Dramatisch inszenierte Tanzshow im Theater Casino Zug

Die TDC Dance Company & School aus Baar präsentierte am Wochenende im Theater Casino «Ayka und die Schattenfrauen der gestohlenen Zeit». Schaffen es Ayka und ihre Freundinnen, der Zeit mehr Leben einzuhauchen?

Nadine Wyss
Drucken
Teilen
Ballett oder Hip-Hop: Die Tanzschule überzeugte in allen Stilrichtungen.

Ballett oder Hip-Hop: Die Tanzschule überzeugte in allen Stilrichtungen.

Bild: Roger Zbinden (Zug, 29. August)

«Braucht es Covid-19, um endlich die Zeit zum Innehalten, Nachdenken und Zuhören zu finden?» Dies der provokative Schlusssatz nach einer knapp zweistündigen Tanzshow, die modern und futuristisch inszeniert war. Das Mädchen Ayka, die Hauptfigur der Geschichte, stammt aus einer fernen Zeit. Sie nahm die Zuschauer mit auf eine Reise zum Thema Zeit und in die Welt der Schattenfrauen.

Die Tanzaufführung mit schlichtem Bühnenbild, tollen Kostümen und einer effektvollen Lichtshow liess keine Langeweile aufkommen. Die rund 90 Mitwirkenden beeindruckten mit anspruchsvollen Tanzeinlagen sowie gut einstudierten Choreografien.

Den Produzenten ist eine harmonische Darbietung gelungen, obwohl es sich um eine abgespeckte Variante handelte. «Wir konnten nicht alles so umsetzen, wie geplant, aber wir haben das Beste daraus gemacht», erzählt Sandra Gautschi der TDC Dance Company vor der Hauptprobe.

Während des Lockdowns war kein Training möglich, die anschliessenden Sommerferien liessen auch keinen regelmässigen Tanzunterricht zu. Trotzdem hielt das Team an der Aufführung fest, verlegte die Show aber in den August. «Für die Schüler ist der Auftritt im Casino immer etwas ganz Besonderes. Die Kinder und Jugendlichen gaben auf der Bühne ihr Bestes. Die Hip-Hop-Gruppe trumpfte mit komplexen Choreografien, die Balletttänzerinnen schwebten graziös und anmutig über die Bühne. Die Tanzeinlagen der verschiedenen Companyklassen waren allesamt faszinierend.

Eine Aufführung einmal anders

Während die Jüngsten zu Beginn der Aufführung noch ausgelassen und freudig tanzten, mutierten sie unter dem Regime der Schattenfrauen zu Marionetten. «Spare Zeit, mach mehr aus deinem Leben» lautete ihre Botschaft, die sie den Menschen aufzwingen wollten. Die Konsequenz war: «Keiner wollte wahrhaben, dass dabei das Leben immer eintöniger und kälter wird. Ayka kämpfte dagegen an, schaffte es, die Schattenfrauen zu besiegen und damit auch der Zeit wieder mehr Bedeutung zu schenken. «Zeit ist Leben und das Leben wohnt im Herzen.»

«Zwei Jahre dauert es von der erste Idee bis zur Aufführung», erklärte Sandra Gautschi. Sie stellt alle zwei Jahre mit ihrem Team unter der Gesamtleitung von Gio Gautsch eine solche Grossproduktion auf die Beine – von A bis Z wird alles selber konzipiert und produziert. Auch dieses Jahr wurden sie unterstützt von vielen Helfern und Sponsoren. Heuer ist jedoch einiges anders als sonst. Eine Aufführung mit Schutzkonzept, ausverkauft und trotzdem mit vielen leeren Plätzen hat es in dieser Form noch nie gegeben.

Die Begeisterung der Zuschauer bei der Freitagabendvorstellung war dennoch zu spüren, auch wenn die sonst üblichen Zurufe wegen der Maskenpflicht fehlten. Nehmen sich die Zuschauer die zeitgemässe Botschaft zu Herzen, ist jedoch mehr erreicht als je zuvor.

Mehr zum Thema