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Diese Züglete erfordert Präzisionsarbeit

In der Rotkreuzer Suurstoffi befindet sich seit gestern das Herzstück eines Magnet-Resonanz-Tomografen.
Marco Morosoli
Die Zügelmänner aus dem Kanton Zürich bewahren Ruhe. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 5. August 2019)

Die Zügelmänner aus dem Kanton Zürich bewahren Ruhe. (Bild: Stefan Kaiser, Rotkreuz, 5. August 2019)

Im Eingangsbereich einer Surstoffi-Liegenschaft in Sichtweite des Hochhauses «Aglaya» herrscht ein Kommen und Gehen in hoher Kadenz. Von diesem Gewusel lässt sich Andrea Winkler aber nicht nervös machen. Die erfahrene Ärztin hat nur einen Gegenstand im Fokus: Den Magnet-Resonanz-Tomografen (MRT).

Die Apparatur, welche bald sehr scharfe Bilder jeder gewünschten Körperregion des Menschen erstellt, haben gestern Fachkräfte einer Zürcher Umzugsfirma in dem für sie vorgesehenen Raum platziert. Eile kennen die Umzugsprofis nicht, sie setzen lieber auf Präzision. Dies kommt ihnen zupass, als es gilt innerhalb der künftigen Praxisräume des neuen Radiologie- und Neuroradiologie-Instituts (RNI) das rund 7,5 Tonnen schwere Ungetüm um 90 Grad zu drehen. Die Zügelprofis scheinen sich blind zu verstehen. Obwohl der Lärmpegel relativ hoch ist, schreien sie selber nicht.

«Wie beim Lego spielen»

Ein Vertreter des US-Herstellers General Electric sagt, dass die beigezogene Umzugsfirma schon andere ihrer Geräte genau an den richtigen Ort gesetzt habe. Nachdem die Herausforderung Ecke geschafft ist, kommt als finale Aufgabe, den Tomografen im dafür vorgesehenen Raum genau in die vorgesehene Lage zu bringen. Auch bei diesem Schritt zeigen die Umzugsfachleute aus dem Kanton Zürich, die einander ihre Anweisungen auf Portugiesisch geben, keine Anspannung. Sie packen ihre Utensilien nach getaner Arbeit und überlassen das Feld den Fachkräften des Herstellers. In einer ersten Phase, so der Fachmann der General Electric Healthcare, sei der Zusammenbau der verschiedenen Komponenten wie «beim Lego spielen». Wichtig bei diesem Arbeitsprozess ist es, dass die verschiedenen Bestandteile, die von verschiedenen Herstellern stammen, allesamt vorhanden sind, um den Aufbau zu vollenden. Anschliessend sind verschiedene Tests zu absolvieren. Es gilt auch noch das erforderliche Quantum Helium in den Tomografen einzubringen. Das Edelgas findet dabei im Magnet-Resonanz-Tomografen in flüssiger Form Verwendung. Was Geräte neueren Produktionsdatums zudem auszeichnet, ist ihr reduzierter Lärmpegel beim Untersuchungsvorgang. Viel ältere Modelle erreichen oftmals laut einem Produktebeschrieb von General Electric die Intensität, als würde einem ein Motorrad nahe an den Ohren vorbeifahren.

Viel Zeit beansprucht, wie die Fachärztin für Radiologie und Neuroradiologie Andrea Winkler gestern beim Baustellenrundgang durch ihre zukünftige Praxis erklärt, die Testphase. Um auf der sicheren Seite zu sein, geht der Vertreter des Tomografen auf dem Suurstoffi-Areal von rund einem Monat Vorlaufzeit aus, bevor die Apparaturen für medizinische Untersuchungen nutzbar sind. Diesen Tag dürfte Andrea Winkler herbeisehnen. Für sie ist die anstehende Eröffnung des RNI Rotkreuz als Zugerin eine Heimkehr. Zuletzt hat Winkler am Seespital in Kilchberg in leitender Funktion gearbeitet. Davor ist Andrea Winkler im Kantonsspital Schwyz und bei der Andreas Klinik in Cham tätig gewesen. Deshalb sagt Andrea Winkler: «Ich bin gut vernetzt.»

Die Palette, welche das RNI in Rotkreuz abdeckt, bietet «bildgebende Diagnostik» an. Dieser Begriff umfasst Ultraschall, Röntgen, Magnetresonanztomographie und Computertomografie. Wichtig ist Andrea Winkler auch die Erwähnung, dass ihre Praxis «die einzige private und zugleich inhabergeführte Radiologie-Praxis in der weiteren Umgebung» sei. Eine Überversorgung liege, so Winkler, in diesem Segment der Gesundheitspflege auch nicht vor.

Offene Türen am 14. September

Das RNI ist ab dem 19. August für Patienten geöffnet. Wer gestern in den Räumlichkeiten dieses Dienstleistungszentrums herumspaziert ist, kann sich dies zwar nur schwer vorstellen. Die Maler sind mit ihrer Aufgabe noch nicht fertig. An der Decke sind noch die verschiedenen Leitungsstränge zu sehen. Die notwendigen Abdeckungen sollen bald angebracht werden. Andrea Winkler ist zuversichtlich, dass der vorgesehene Eröffnungstermin eingehalten werden kann. Sie und ihr vierköpfiges Team würden wohl lieber heute als morgen loslegen.

Wer sich übrigens selber ein Bild von einem Tomografen der neusten Generation machen will, der kann sich am 14. September beim Suurstoffi Open Day (10 bis 18 Uhr) im Radiologie- und Neuroradiologie-Institut probehalber in die Röhre mit der grösstmöglichen Öffnung legen. An diesem Tag wird unter anderem auch die Passerelle über die SBB-Gleise eröffnet. Dann ist die Suurstoffi noch einfacher mit dem öffentlichen Verkehr zu erreichen.

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