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Dorfzentren sollen vernetzt werden

Externe Experten nahmen eine Analyse des Dorfzentrums vor. Am Dienstagabend wurde die Bevölkerung über deren Erkenntnisse informiert und zur Mitwirkung bei der nun folgenden Entwicklung einer Nutzungsstrategie eingeladen.
Cornelia Bisch
Das Interesse an der Entwicklung ihres Dorfes ist bei den Baarern gross. (Archivbild)

Das Interesse an der Entwicklung ihres Dorfes ist bei den Baarern gross. (Archivbild)

Die Anzahl der zum Infoanlass erschienenen Baarerinnen und Baarer war zwar eher gering, das Interesse der Anwesenden an der Entwicklung ihrer Gemeinde jedoch gross. Ein drängendes Bedürfnis nach einer raschen, positiven Veränderung war spürbar, ebenso wie grosse Zweifel an deren Realisierbarkeit, vor allem hinsichtlich der starken Einschränkungen durch das zunehmende Verkehrsaufkommen. Auch Familienfreundlichkeit war ein Thema. «Es gibt nirgends einen Spielplatz, wo man auch mal einen Kaffee trinken könnte», beklagte sich eine junge Mutter.

Die teils kritischen, wohlüberlegten Fragen und Vorschläge aus den Reihen der Zuhörer waren Gemeinderat und Bauchef Paul Langenegger und den beiden Experten vom Netzwerk Altstadt Daniel Bauer und Heini Forrer zu konkret. «Es sind vorläufig nur Visionen, die wir haben», betonte Langenegger wiederholt. Gemeinsam wolle man neue Ideen entwickeln und diese nach Möglichkeit umsetzen. Auch der Bauchef machte deutlich, dass er damit keine Zeit verlieren will. «Lassen wir die Vergangenheit ruhen und schauen in die Zukunft.» Ziel sei es, im Zuge der Eröffnung der Tangente Zug/Baar im Jahr 2021, auch einige städtebauliche Massnahmen zu realisieren.

Charakterstarke Gemeinde

Die beiden Analysten stellten der Gemeinde grundsätzlich ein gutes Zeugnis aus. «Baar ist ein Dorf mit starkem Charakter, eigener Identität und landschaftlich attraktiver Umgebung», stellte Daniel Bauer fest. Es liege in einer wirtschaftlich erfolgreichen Region mit ausgezeichneter Anbindung an den Wirtschaftsraum Zürich.

«Besonders der Bahnhofplatz ist ein prosperierender Bereich mit hohem Potenzial.» Dort pulsiere das Leben mit Fussgängern, Verkehr und Detailisten in respektvoller Koexistenz. Auch anderen Zonen, der Dorfstrasse, der Marktgasse und dem Oberdorf, misst Bauer viel Entwicklungspotenzial bei. «Dies funktioniert aber nur, wenn die Bereiche auch gut vernetzt werden», betonte er mehrmals.

Aus Sicht der Fachleute sollte sich die Gemeinde vor allem auf die Vernetzung der Zonen Bahnhof-Fellmannpark sowie Bahnhof-Dorfstrasse mit den Plätzen vor der Kirche und dem Rathaus konzentrieren. «Besonders wichtig dabei ist, dass alle Beteiligten, die Detailisten, die Hauseigentümer und die Dorfbevölkerung, eine gemeinsame Strategie entwickeln und in die gleiche Richtung ziehen», sagte Bauer.

Vielerorts gibt es ähnliche Schwierigkeiten

«Mit dem Problem des Strukturwandels steht die Gemeinde Baar nicht allein da», fuhr er fort. «Es ist eine Erscheinung unserer Zeit, mit der viele Orte zu kämpfen haben.» Damit gemeint ist die schwindende Bedeutung des lokalen Detailhandels, ebenso wie die sich verändernde Mobilität. «Durch die Konkurrenz des Onlinehandels und dezentral gelegener Einkaufszentren stehen Detailisten zunehmend unter Druck. Das ist auch hier spürbar», so Bauer. Deshalb werde hochwertiges Wohnen als Wertschöpfungspotenzial wieder wichtiger, genauso wie Freizeit- und Gastronomieangebote sowie die Gestaltung von attraktiven Begegnungsräumen und Grünzonen im Zentrum.

Einer solchen Entwicklung hinke die lokale Bauordnung hinterher, wandte ein Zuhörer ein. Bauchef Paul Langenegger gab ihm Recht und entgegnete: «Dann werden wir entsprechende Änderungen diskutieren.»

Auch der starke Verkehr sei in der heutigen Situation prägend für die Ortschaft Baar, so Bauer. «Hier braucht es Mut für neue Ideen.» Wie er denn aus einer Strassenkreuzung einen Dorfplatz machen wolle, fragte ein Bürger kritisch. Um solche und andere Massnahmen zu diskutieren, wolle man nun gemeinsam eine Nutzungsstrategie erarbeiten unter Mitwirkung der Bevölkerung, der Gemeinde und Fachleute, erklärte Bauer. Paul Langenegger gab sogar den Zeitplan bekannt: «Nach den Sommerferien beginnen wir mit der Befragung der Bevölkerung. Dann folgen erste Workshops.»

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