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Leserbrief

Diverse Meinungen und Empfehlungen aus Zug zu den eidgenössischen Wahlen

Zu den Wahlen am 20. Oktober
Wer darf künftig den Kanton Zug in Bern vertreten? Bild: Paul Stadelmann, Zug

Wer darf künftig den Kanton Zug in Bern vertreten? Bild: Paul Stadelmann, Zug

Am 20. Oktober werden die Weichen gestellt, ob die Schweiz weiterhin eine souveräne und selbstbestimmende direkte Demokratie bleibt oder ein Untertanendasein mit einem beschränkten Mitsprache- aber ohne Mitentscheidungsrecht am Katzentischchen der EU fristen muss. Nach den Wahlen werden vom Parlament vermutlich zuerst einmal die 1.3 Milliarden Franken Kohäsionsbeitrag gesprochen. Anschliessend wird man sich etwa im Mai auf die Bekämpfung der SVP-Begrenzungsinitiative konzentrieren. Dann folgt irgendwann der grosse Showdown über das Rahmenabkommen. Das letzte Wort müssen hier wiederum wie 1992 Volk und Stände haben. Es seien Hinterzimmergespräche im Gang, wie man das Volk hintergehen könnte, sickert durch. Da die Verfassung abgeändert werden müsste, wird eine Volksabstimmung mit obligatorischem Referendum unumgänglich. Interessierte Kreise wie Economiesuisse, Swissmem, Arbeitgeberverband, der Wirtschaftsfreisinn in Zusammenarbeit mit der Linken sinnen darüber nach, wie man diese demokratischen Klippen umschiffen könnte. Auf alle Fälle soll die SVP zum Unterschriftensammeln verknurrt werden, bei einem fakultativen Referendum aber würden die Stände ausgebremst. Am liebsten würde man eine Volksabstimmung ganz hintertreiben und den Entscheid dem Parlament überlassen.

Die direkte Demokratie wurde von den politischen Eliten seit jeher, angefangen bei Alfred Escher, als unangenehmer Klumpfuss empfunden, der sie in ihren Entscheidungen und internationalen Rundumschlägen einengte. Darum ist es für unsere Selbstbestimmung überlebenswichtig, dass die SVP bei den Wahlen ein anständiges Resultat einfährt und damit eine Zwangsverwaltung durch die EU verhindern kann. Die Unterzeichnung dieses Rahmenvertrages würde uns zu Gefangenen unserer eigenen Dummheit machen. Wir könnten keinen einzigen eigenständigen Handelsvertrag mehr abschliessen. Sämtliche Auslandsbeziehungen müssten über Brüssel laufen. Es wäre die Vorhölle zum EU-Vollbeitritt. Unsere Unabhängigkeit ist mir zu kostbar, als dass ich damit zugunsten von irgendwelchen erzwungenen Klimafantasien ein Spielchen treiben würde und stimme daher SVP, obwohl meine Familie ursprünglich aus einer ganz anderen Ecke kommt. Überlegen Sie sich gut, was Sie mit Ihrer Stimme bewirken können.

Robert Nieth, Walchwil


Gemäss Umfragen sollen vor allem die Grünen bei den nächsten Wahlen zulegen. Klar, den meisten Wählern und Wählerinnen liegt der Zustand unserer Umwelt nahe. Problematisch ist aber die Tatsache, die Ideen, Visionen und Träumereien der Grünen bringen für unsere Umwelt mehr negative als positive Effekte. Negativ auch für die Staatskasse, die, könnten die Linken mehrheitsfähig politisieren, bis spätestens Ende Januar leer sein würde.

