silvia Thalmann-Gut und Florian Weber. Mit 5,8 Prozent und 3,7 Prozent befinden sie sich im Mittel aller Direktionen. Hostettler meint dazu: «In meiner Direktion ist die Differenz zwischen der Vorgängerin und mir wohl am grössten. Nicht nur politisch, vermutlich auch punkto Führung.» An zweiter Stelle des Rankings steht der bisherige Gesundheitsdirektor Martin Pfister: 7 Prozent Abgänge. Bei ihm gebe es aber keine Häufung auf einzelne Ämter. «Wir sind die kleinste Direktion. So wirken sich einzelne Abgänge stärker auf den Prozentsatz aus.» Die Direktion von Landammann Stephan Schleiss ist inzwischen ähnlich gross wie die Gesundheitsdirektion. Dort liegt der Anteil an Abgängen mit 3,4 Prozent deutlich tiefer als in der Gesundheitsdirektion. Am stabilsten sieht die Lage in der Finanzdirektion von Regierungsrat Heinz Tännler aus: 1,5 Prozent macht dort die Fluktuation aus. Bei 205 Vollzeitstellen verliessen 3 Personen die Direktion. Von Stillstand will Tännler jedoch nichts wissen: «Im Gegenteil: Wir fordern uns jeden Tag. Ich habe zufriedene Mitarbeiter und gute Teams in allen Ämtern. Wir werden alles daran setzen, dass das so bleibt.»

Regierungsrat Villiger im Mittelfeld

In der Mitte bewegt sich die Sicherheitsdirektion von Beat Villiger mit 4,7 Prozent. Offenbar wirkten sich die Schlagzeilen um seine Person im Oktober 2018 nicht auf die Personalsituation in seiner Direktion aus.