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Diese Anlässe begünstigt die Stadt Zug

Laut Bericht der Geschäftsprüfungskommission verteilt die Stadt Zug pro Jahr 626 500 Franken an wiederkehrende Veranstaltungen. Ein Drittel dieser Unterstützungsbeiträge fliesst dabei in die Taschen einer einzigen Organisatorin.
Laura Sibold

Heute Abend wird das Stadtparlament voraussichtlich den jährlichen Beitrag für die Durchführung des Zug Sports Festivals beschliessen. Im Bericht und Antrag des Stadtrats sind für die kommenden vier Jahre je 85000 Franken für das Festival vorgesehen. Die Vorlage der Geschäftsprüfungskommission (GPK) gibt aber nicht nur über diesen Betrag Auskunft, sondern sorgt für erstaunlich viel Transparenz. So ist in den Unterlagen eine Auflistung aller öffentlichen Veranstaltungen enthalten, die von der Stadt finanziell unterstützt werden.

Obenauf ist das Zuger Seefest, das von 2019 bis 2022 jährlich mit 119 000 Franken unterstützt wird, gefolgt vom Zug Sports Festival mit 85000 Franken. Bemerkenswert ist, dass beide Anlässe von derselben Organisatorin getragen werden. So erhält der Verein Zug Sports insgesamt 204 000 Franken pro Jahr für die Durchführung des Seefestes und des Zug Sports Festivals. Das entspricht einem Drittel aller wiederkehrenden Veranstaltungsbeiträge, die sich auf 626 000 Franken belaufen.

Die Stadt Zug gliedert die Veranstaltungen in die Bereiche Kultur, Sport und Stadtentwicklung. Der grösste Teil fällt mit 388 500 Franken bei der Stadtentwicklung an, wozu etwa das Seefest, der Märlisunntig sowie die Bundesfeier zählen. Im Bereich Kultur sind 130 000 Franken veranschlagt, wobei abgesehen vom Projekt Kunstpause nur Musikfestivals berücksichtigt werden. Weiter fallen im Sport 108 000 Franken an, die sich auf die Springkonkurrenz und das Zug Sports Festival aufteilen.

Die Kommission will den Beitrag beschränken

Im GPK-Bericht weist ein Mitglied auf die hohen Beiträge für den Verein Zug Sports hin und kehrt den markanten Anstieg des Beitrages für das Zug Sports Festival heraus. So stieg die Unterstützung von 50000 Franken im Jahr 2017 auf 85000 Franken im 2018 an. Das sei eine Erhöhung um sagenhafte 70 Prozent und solle laut Stadtrat für vier Jahre auf diesem Niveau bleiben. Aus diesem Grund fordert die GPK, den Beitrag nach oben hin zu beschränken auf maximal 85000 Franken jährlich.

Seefest findet nur wieder nur einen Tag statt

Daniel Schärer, der Kopf hinter dem Verein Zug Sports, bedauert die Diskussion über die Kosten. «Unser Ziel ist es, die Stadt zu beleben und ein abwechslungsreiches Veranstaltungsangebot zu gewährleisten. Es geht nicht darum, immer mehr Geld zu bekommen, sondern das Optimum aus den Budgets rauszuholen.» Schärer betont, dass viel Profit nicht das Ziel sei und die Anlässe für die Bevölkerung kostenlos bleiben. Das Zug Sports Festival hat sich über die Jahre zu einem Grossanlass entwickelt, aktuell sind 33 Sportvereine engagiert. Laut Veranstalter beträgt der Anteil der Stadt am Gesamtbudget 14 Prozent, der Rest wird vom Verein Zug Sports organisiert.

Das Zuger Seefest zieht jährlich bis zu 25 000 Personen an und findet am 22. Juni zum 50. Mal statt. Nach einer zweitägigen Austragung 2018 wird es wieder ein eintägiges Seefest geben. Grund ist laut Veranstalter, dass man sich am Jubiläumsfest – wo mit der Patrouille Suisse ein Publikumsmagnet vorhanden sei – nicht «überlupfen» will. «Der Sonntag war ein Testlauf und viele Leute wünschten sich mehr Programm. Ohne zusätzliche Mittel können wir diese jedoch nicht stemmen», erklärt Daniel Schärer. Für 2020 schliesst er allerdings nicht aus, dass das Seefest zwei Tage dauern könnte.

Im Zusammenhang mit dem Seefest ist beim Grossen Gemeinderat (GGR) kürzlich ein Vorstoss eingegangen. Monika Mathers-Schregenberger hat im Namen der Fraktion Alternative-CSP eine Interpellation eingereicht und will wissen, ob der Stadtrat über die neuen Pläne des Seefests informiert war. Der wiederkehrende Beitrag von 119 000 Franken sei unter der Annahme eines zweitägigen Seefestes bewilligt worden, mutmasst Mathers und fragt den Stadtrat daher, wie er den Beitrag zu kürzen gedenkt, da die Kosten für den zweiten Tag wegfallen.

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