Leserbrief
Dividenden geraten in Verruf

«Versicherer sollen Dividenden streichen», Ausgabe vom 4. April

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Der Direktor der Finma, Mark Branson, fordert die Börsenkotierten Unternehmen auf, die Dividenden zu streichen oder zumindest zu minimieren. Von teilweise überrissenen Boni habe ich noch nicht viel gelesen.

Kann ich dann das Vermögen per 31. Dezember 2019 auch auf den 1. April 2020 in der Steuererklärung übertragen? Viele haben Risikokapital den Unternehmungen zur Verfügung gestellt. Die Dividende, die jetzt ausbezahlt wird, ist vom Geschäftsjahr 2019 und hat somit mit der jetzigen Krise 2020 kein Zusammenhang. 2020 ist wieder eine andere Angelegenheit, sodass sich jeder Investor selber positionieren kann. Soll man denn als Gläubiger noch seinen diversen Zahlungen Rechnung tragen, wenn anderseits das Risikokapital zum Nulltarif entgegengenommen wird? Ich höre jetzt schon das Stöhnen der Pensionskassen, der AHV und dergleichen, wenn die Zahlungen ausfallen. Was ist mit der Nationalbank, die im grossen Stil zirka 7 bis 900 Milliarden Wertpapiere besitzt und die Dividenden ausbleiben. Bis jetzt war dies auch eine gute Milchkuh für alle Steuerzahler und Bedürftige. Wie war denn dies, als Investoren mit Kapitalerhöhungen (Finanzkrise 2008) auch das eigene beigetragen haben? Alles schon wieder vergessen? Warum hatte man einen sogenannten Stresstest für alle Finanzinstitute durchgeführt mit Erklärung, dass alles zum Besten sei, sollte wieder ein solcher Fall eintreffen. Obwohl diese Krise nicht aber auch gar nichts mit einer Finanzkrise zu tun hat, hoffe ich, die Anregungen können die Verantwortlichen zum Denken bewegen.

Joe Ulrich, Hünenberg