Doppelmörder steht vor Zuger Strafgericht

Der 46-jährige Mann, der Anfang 2009 in Zug zwei Frauen getötet haben soll, hat sich am Donnerstag vor dem Zuger Strafgericht zu verantworten. Die Anklage fordert eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und lebenslängliche Verwahrung.

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In diesem Haus wurden zwei Leichen gefunden. (Bild: Archiv Neue ZZ)

In diesem Haus wurden zwei Leichen gefunden. (Bild: Archiv Neue ZZ)

Der Fall hatte im Februar 2009 für Aufsehen weit über die Zuger Kantonsgrenzen gesorgt: In einer Attikawohnung am Zuger Eschenring waren die Leichen von zwei Frauen gefunden worden. Sie waren offensichtlich einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen, und zwar schon einige Zeit zuvor. Starke Russschäden an der Wohnung wiesen zudem auf einen Brand hin.

Bei den beiden Getöteten handelte es sich um die 54-jährige Wohnungsinhaberin und eine 36-jährige Bekannte aus dem Ausland, die zufällig zu Besuch war. Im April 2009 wurde der mutmassliche Täter verhaftet. Der heute 46-jährige Schweizer sitzt seither in Haft. Nach Ablauf der Untersuchungshaft wurde er umgehend in den vorzeitigen Strafvollzug versetzt.

Der Beschuldigte ist des mehrfachen Mordes, des Raubes, der Brandstiftung und weiterer Delikte angeklagt. Er ist teilweise geständig. Die Staatsanwaltschaft fordert eine lebenslängliche Freiheitsstrafe und will den Mann zudem lebenslänglich verwahrt sehen. Der Verteidiger wollte auf Anfrage keinerlei Auskunft geben. Ob am Donnerstag bereits ein Urteil eröffnet wird, ist unklar.

Als Handwerker bekannt

Wie der Sprecher der Strafverfolgungsbehörden, Marcel Schlatter, auf Anfrage sagte, hat gemäss Anklage der Beschuldigte am Vormittag des 17. Februar 2009 an der Wohnung am Eschenring geklingelt. Der Mieterin war er bereits als Handwerker bekannt. Sie liess ihn ein. Der Mann habe die beiden Frauen überwältigt, sie an Händen und Füssen gefesselt und ihnen den Mund zugeklebt. Mit einem Kleidungsstück erdrosselte er sie dann, so die Anklage.

Anschliessend suchte der Beschuldigte Schmuck, Uhren und Bargeld im Gesamtwert von mehreren zehntausend Franken zusammen. Er steckte zudem mehrere Kreditkarten ein, die er an den folgenden Tagen immer wieder benutzte. Um seine Spuren zu verwischen, legte er Feuer und ging. Der Brand ging zwar von selber aus. Es entstand aber Sachschaden von rund einer halben Million Franken.

Zehn Tage nach der Tat rief eine beunruhigte Nachbarin die Polizei, welche dann die beiden Leichen entdeckte. Zwei Monate später wurde der mutmassliche Täter verhaftet.

sda