DISCOUNTER: Denner macht seine Filiale in Cham dicht

34 Jahre lang gabs in Cham den Denner an der Zugerstrasse. Nun hat er zu. Ist Aldi womöglich der Grund?

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Mita Zivanovic putzt, wo früher eingekauft wurde. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Mita Zivanovic putzt, wo früher eingekauft wurde. (Bild Christof Borner-Keller/Neue ZZ)

Seit einigen Tagen gibts den Denner-Lebensmittelmarkt an der Zugerstrasse nicht mehr. «Das ist sehr bedauerlich», meint eine Mutter mit zwei Kindern an der Hand. Erstens sei das Einkaufen mit den 25 Parkplätzen direkt vorm Haus immer «sehr entspannt» gewesen. Nun muss sie ins Neudorf-Center, wenn sie bei Denner einkaufen will. «Dort gefällt es mir nicht so – der Laden wirkt so vollgestopft.»

Wie dem auch sei. Die Denner-Filiale, die am 30. Juni 1974 eröffnet wurde und eine Verkaufsfläche von 314 Quadratmetern aufwies, ist nun dicht gemacht worden. Eine «Institution» schliesst quasi ihre Pforten. Aber warum bloss? Zeitigt die Konkurrenz von Aldi in der nahen Städtler-Allmend einen Kundenabfluss? Oder liegts am beliebten, gut frequentierten Shell-Shop nebenan? Oder gar an der künftigen Coop-Tankstelle mit Pronto-Shop vor dem Aldi?

«Standortbereinigungen»
«Es kommt bei Denner immer wieder einmal zu Standortbereinigungen», erklärt Grazia Grassi, stellvertretende Leiterin der Unternehmenskommunikation. Denner verfüge schliesslich über 432 Filialen in der ganzen Schweiz. «Und was Cham betrifft, so hat sich das Kaufverhalten der Leute dort nach einer dreimonatigen Baustelle vor zwei Jahren, direkt vor der Filiale, einfach merklich verändert», sagt Grassi. Angeblich ist die Käuferfrequenz aufgrund der Baustelle deutlich gesunken. Denner-Kunden seien abgewandert und nicht zurückgekehrt. «Der Mensch handelt eben aus Gewohnheit», so die Mediensprecherin.

Wolfgang Holz