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Unterägeri: Etliche Einsprachen gegen die Residenzwohnungen

Während es zum Projekt Kinderhotel keine Einsprache gab, sind zum Änderungsgesuch zugunsten der Residenzwohnungen neun eingegangen. Der Investor sieht darin jedoch kein Hindernis und erwartet eine Abweisung von der Gemeinde.
Christopher Gilb
Für Haus G, das grösste Haus der Überbauung am Baumgarten, gilt weiterhin ein Baustopp.(Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 22.Oktober 2018))

Für Haus G, das grösste Haus der Überbauung am Baumgarten, gilt weiterhin ein Baustopp.
(Bild: Stefan Kaiser (Unterägeri, 22.Oktober 2018))

Am Freitag lief die Einsprachefrist zum Nutzungsänderungsgesuch der bonainvest AG ab. Diese will statt des einst geplanten Kinderhotels im Haus G der Überbauung «Am Baumgarten» in Unterägeri nun 44 sogenannte Residenzwohnungen für ältere Leute mit Betreuungsbedarf realisieren. Bekannt wurde dies erst nach dem Baubeginn auf dem ehemaligen Areal des Annahofs. Der Investor erklärte sich, in dem er sagte, dass er erst zu spät erkannt habe, dass sich das «Babalou», ein Hotel für pflegebedürftige Kinder, in dieser Form nicht rentieren würde. Man könnte seine Erklärung mit dem Sprichwort: «Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende» zusammenfassen.

Doch der Wind im Dorf hat sich gedreht. Das ist schon daran erkennbar, dass es beim ursprünglichen Baugesuch, das stark über das Kinderhotel beworben worden war, keine einzige Einsprache gab. Zum Nutzungsänderungsgesuch gab es nun aber neun. «Das ist deutlich über dem normalen Mass bei solchen Projekten», sagt dann auch der Unterägerer Gemeindepräsident Josef Ribary. Dies sei aber zu erwarten gewesen, weil die Bevölkerung eben die Realisierung des Kinderhotels respektive des Gesundheitshauses favorisieren würde.

Prüfen, ob Fleisch am Knochen ist

Seitens der Gemeinde werde in den nächsten drei bis vier Wochen nun geprüft, «ob die einzelnen Einsprachen Fleisch am Knochen haben». Er gehe aber davon aus, dass ein Teil davon sicher berechtigte Anliegen beinhalten würde. Auch werde das gesamte Baugesuch noch auf die rechtliche Korrektheit geprüft. «Der Investor müsste die Einsprachen in den nächsten Tagen ebenfalls erhalten und hat die Möglichkeit, Stellung zu nehmen.» Es sei der Gemeinde ein Anliegen, eine Lösung zu suchen, mit der das Projekt zum Abschluss gebracht werden könne, so Ribary.

Einer der Einsprecher ist ein unmittelbarer Nachbar der Liegenschaft. «Ich wusste bisher von sechs bis sieben weiteren Personen, die eine Einsprache gemacht haben. Dass es insgesamt sogar mehr sind, ist erfreulich. Es ist sehr gut, wenn wir am Ball bleiben», so der Mann. Den Einsprechern, die er kenne, gehe es vor allem um zwei Punkte. «Einerseits um die Nutzungsvereinbarung.» Diese betrifft 30 der 44 Wohnungen. Unter anderem soll sich die bonainvest verpflichten, Wohnungen nur an Personen zu vermieten, bei denen mindestens eine Person zum Zeitpunkt des Bezugs 60 Jahre alt ist. Des Weiteren, dass von 8 Uhr bis 20 eine Ansprechperson für die Bewohner physisch vor Ort ist.

Einsprachen aus der Nachbarschaft

Mit einer Vereinbarung will die Gemeinde sicherstellen, dass das Projekt weiterhin in öffentlichem Interesse ist. «Wenn man aber dieses Instrument schon wählt, sollte die Vereinbarung zum Zeitpunkt der Auflage auch unterschrieben sein», findet der Einsprecher. «Denn in diese wurden ja die an der Informationsveranstaltung zu den Residenzwohnungen getätigten Versprechungen aufgenommen.» Doch die Vereinbarung war zu diesem Zeitpunkt noch ein Entwurf. Und zu den Details gab es überdies noch Diskussionsbedarf, wie der Investor Ivo Bracher gegenüber unserer Zeitung Ende Oktober erkennen liess.

Zweitens, so der Einsprecher, gehe es um den Punkt der zusätzlichen Ausnutzung. «Beim ersten Mal hat die Bevölkerung, diese dem Investor zugestanden. Da man gesagt hat, weil ein Kinderhotel nicht soviel Rendite abwirft, soll er dieses zum Teil mit zusätzlichen Wohnungen gegenfinanzieren können.» Doch was diese Residenzwohnungen nun überhaupt genau seien, sei nur sehr vage formuliert. «Was bisher in den Bauplänen zu lesen ist, reicht nicht aus, um diese zusätzliche Ausnutzung zu legitimieren», findet er. Denn die Möglichkeit, im Notfall einen Knopf drücken zu können, werde beispielsweise auch von der Spitex geboten, jedoch reiche das nicht, um sich als Altersresidenz zu betiteln. «Da darf die Gemeinde nicht zurückkrebsen, sondern muss Klarheit verlangen, was genau geplant ist und ob die Bevölkerung auch wirklich etwas davon hat.» Zu diesen Fragen sei auch noch eine Interpellation zu Händen der nächsten Gemeindeversammlung geplant. «Und auch ein Weg durch die Gerichte ist für uns eine Option.»

Der Investor teilt auf Anfrage mit, dass ihm die Einsprachen bereits bekannt seien und es aus seiner Sicht relativ und absolut betrachtet nicht viele seien. «Wir haben schriftlich auf eine Stellungnahme zu den Einsprachen verzichtet, da die Sachlage juristisch glasklar ist», so Ivo Bracher. «Da unsere Nutzungsänderung zonenkonform ist, erwarten wir die Abweisung der Einsprachen seitens der Gemeinde.» Es bleibt also spannend.

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