«Diese Fasnacht war schlichtweg sensationell»

Der Räbechüng in Baar brannte schnell lichterloh. Einige, die das Schauspiel verfolgten, hätten die fünfte Jahreszeit gerne noch verlängert.

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Das traurige Ende der Baarer Fasnacht: Die Flammen lodern, und vom Räbechüng ist nur noch ein kümmerlicher Torso übrig. Die Gäuggel weinen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Das traurige Ende der Baarer Fasnacht: Die Flammen lodern, und vom Räbechüng ist nur noch ein kümmerlicher Torso übrig. Die Gäuggel weinen. (Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ)

Wetten, wie lange es dauert, bis der auf die Dorfstrasse gelegte Räbechüng brennt, werden in Baar keine entgegengenommen. Mitglieder der Fasnachtsgesellschaft giessen sogar noch extra einen Brandbeschleuniger aufs Holz, um den Feuertod des Fasnachtssymbols zu beschleunigen und sein «Leiden» zu verkürzen. Kurze Zeit später ist – passend zum heutigen Tag – der Räbechüng nur noch ein trauriges Häufchen Asche. «Die diesjährige Fasnacht war schlichtweg sensationell», bilanziert Räbevater Marcel I. Feuchter seine kurze Regentschaft.

Bild: Werner Schelbert / Neue ZZ
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Der Räbevater ist in Bezug auf die Fasnacht ein erfahrener Mann. Er war vor seinem neuen Amt als Fasnachtsoberhaupt 20 Jahre im Vorstand der Fasnachtsgesellschaft aktiv und viele Jahre deren Präsident. In dieser Position hat er schon manch närrische Tage miterlebt. In diesem Jahr sei nun aber alles anders gewesen: «Bisher war es für mich, wie wenn ich eine Zirkusvorstellung im Fernsehen angeschaut habe. Jetzt war ich in der Manege.»

Die Stimme nicht verloren

Sein Volk habe, so sagt Marcel I., sein Motto «Feucht fröhlich und meh» perfekt nachgelebt. «Kaum eine Kehle ist trocken geblieben», sagte der Räbevater. Das ständig eingegossene Nass hat wohl auch ihm geholfen. Er hat trotz aller Reden seine Stimme nicht verloren.

Richtige Fasnächtler kennen das Bett wie Rafael Schwarz eh nur noch vom Hörensagen. «Ich habe seit dem vergangenen Mittwoch nur 24 Stunden geschlafen», sagt der Baarer stolz. Und er hätte noch Energie für ein paar weitere Tage des Ausnahmezustands. Feuchter hingegen ist froh, dass «es vorbei ist». Alles habe ein Ende. Die guten Erinnerungen würden aber bleiben. Marcel I. geniesst aber zuerst noch die letzten Stunden in seiner Position. Zieht seinen «Hofstaat» in einer langen Polonaise ums Räbechüng-Feuer. Begleitet wird er von Guggenmusigen, denen anzumerken ist, dass sie sich in den vergangenen Tag stark verausgabt haben. Um 22.30 Uhr treffen sich die «Fasnachtsorchester» noch zu einem Monsterkonzert auf dem Platz vor dem Baarer Rathaus.

Bald darauf herrscht nur noch rund um die Schränzegg hinter dem Gemeindehaus ein wenig fasnächtliches Leben. Die Zeiten, in denen die fünfte Jahreszeit noch in der «Falken»-Bar oder in der «Schopfbeiz» verlängert werden konnte, sind unwiderruflich vorbei, was nicht wenige Fasnächtler bedauern.
Aber schon in 352 Tagen heisst es in Baar wieder: Räbedibum.

Marco Morosoli

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Umzug Rotkreuz (Bild: Karl)
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Umzug Rotkreuz (Bild: Theres)
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Fasnachtsumzug in Rotkreuz Prominezkutsche (Bild: Theres)
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Kindergärner als Fliegenpilz beim Umzug (Bild: Theres)
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Prominezkutsche am Umzug Rotkreuz (Bild: Theres)

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