Was hat uns denn die grüne Welle bis jetzt gebracht? Zum Beispiel: Mehr LKW-Verkehr. Sind es doch die Grünen, die jeglichen Kiesabbau und Aushubdeponien verhindern, sodass Kies vom nahen Ausland oder vom Unteraargau in die Zentralschweiz gekarrt werden muss. Der Recycling-Wahn entpuppt sich mehr und mehr als Leerlauf. Insbesondere Bauschutt sollte nicht wiederverwendet werden. Ich nenne das organisierte Umwelt-und Gewässerverschmutzung. Altholz zum Beispiel wird zum Grossteil nach Italien exportiert, per LKW natürlich. Dank der lascheren Gesetze kann es dort billiger entsorgt werden. Würde noch das 30-Tonnen-Limit auf unseren Strassen gelten, wie es diese Linksstrategen wollten, wäre jetzt über 40 Prozent mehr Camion-Verkehr Tatsache. Auch die Zürcher Westumfahrung wäre nicht gebaut, wäre es nach grüner Ideologie gegangen. Zu erwähnen sind auch Biogasanlagen: Da wird Methangas produziert, das im Gegensatz zu CO2 ein Treibhausgas ist. Der Abfall dieser Anlagen, genannt anaerober Kompost, wird wieder auf die Felder verteilt und schädigt die natürliche Bodenfauna. Das Resultat ist Nitrit und Nitrat im Grundwasser, weil Nährstoffe wegen der fehlenden Mikroorganismen im Boden nicht mehr gebunden und zurückgehalten werden können. Man könnte ein Buch schreiben über die Leerläufe und Umweltschädigungen der Grünvisionäre. Im Ansatz vielleicht mal eine gute Idee, in der Umsetzung aber nur Katastrophen. Dazu gehört auch die geplante Elektrifizierung des Verkehrs, würde man ehrlich rechnen, resultiert Folgendes: Ein E-Auto produziert 20 bis 30 Prozent mehr CO2 als ein vergleichbares Dieselfahrzeug bei wesentlich aufwendiger und teurer Machart. Da hilft alle Schönrederei nichts. Und nicht vergessen, nur schon die Produktion von einer Tonne Lithium braucht 2000 Tonnen Wasser. Wer nichts weiss, muss glauben, derart Gläubige gehören nicht in die Politik.

Josef Röllin, Finstersee


Verschiedene Umweltanliegen hatten in den vergangenen Jahren im Bundesparlament einen schweren Stand, dies beweisen die Auswertungen. Obwohl wir eine Biodiversitäts- und Klimakrise haben mit zum Teil verheerenden Auswirkungen, berührte dieses Thema viele Mitglieder des Nationalrates in der letzten Legislatur nur wenig. Im Gegenteil: Viele Parlamentarierinnen und Parlamentarier aus dem bürgerlichen Lager forcierten sogar noch den Umweltabbau und liessen sich auch von den direkten Bedrohungen hierzulande, nicht beeindrucken. Doch dem zu hohen Ressourcenverbrauch, der Naturverdrängung und dem Klimawandel müsste schon länger mit Entschlossenheit und Tatendrang entgegengewirkt werden. In der nächsten Legislatur steht für Natur und Umwelt wieder viel auf dem Spiel. Wichtige Entscheide stehen in der Klimapolitik an. Die Grüne Partei setzt sich seit mehr als dreissig Jahren auf allen Ebenen für einen konsequenten Klimaschutz, wie auch für eine nachhaltige Mobilität ein. Liebe Wählende, Sie haben die Möglichkeit im neuen Parlament für eine bessere Umweltbilanz zu sorgen. Wählen Sie das Grüne Original. Wählen Sie Kandidierende mit einer Liste von der Partei Alternative-die Grünen/CSP für mehr Klimaschutz und Nachhaltigkeit.

Hanni Schriber-Neiger, Kantonsrätin Alternative-die Grünen, Rotkreuz


Ja, es stehen wirklich viele Wahlplakate an den Strassenrändern und auch anderswo. Das gehört zu einem lebendigen Wahlkampf und gelebter Demokratie. Deshalb verstehe ich die teilweise gehässigen und despektierlichen Kommentare und Leserbriefe nicht. Etliche Kandidatinnen und Kandidaten haben sich bereits bisher nebst ihrer beruflichen Tätigkeit in ihrer Freizeit für Politik und Gesellschaft engagiert und sind bereit, noch mehr zu tun. Das ist nicht selbstverständlich. Dieses Engagement verdient nicht Häme und Verachtung – sondern Anerkennung. Diese (zukünftigen) Politiker stellen nicht nur Plakate auf, sie absolvieren einen wahren Veranstaltungsmarathon, opfern ihre freien Abende und verteilen am frühen Morgen Gipfeli und anderes, um mit den Menschen in Kontakt zu kommen. Wer sich davon belästigt fühlt, für den gibt es durchaus Alternativen, in Ländern, wo keine Plakate stehen, niemand um die Wählergunst wirbt, keine Wahlen stattfinden, oder zumindest das Ergebnis bereits vor der Wahl klar ist. Dort werden statt Gipfeli Gewehrkugeln und Tränengas verteilt. Mir persönlich ist das schweizerische System wesentlich sympathischer, und ich danke an dieser Stelle ausdrücklich allen Kandidatinnen und Kandidaten herzlich für dieses nicht selbstverständliche Engagement.

