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Diesen Rentner kann man mieten

81 Rentnerinnen und Rentner aus dem Kanton Zug tummeln sich derzeit auf der erfolgreichen Plattform «Rent a Rentner» – Tendenz steigend. Einer davon ist der 77-jährige Peter Silberschmidt. Er will der Gesellschaft im Alter etwas zurückgeben.
christopher.gilb@zugerzeitung.ch
Peter Silberschmidt am Zugersee. Der 77-Jährige ist noch voller Tatendrang. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 26. Juli 2018))

Peter Silberschmidt am Zugersee. Der 77-Jährige ist noch voller Tatendrang. (Bild: Werner Schelbert (Zug, 26. Juli 2018))

Über 4000 Mitglieder weist die 2009 gegründete Plattform «Rent a Rentner» auf, davon 81 aus dem Kanton Zug. Die Idee hinter der nach eigenen Angaben in der Schweiz grössten Plattform in diesem Bereich ist, Rentnerinnen und Rentner anzuheuern, die ihre Arbeitskraft oder ihr Wissen zur Verfügung stellen. Einer der Slogans, mit dem geworben wird, lautet: «Erfahrung steht uns ins Gesicht geschrieben.»

Wer einen Rentner sucht, gibt die Dienstleistung an, die er sich wünscht, dann werden passende Resultate an Rentnern in der Umgebung angezeigt. Von Peter Silberschmidt beispielsweise kann man sich für ein kleines Honorar die Steuererklärung ausfüllen, seinen Hund betreuen und Fahrdienste abnehmen lassen.

Ab 70 nur noch Freiwilligenarbeit

Silberschmidt, ein fitter Zuger von 77 Jahren, hat schon in verschiedenen Bereichen gearbeitet. «Eigentlich habe ich fast alles gemacht, hatte eine Farm in Kanada, habe weltweit Landmaschinen verkauft, war bei einer Bank im Bereich Projektfinanzierung und am Schluss 16 Jahre als Direktor der Exportrisikogarantie tätig.» Bis zu seinem 70. Lebensjahr habe er dann noch kleinere Mandate in der Wirtschaft gehabt. «Wenn man teils 100 oder auch 150 Prozent gearbeitet hat, kann man danach nicht komplett auf 0 Prozent runtergehen. Dann mit 70 habe er zu sich aber gesagt: «Jetzt ist fertig, jetzt mache ich nur noch Freiwilligenarbeit und geniesse die Freizeit», erzählt Silberschmidt. Er habe ein gutes Leben gehabt, da sehe er es als selbstverständlich an, der Gesellschaft etwas zurückzugeben. An zwei Tagen die Woche fährt er, der sich schon früher bei Benevol oder der Asylbrücke engagiert hatte, deshalb nun Menschen mit Behinderung beim Fahrdienst Tixi. Und auch bei Pro Senectute ist er noch als Treuhänder aktiv. Und dann ist da auch die Plattform «Rent a Rentner». Per Zufall sei er online auf diese gestossen. «Der Vorteil ist die Flexibilität. Etwas, das man als Pensionär schätzt, gerade wenn man wie ich noch andere Sachen macht.» Silberschmidt reist und bikt gerne. So könne er auf der Plattform selbst auswählen, was er anbietet und könne auch problemlos Aufträge ablehnen. Was er auch gelegentlich mache, wie er gesteht. Auch das Honorar könne er selbst festlegen.

Als «alter Sack» fühlt er sich nicht

Die meisten Aufträge habe er jeweils im Frühjahr. «Dann steht die Steuererklärung an.» Oft würde es sich um ältere Personen handeln, aber auch jemand Junges sei schon dabei gewesen. Dieser sei bei der ersten Steuerklärung noch etwas unsicher gewesen. Er verlange dann einen kleinen zweistelligen Betrag, schliesslich ginge es ihm nicht ums Geldverdienen. «Wie gesagt, ich kann es mir leisten, solche Freiwilligenarbeit kostenlos oder nur für ein kleines Entgelt zu machen und damit einfach etwas zurückzugeben.» Ganz soviel Aufträge hätte er bisher aber auch noch nicht erhalten. «Im Kanton Zug gibt es eben auch – was wohl ein Zeichen des Wohlstands ist – schon viele Angebote in diesem Bereich, bei einigen mache ich ja selber mit.» Ganz alles finde er zudem beim System der Plattform auch nicht gut. «Zum Beispiel werden die Mitglieder, was positiv verstanden werden soll, als ‹alte Säcke› bezeichnet.» Das aber treffe auf ihn nicht zu. «Das ist doch eine Abwertung, ich fühle mich durchaus noch jung.»

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