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Leserbrief

Diese Aussagen verlangen eine Entschuldigung

«Für die Regierung sind Tixis keine Taxis», Ausgabe vom 22. September

Wahltag ist Zahltag. Diese Weisheit scheint immer weniger Wirkung zu haben, denn man liest nur wenig Kritisches über die Leistungen der bisherigen Politiker und über die Versprechungen der Kandidaten. Weil ich den Entscheid zum Tixi Zug («Tixi Taxi sind keine Taxi», und deshalb von der Benützung der Busspur ausgeschlossen) völlig unverständlich finde, erlaube ich mir ein paar kritische Bemerkungen zum zuständigen Regierungsrat und Parteikollegen Beat Villiger. Wer sein, viele Fragen nicht beantwortendes Interview zum Entscheid gelesen hat, wird nicht klüger über die Beweggründe, diesen 19 Fahrzeugen, die im Dienste der Allgemeinheit stehen und allseitig unterstützt werden, zu verbieten, dass sie die Passagiere über die Busspur schneller zum Arzt oder in die Therapie bringen und damit mehr Personen bedienen können, als wenn sie im Stau stehen. Auch wenn es sich um einen Entscheid des Gesamtregierungsrates handelt, kann Villiger sich nicht dahinter verschanzen.

Denn der Antrag kam von seiner Direktion und normalerweise winken die Kollegen Anträge aus einer Direktion gegenseitig durch. Man will sich nicht ins Zeug pfuschen, auch wenn’s manchmal notwendig wäre. Denn Villigers Begründung ist alles andere als stichhaltig: Man könne diese Fahrzeuge nicht von normalen PWs unterscheiden ist offensichtlich falsch, wenn man diese auf allen Seiten beschrifteten Tixi Taxi anschaut (vgl. www.tixizug.ch). Die weitere Begründung, die Passagiere könnten den Bus und damit die Busspur benutzen, ist hanebüchen, weil diese Taxis z.B. fast sämtliche behinderten Kinder in die Spezialschulen transportieren, die schlicht nicht in der Lage sind, den ÖV zu nutzen oder schwer behinderte Patienten, die in die Dialyse gehen oder Personen, die auf den Rollstuhl angewiesen sind etc. Offensichtlich werden die Probleme dieser Personengruppen mit solchen Spitzfindigkeiten wie Tixi Taxi sind keine Taxi unter den Tisch gewischt und das von einem CVP Politiker, der sich dem Allgemeinwohl verschrieben hat. Die Spitzfindigkeiten in seiner Sicherheitsdirektion setzten sich darin fort, dass in Oberwil Dutzende von PW Lenkern von seinem Polizeikorps mit über 200 Franken Busse belegt wurden, weil sie am Feiertag 1. August auf dem an Sonntagen geöffneten Parkplatz parkierten, da Feiertage angeblich keine Sonntage seien. Augenmass fehlt weiter an der Aufstellung der Radarkästen im Kanton, die unter seinem Regime verdoppelt wurden. Immer öfters habe nicht nur ich das Gefühl, dass hier nicht die Verkehrssicherheit im Vordergrund steht, sondern die Bussenfalle.

Und schliesslich ist mir auch nicht begreiflich, weshalb der Brandschutz resp. die Feuerpolizei, die der kantonalen Gebäudeversicherung untersteht, deren Präsident ebenfalls Beat Villiger ist, sich in jedem Bauvorhaben oder Festanlass so wichtig machen kann, dass man sich an den Kopf langen muss. Ein Beispiel ist, dass z.B. im Foyer des Casino Zug kein Kühlschrank und keine Kaffeemaschine aufgestellt werden darf, weil angeblich feuergefährlich und die USM-Möbel und Bilder aus dem gleichen Grund dort verbannt wurden. Beat Villiger’s Credo zur Wiederwahl in «Wirtschaft Zug» des Gewerbeverbandes: «Politik muss gestalten und ermöglichen und nicht verhindern», wird vor diesem Hintergrund zur leeren Worthülse.

Leo Granziol, alt Kantonsrat, Zug


Der Regierungsrat schreibt in seiner Begründung zur Ablehnung des Gesuches von Tixi: «Der Verein Tixi Zug hat keinen Versorgungsauftrag der öffentlichen Hand.» Das stimmt, denn dank der freiwilligen Arbeit unseres Vereins fahren 263 freiwillige Fahrer insgesamt 49900 Stunden jährlich mobilitätsbehinderte Menschen in Schulen, Werkstätten, zu Arztterminen etc. Falls wir dies nicht tun würden, hätte die öffentliche Hand sehr wohl und sehr bald einen Auftrag!

Die Begründung, dass mobilitätsbehinderte Personen öffentliche Linienbusse oder kommerzielle Taxis benützen sollen und so ebenfalls die Busspur befahren dürfen, betrachte ich als einen Schlag ins Gesicht dieser Menschen. Regierungsrat Villiger, diese Menschen haben Ihre Entschuldigung verdient.

Die Erwägungen zeigen mir, dass Tixi Zug sich dringend weiterhin für mobilitätsbehinderte Menschen einzusetzen hat!

Vreni Wicky, Präsidentin Tixi Zug, Zug

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