Doppelmörder von Zug droht die Verwahrung

Noch steht der Luzerner, der im Februar 2009 zwei Frauen in Zug getötet hat, nicht vor Gericht. Doch schon im Vorfeld gibt es juristisches Geplänkel.

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Vor gut zwei Jahren, im Februar 2009, entdeckte die Polizei in einer Attikawohnung am Eschenring in Zug zwei weibliche Leichen, die stark verkohlt waren. Sie waren rund zehn Tage zuvor erdrosselt worden. Der Täter, ein damals 43-jähriger Handwerker aus dem Kanton Luzern, stahl Bargeld, Schmuck und zwei Kreditkarten der 54-jährigen Wohnungsinhaberin. Beim zweiten Opfer handelte es sich um eine 36-jährige Philippinin, die in Griechenland lebte und in Zug auf Besuch war. Knapp zwei Monate später konnte der Tatverdächtige, ein gebürtiger Deutscher, durch die Kantonspolizei Luzern verhaftet werden.

Anklage zurückgewiesen

Das Zuger Strafgericht wies nun Ende Januar die von der Staatsanwaltschaft eingereichte Anklage gegen den Luzerner wegen Unvollständigkeit zurück. Dies auch darum, weil eine Verwahrung beantragt wurde, obwohl nur ein Sachverständigengutachten vorlag. Verwahrung droht allgemein wegen einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit eines Rückfalles oder der Einstufung des Täters als dauerhaft nicht therapierbar, was zwei Gutachten bestätigen müssen. Zwei Tage später wurde darum von der Staatsanwaltschaft ein zweiter Facharzt beauftragt.

Gegen diesen Arzt wehrte sich darauf aber der inhaftierte Luzerner – zuerst vergeblich beim Zuger Obergericht und dann beim Bundesgericht. Er beantragte, der Gutachter sei als «absoluter Hardliner» vom Auftrag zu entbinden und ein anderer Fachmann mit der Erstellung zu beauftragen.

Vor Bundesgericht abgeblitzt

Das Bundesgericht lässt diese Einwände nicht gelten, wie aus dem jetzt veröffentlichten Urteil hervorgeht. Sobald das zweite Gutachten vorliegt, dürfte der Fall vom Zuger Strafgericht beurteilt werden. Wann dies so weit sein wird, ist noch offen.

Jürg J. Aregger

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