Thomas Lötscher, Neuheim


Wahlabstinenzler, machen zirka die Hälfte aller Stimmbürger aus. Euch gehört die Macht! Nutzt sie. Die Welt driftet auf einen ökologischen Kollaps zu, aber statt das Ruder massiv herumzureissen, wird der mehrheitsbildende Bürgerblock von SVP, FDP und CVP wie gehabt, weiterhin möglichst alles beim Alten belassen. Und wundert sich dann zu spät über zunehmende Unwetter, ungeniessbares Trinkwasser, vergiftete Böden, Artensterben, und so weiter. Wollt ihr dem durch Nicht-Wählen zusehen? Wieso nicht lieber diese bestehende Regierung, die bislang konsequent nur das Wirtschaftswachstum auf Kosten der Nachhaltigkeit förderte, endlich durch eine links-grüne ersetzen? Links-grün, weil im grossen Ganzen nämlich nur SP und Grüne in der letzten Legislaturperiode bei allen umweltrelevanten Themen für den Planeten Erde gestimmt haben (nachzulesen bei umweltrating.ch oder in der aktuellen Ausgabe von pro Natura). Also: Wählt, und zwar grün. Dann blicken wir vielleicht einer besseren Zukunft entgegen.

Daniel Knonauer, Steinhausen


Viele wichtige Fragen fehlen im Wahlkampf. Es ist nichts daran auszusetzen, den Klimaschutz zu verbessern, aber wir brauchen darüber hinaus vor allem Gesundheit, Arbeit und eine funktionierende Altersvorsorge. Wie bewahren wir unsere Arbeitsplätze, wie bringen wir die Sozialwerke und das Gesundheitswesen auf die Beine, wie bleiben wir Weltmeister bei Forschung und Entwicklung? Bei Zukunftsfragen stehen für uns liberale Bildung und technologischer Fortschritt im Zentrum, für die linken Parteien liegt die Lösung in einer Flut von Verboten. Von einer Wandelwahl ist die Rede und wenn man analysiert, worum es den Linken dabei geht, dann kann ich nur sagen: Nein danke, in den Sozialismus will ich nicht.

Sämtliche Grünen Nationalrätinnen und Nationalräte, so hat es der Politologe Michael Hermann berechnet, stehen gleichauf mit linken Sozialdemokraten und dem letzten Kommunisten im Parlament, der ebenfalls Mitglied der Grünen-Fraktion ist. Das sollte zu denken geben.

Es gibt jedoch einen Wandel, den ich mir gut vorstellen kann, und zwar, dass erstmals eine Frau den Kanton Zug in Bern vertreten darf, notabene eine von fünf Vertretern des Kantons. Aber mit den richtigen Rezepten muss die künftige Nationalrätin ausgestattet sein, liberal und fortschrittlich gesinnt. Sie kann man wählen, noch bis 20. Oktober ist Zeit dafür. Eine grüne Nationalrätin muss es wirklich nicht sein, aber umso mehr eine liberale Nationalrätin. Für Fortschritt und den Erhalt unserer Freiheit in angenehmem Klima.

Birgitt Siegrist, Präsidentin FDP Frauen Zug, Zug


Wenn wir «Freiheit und Sicherheit» wollen, dann bleibt nach meiner Meinung nur die Wahl der Mitte-Parteien. Sie sind es, die für den Zusammenhalt der Schweiz sorgen, die politische Lösungen quer durch die Parteienlandschaft vermitteln. Nur durch die Stärkung der Mitte können wir wieder zu einer Politik finden, die, mit Respekt und Achtung auch vor dem Andersdenkenden, das Wohl der Schweiz im Auge hat.

Peter Henseler, Cham

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