Dieser Zuger Kantonsrat sitzt lieber im Bundeshaus

Seit Thomas Aeschi (SVP) in den Nationalrat gewählt worden ist, bleibt er den Sitzungen im Zuger Kantonsrat fern. Seine Parlamentskollegen reagieren scharf.

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Thomas Aeschi (SVP) und Bruno Pezzatti (FDP, rechts) vertreten die Zuger Bevölkerung im Nationalrat.

Thomas Aeschi (SVP) und Bruno Pezzatti (FDP, rechts) vertreten die Zuger Bevölkerung im Nationalrat.

Seit Herbst 2011 ist Thomas Aeschi, aus Baar Zuger Nationalrat. Seitdem hat der 33-jährige SVP-Kantonsrat an immer weniger Sitzungen teilgenommen – um exakt zu sein: an dreien. Nach dem 24. November ist sein Platz bei Kantonsratssitzungen immer leer geblieben. Zwar entschuldigt. Doch diese Dauerabsenz scheint dem erfolgreichen Jungpolitiker nun zum Stolperstein zu werden. Drei Baarer FDP-Kantonsräte haben in einem Leserbrief in der Neuen Zuger Zeitung sein Fehlen an fünf Sitzungen und seine mangelnde Präsenzpflicht kritisiert sowie seine «moralische Verpflichtung» gegenüber den Wählerinnen und Wählern» angemahnt.

Thomas Aeschi, der gerade in der Sommersession in Bern sitzt, reagiert am Telefon zunächst sehr emotional auf diese Kritik. «Es hat mich grundsätzlich sehr überrascht und ich kann es nicht verstehen, dass die FDP mit so einem Leserbrief vorprescht – zumal uns die Freisinnigen in wirtschaftlichen Fragen am nächsten kommen.» Dass er in fünf Sitzungen des Kantonsrats gefehlt hat, räumt er ein und entschuldigt seine Absenzen mit der zeitlichen Beanspruchung seines politischen Mandats in Bern. Sollte die Belastung gleich bleiben, werde er nach der Sommersession eine endgültige Entscheidung über seinen Verbleib im Zuger Kantonsrat treffen. Auf keinen Fall werde er sein Kantonsratsmandat einfach niederlegen, nur weil einige FDP-Kantonsräte dies in einem Leserbrief fordern würden.

Wolfgang Holz

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