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DIGITALISIERUNG: KBZ: Einzig das Notebook im Schulthek

Das kaufmännische Bildungszentrum Zug setzt seit dem Sommer konsequent auf digitale Medien im Unterricht. Damit ist es vielen Schulen einen Schritt voraus.
Bleistifte und Schreibblöcke sieht man im KBZ eher selten auf den Tischen: Hier wird digital gearbeitet. (Bild: Maria Schmid (Zug, 1. Februar 2018))

Bleistifte und Schreibblöcke sieht man im KBZ eher selten auf den Tischen: Hier wird digital gearbeitet. (Bild: Maria Schmid (Zug, 1. Februar 2018))

Am Donnerstag tauschten sich rund fünfzig Schulführungspersonen aus der ganzen Deutschschweiz in Zug darüber aus, wie man im Klassenzimmer der Digitalisierung gerecht wird. Wie das gehen kann, erlebten sie im kaufmännischen Bildungszentrum Zug (KBZ), welches in diesem Bereich schon einige Erfahrung hat.

Nach mehr als fünf Jahren Vorbereitung und einer Testphase des Konzepts im Pilotbetrieb setzt die KBZ nun seit vergangenem Sommer in allen Klassen auf das Modell «Bring your own device». Das bedeutet, dass einerseits jeder Lernende sein eigenes Notebook oder Tablet mitbringt, andererseits aber auch jeder Lehrer diese Geräte und die damit verbundenen Tools konsequent in seinen Unterricht einbaut.

QR-Code statt Wandtafel

Auf den Tischen stehen aufgeklappte Notebooks. Die Lernenden durchstöbern gerade einen Film nach passenden Szenen für ihr Referat. Der Beamer projiziert einen grossen QR-Code dahin, wo sonst die Wandtafel steht. Per Kamera-Scan sind damit alle direkt zum gemeinsamen Arbeitsordner verlinkt. Stefan Riedlers Deutschstunde ist in vollem Gange. Heute geht es um Philosophie: Die älteste Wissenschaft der Welt auf dem Flat Screen der Jugend. «Diese Entwicklung hat wie alles seine Vor- und Nachteile», sagt Riedler. Seine Stunde ist heute als Beispiel für die Einbindung digitaler Medien in den Unterricht offen für alle Besucher der Fach­tagung. Mit dem Computer lassen sich Präsentationen oder Rechercheaufgaben hervorragend bearbeiten. «Allerdings muss ich mich in der Unterrichtsplanung entscheiden, wie viel Zeit ich auf die Erarbeitung von Medienkompetenzen aufwen­-den will», so Riedler. Für den Deutschlehrer ist der Trade-off zwischen Medienkompetenz und fachlichen Inhalten im Lehrplan ein wichtiger Punkt. Die Schüler selber haben andere Bedenken. «Ich denke, dass beispielsweise die Rechtschreibung darunter leidet, dass wir vieles mit der Autokorrektur von Word schreiben», meint Kerim Sarigül. «Allerdings lernen wir nützliche Programme kennen, wie etwa Prezi, mit dem man tolle Präsentationen machen kann», findet sein Mitschüler Marc Lerch.

Noch ein paar Kinderkrankheiten

Es sei natürlich ein Unterschied, ob ein Lernender mit einem schreibfähigen Hightech-Tablet oder einem alten Notebook zum Unterricht erscheint, meint Riedler. «Letzteres ist im Vergleich, als ob man mit einer Schreibmaschine arbeiten würde.» Dadurch hält der finanzielle Hintergrund des Schülers direkten Einzug ins Klassenzimmer. «Oder dessen Bereitschaft, sich ein entsprechendes Gerät zu besorgen», meint Riedler. «Unser System muss noch ein paar Kinderkrankheiten auswachsen», sagt auch Reto Wegmüller, Prorektor des KBZ und Leiter des Ressorts Weiterbildung. «Doch wer neue Wege geht, muss unausweichlich einen Lernprozess durchlaufen.» Wegmüller ist überzeugt, dass die Einbindung der digitalen Tools in den Schulalltag ein wichtiger Schritt ist, der seinen Lernenden später zugutekommen wird. «Der Umgang mit digitalen Medien erlaubt es uns, traditionelle Lerninhalte praxisnah zu vermitteln und öffnet ausserdem unseren Lehrplan für neue Aspekte, die in der heutigen Berufswelt unabdingbar sind.»

Wolfgang Meyer

redaktion@zugerzeitung.ch

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