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Unterägerer Pizzaiolo hat sich selbstständig gemacht

Seit Mitte Juni gibt es in Unterägeri eine neue Pizzeria, die als einzige im Dorf einen Holzofen besitzt.
Fabian Gubser
Ahmed Mohammed Ismael in der Archidee Pizzeria in Unterägeri. (Bild: Stefan Kaiser, 16. Juli 2019)

Ahmed Mohammed Ismael in der Archidee Pizzeria in Unterägeri. (Bild: Stefan Kaiser, 16. Juli 2019)

Es war letztes Jahr, als Ahmed Mohammed Ismael im Bus die Zugerstrasse entlang fuhr, und aus dem Fenster die leeren Räumlichkeiten bei der Nummer 46 bemerkte. Der 37-Jährige wurde neugierig und erkundigte sich beim vorherigen Mieter, dem Inhaber des Ägerisports, über die Immobilie. Viele Bewilligungen und einen Umbau später eröffnete er seine eigene Pizzeria «Archidee», benannt nach dem gleichnamigen Haus. Seit dem 15. Juni verkauft er in Unterägeri neben Pizzen auch Kebab und Pide.

Ismael hat auf der Terrasse Platz genommen, zieht an seiner Zigarette und nippt an einem Milchkaffee. Er sei als junger Mann kurz vor dem Irakkrieg alleine in die Schweiz gereist und arbeitete seit jeher in der Gastronomie – vor allem als Pizzaiolo, aber auch als Koch und im Service. «17 Jahre Erfahrung, alles selbst beigebracht.» Bis vor seiner Selbstständigkeit sei er im «Ägeri Kebap Haus» beim Dorfplatz tätig gewesen.

Ismael ist froh, dass ihn seine Familie unterstützt: Seine Frau arbeitet Teilzeit im Restaurant und seine Schwiegereltern passen tagsüber auf seine zwei Kinder auf, die sich noch im Vorschulalter befinden. Weil sie ihren Vater täglich sehen möchten, bringen die Schwiegereltern sie gegen Abend zeitweise ins «Archidee». Seine restliche Familie lebt bis heute im Nordirak, Ismael besucht sie jedes Jahr. Dort möge er am liebsten «Dolma», ein Gericht aus der mediterranen Küche, bei dem Traubenblätter beispielsweise mit Hackfleisch gefüllt werden. Dazu gibt es Reis. «Das muss ich jeden Tag essen, wenn ich in Kurdistan bin», sagt Ismael mit einem breiten Grinsen. Die Zubereitung brauche jedoch Zeit, deswegen koche er das Gericht nur zu Hause.

Zurück nach Unterägeri. Bis jetzt sei er «sehr zufrieden» mit dem Geschäft, vor allem abends und am Wochenende begrüsse er viele Gäste. Meistens sind es Familien, aber auch Mitarbeitende von der Bar Passepartout oder die Polizei, die im gleichen Gebäude zu Hause ist, die bei ihm einkehren. Vor allem verkaufe er Pizzen, gerade auch, weil er als Einziger in Unterägeri einen Holzofen besässe. Trotzdem sagt er:

«Ich muss kämpfen, es ist nicht einfach».

Sieben Tage die Woche ist er im Einsatz, gönnt sich keine Ferien. Fertig ist sein Bijou noch nicht ganz. Bald kommen Tische für die Terrasse dazu. Ab Herbst möchte er einen Kurier-Dienst anbieten. Dafür werde er bald noch mehr Leute anstellen. Bis dahin schmeisst der er den Laden zusammen mit seinem Schwager und seiner Frau. Mittlerweile ist Ismaels Kaffee leer, die Zigarette aus, ein Gast will bezahlen. Der «Chrampfer» muss wieder zurück an die Arbeit.


Restaurant Lido geht zu

(gub) Alessio Migliane, der Wirt der Pizzeria Lido an der Poststrasse in Oberägeri, muss Konkurs anmelden. Auf Anfrage sagte er, dass er deshalb Ende Juli schliessen werde. Ausserdem wird, gemäss einer Anzeige des «Gastrojournals», für das Hotel Restaurant Morgarten ab 2020 ein neuer Pächter gesucht.

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