Leserbrief

Direkte Demokratie durch mehr Bürgerbeteiligung stärken

Gedanken zu den aktuellen Entwicklungen in Gesellschaft, Politik und Kultur

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Die Kommunikation zwischen Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft befindet sich in einer veritablen Vertrauenskrise und befördert das Wachstum obskurer medialer Filterblasen. Die Frage nach vermehrter und inklusiver Bürgerbeteiligung sowie eine Förderung der politischen Beteiligungskultur rückt dabei unweigerlich in den Fokus der öffentlichen Debatte.

Digitalisierung, Klimawandel, Globalisierung und demografischer Wandel verändern gerade unsere Zivilisation und Kultur. Dieser Transformationsprozess erfordert eine Stärkung der Solidarität und des Zusammenhalts unseres Landes – eine neue selbstbewusste Wir-Kultur. Die Covid-Krise führt uns zudem unmissverständlich vor Augen, dass der Mensch nicht als Einzelkämpfer gegen das Virus und seine Folgen ankommt, sondern nur als Teil einer Gruppe, als Teil der Gesellschaft.

Bei modernen Beteiligungsverfahren – sogenannter «Blended Participation» – geht es im Kern darum, gemeinsam Ideen und gute Lösungswege für gesellschaftliche Herausforderungen online wie offline zu entwickeln. Diese Verfahren bieten einen idealen Rahmen zur Inklusion der Gesellschaft, d.h. Jung und Alt, Stadt und Land, Unternehmer und Arbeitnehmer sollen am politischen Geschehen gleichermassen teilhaben. Gelingt es, die Aushandlung der Interessen ausgewogen zu gestalten, stärkt dies die Demokratie nachhaltig – gleichgültig, zu welchen Ergebnissen das Verfahren letztlich kommt.

Im 2021 sollten wir uns weniger mit Homeoffice und Überlebensstrategien im ÖV auseinandersetzen. Höchste Zeit, das notwendige Vertrauen in unsere Institutionen wieder zu stärken. Der öffentliche Dialog ist um eine stärkere Bürgerbeteiligung im Rahmen der halbdirekten Demokratie zu erweitern, damit wir das innovative Potenzial der gegenwärtigen Transformation für unsere Weiterentwicklung vollumfänglich nutzen können.

Oliver Heiler, Unterägeri