Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Kinderhotel: Die Enttäuschung in Unterägeri ist gross

Dass nun kein Kinderhotel realisiert werden soll, sorgt für harsche Reaktionen im Ort. Auch der Gemeinderat zeigt sich nun vom Investor enttäuscht. Gleichzeitig wirkt es aber, als wollten sich die einzelnen Beteiligten nun gegenseitig die Verantwortung zuschieben.
Christopher Gilb
Die Überbauung am Baumgärtli wird anders aussehen als zunächst geplant. (Bild: Stefan Kaiser, 9. Mai 2018)

Die Überbauung am Baumgärtli wird anders aussehen als zunächst geplant. (Bild: Stefan Kaiser, 9. Mai 2018)

Dass die Bonainvest AG wegen mangelnder Rentabilität ihr Konzept für die Überbauung am Baumgärtli in Unterägeri zu Lasten des Kinderhotels Babalou anpassen will, dafür hat Thomas Hess kein Verständnis. Er hat bereits am 8. Mai mit Franz Merz eine Interpellation an den Gemeinderat eingereicht. «Ich bin direkter Nachbar des Areals, wie viele andere habe ich den Bebauungsplan nur akzeptiert, weil es hiess, es werde etwas für die Gemeinde Unterägeri und die Öffentlichkeit realisiert. Darum wurde von der Öffentlichkeit auch ein Auge beim tiefen Landpreis zugedrückt.»

Nun scheine es aber, so Hess, als werde der private Bereich maximiert. «Unter dieser Voraussetzung hätte ich damals verlangt, dass das Projekt redimensioniert wird.» Hess spielt auf die Aussage von Bonainvest Chef Ivo Bracher an, dass die Tendenz in Richtung betreutes Wohnen nach dem Bonacasa Konzept gehe. Die Interpellanten wollen deshalb unter anderem wissen, ob die Bonainvest AG dazu verpflichtet wird, allfällige Änderungen des Baugesuches wieder öffentlich im Amtsblatt auszuschreiben.

Gemeinderat übt Kritik

Mit dieser Forderung stossen sie bei der Gemeinde auf offene Ohren. «Nach Jahren der Neuausrichtung waren wir als Gemeinderat überzeugt, mit der Firma Bonainvest und dem Kinderhotel das Richtige für die Zukunft des Areals gefunden zu haben», so Gemeindepräsident Josef Ribary (FDP). «Für uns ist es nicht nachvollziehbar und auch nicht verständlich, dass das Kinderhotel nun nicht zu kommen scheint. Die Enttäuschung bei allen Unterägerern ist gross.» Es müsse nun abgeklärt werden, ob die Verantwortlichen das nicht schon hätten früher wissen können. Der Stiftungsrat müsse sich der Thematik nun annehmen. «Ich will aber noch einmal wiederholen, derzeit liegt immer noch das alte gültige Baugesuch vor, deshalb können wir auch nicht, wie es teils in Leserbriefen gefordert wird, einen Baustopp verhängen.» Käme es diesbezüglich zu einer Nutzungsänderung, werde der Gemeinderat prüfen, ob die Änderungen zulässig seien. «Je nach Grössenordnung muss zwingend eine öffentliche Publikation erfolgen», so Ribary.

Bonainvest-Chef gegen Neuausschreibung

Von einer Neuausschreibung hält Bonainvest Chef Ivo Bracher nichts. «In allen Verträgen steht, dass das Konzept angepasst werden kann, wenn es wirtschaftlich nicht tragbar ist und wir verändern am Äussern des Gebäudes nichts.» Es werde auch weiterhin keine teuren Eigentumswohnungen geben, sondern bezahlbare betreute Wohnungen für die Leute in der Region. «Das ganze Sockelgeschoss ist zudem für die öffentliche Nutzung vorgesehen. Wie genau steht noch nicht definitiv fest, es gibt aber sicher einen Restaurationsbetrieb, eine Gruppenarztpraxis, Begegnungsräume und aller Voraussicht nach Wohnungen für betreutes Wohnen.»

«Die Enttäuschung bei allen Unterägerern ist gross.»

Zudem sagt Bracher: Die Bonainvest habe zwar für das Land im Vergleich einen guten Preis erhalten, dafür würde das gesamte Sockelgeschoss später dem Dorf dienen. Und er hält fest: «Die Gemeindebehörden und die Stiftungsverantwortlichen wurden über die neue Situation immer informiert.» Er bedaure sehr, so Bracher weiter, dass die Bonainvest während der Umsetzungsplanung erkennen musste, dass das Kinderhotel entgegen den Ursprungsanalysen nicht realisierbar sei. «Das war auch für uns schmerzlich und teuer: Wir hatten in das Konzept bereits einige hunderttausend Franken investiert.»

Ehemaliger Annahof-Direktor hadert mit Entscheid

Nach dem Abgang des ehemaligen Direktors des Kurshauses Annahof, der die letzten Jahre mit dem Projekt betraut war, habe die Bonainvest aber das ganze Projekt noch einmal auf den Prüfstand gestellt. Beim ehemaligen Direktor handelt es sich um Martin Lohr. Zu den Gründen wieso er nichts mehr mit dem Projekt zu tun hat, will er sich nicht äussern. Sagt aber: «Mir tut es weh und ich bedaure es, dass das Hotel nicht realisiert wird. Ich finde es wäre ein schönes Angebot geworden.» Die Entscheidung habe aber beim Investor gelegen.

«Die Gemeindebehörden und die Stiftungsverantwortlichen wurden über die neue Situation immer informiert.»

Seinen Entscheid erklärt Ivo Bracher wie folgt: «Persönlich habe ich mich intensiv mit den potenziellen Kunden des Hotels und mit Interessengruppen ausgetauscht. Lange Zeit noch habe ich mich für die Realisierung des Hotels eingesetzt.» Die Folgegespräche hätten dann aber gezeigt, dass alleine die Anforderungen im Bereich der Pflege so immens gewesen wären, dass ein wirtschaftlicher Betrieb kaum möglich gewesen wäre. Und ein Betrieb, der jährlich Defizite mache, wie schon das Kurhaus zuvor, wäre keinesfalls eine akzeptable Lösung gewesen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.