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Heimatschein per Smartphone bestellen: Die Stadt lanciert die eZug-App

Mit der neuen App können Wartezeiten am Schalter vermieden werden, zeigt sich der Stadtrat überzeugt. Im Sommer soll sie um ein Elternportal erweitert werden.

Vanessa Varisco
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An der Medienkonferenz informierten Karl Kobelt (links) und André Wicky über die neue App.

An der Medienkonferenz informierten Karl Kobelt (links) und André Wicky über die neue App.

Bild: Stadt Zug/PD

«Easy» in der Handhabung. Das soll die neue eZug-App vor allem sein, wie Stadtrat André Wicky in der digitalen Medienkonferenz mehrmals betont. Die neue App ist ab sofort nutzbar und bietet verschiedene Funktionen. Vor allem das Bestellen von Bescheinigungen soll einfacher werden: Wer beispielsweise einen Heimatschein, einen Betreibungsregisterasuzug oder ein Handlungsfähigkeitszeugnis braucht, kann jenes per App bestellen und sich damit den Gang zum Schalter sparen.

Ausserdem, und das bewirbt der Stadtrat als grosses Plus, ist eine solche Bestellung nicht mehr an Öffnungszeiten gebunden, sondern kann 24 Stunden 7 Tage die Woche getätigt werden. Von überall her. Voraussetzung dafür ist ein Smartphone und ein Zuglogin, welches nötig ist für die digitale Identität und Authentifizierung. Als Webanwendung gibt es eZug nicht.

Immer mehr Menschen nutzen das Handy

Was war ausschlaggebend für die Entwicklung der App? Wicky erklärt das in einführenden Worten. Ein Grossteil der Bevölkerung nutzt ab dem 14. Lebensjahr das Internet intensiv, so Wicky. Auch der Kontakt mit den Behörden geschehe immer häufiger digital. Er sagt:

«Durch dieses Verhalten entstehen Erwartungen, worauf wir mit der neuen App reagieren.»

Wer es aber übrigens lieber persönlich mag, dem bleibt nach wie vor die Möglichkeit, am Schalter vorbeizugehen. «Wir fahren hier eine hybride Version.»

Wenn es um die Schaffung neuer digitaler Optionen geht, so ist die Sicherheit der persönlichen Daten zu berücksichtigen. Laut den Verantwortlichen müssen Nutzer diesbezüglich keine Bedenken haben. Daniel Truttmann, Leiter der städtischen Informatik, versichert, dass der Kunde die Hoheit über seine Daten hat und bei jedem Vorgang bestätigen muss, dass sie verwendet werden dürfen.

Für die Nutzung der App ist Zuglogin notwendig

Die digitale Identität, die der Nutzer braucht, wird durch die kantonale Lösung Zuglogin erstellt. Aktuell wird diese Option von ungefähr von 4000 Personen verwendet. Die Verantwortlichen vermuten, dass die Zahl mit der Lancierung der App steigen wird. Registrieren kann man sich für Zuglogin in der Bibliothek Zug und am Empfang im Stadthauses aktivieren. Kostenlos; ebenfalls gebührenfrei ist die Nutzung und der Download der App.

Die bestellen Dokumente sind kostenpflichtig und können per Twint, Kreditkarte oder Postcard bezahlt werden.

Der Stadtrat sowie die Entwickler und Projektverantwortlichen zeigen sich überzeugt, eine gute Lösung gefunden zu haben und einen wichtigen Schritt im Bereich der Digitalisierung getan zu haben. Stadtpräsident Karl Kobelt sagt dazu:

«Die Lancierung von eZug zeigt, dass wir die Umsetzung unserer Smart-City-Strategie zügig vorantreiben. Mit eZug legen wir einen wichtigen Grundstein für weitere geplante E-Government-Anwendungen.»

Die enge Zusammenarbeit mit dem Kanton Zug unterstreiche das Bestreben, den Einwohnern sichere und benutzerfreundliche Behördendienstleistungen anzubieten, bei denen der Schutz von persönlichen Daten höchste Priorität habe. Zwei Zuger Gemeinden hätten bereits Interesse bekundet, ebenfalls digitale Möglichkeiten für den Kontakt mit den Behörden zu schaffen. Die Stadt sei natürlich bereit, ihnen dabei die Hand zu reichen.

An den Erweiterungen wird bereits gearbeitet

Die ersten Schritte sind nun getan. Dabei will es die Stadt aber nicht belassen. Bis zum Sommer soll beispielsweise ein Elternportal geschaffen werden, wo Eltern in Kontakt mit den Schulen treten können und Angelegenheiten rund um schulergänzende Betreuung und Musikschule bearbeitet werden können. Und, für Freunde der analogen Art des Lesens soll eine digitale Option geschaffen werden: Der Bibliotheksweis soll künftig ebenfalls in der App abrufbar sein. Gleichermassen wie die Parkkarte für Anwohner. Statt einem Blatt Papier werde die Polizei in Zukunft dann die Autonummer prüfen. Auch das soll vor allem eins sein: easy.

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