Baar: Auf dem Gebiet Unterfeld Süd sind drei Hochhäuser geplant

Nachdem der ursprüngliche Bebauungsplan vor drei Jahren knapp abgelehnt wurde, folgt nun der zweite Anlauf: Am 27. September stimmt die Baarer Bevölkerung über die Gebietsplanung Unterfeld Süd ab.

Rahel Hug
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Das Luftbild zeigt das Gebiet Unterfeld Süd.

Das Luftbild zeigt das Gebiet Unterfeld Süd.

Bild: PD/Andreas Busslinger

Die Entwicklung des Areals Unterfeld zwischen Zug und Baar beschäftigt die Politik schon eine ganze Weile. Zur Erinnerung: 2017 wurde der gemeindeübergreifende Bebauungsplan hauchdünn abgelehnt. Jetzt – nach einem Neustart und intensiver Planungsarbeit – stimmt die Bevölkerung von Baar am 27. September über eine Teilrevision des Zonenplans und der Bauordnung für das Gebiet Unterfeld Süd ab. Grundlage bildet ein Quartiergestaltungsplan, der im Januar und Februar 2019 öffentlich aufgelegen ist.

Das Gebiet, das sich bei der Stadtbahnhaltestelle Lindenpark befindet, ist heute mehrheitlich in den Reservebauzonen Wohn- und Arbeitszone WA5 und Arbeitszone AD. Es soll nun in eine Bauzone mit speziellen Vorschriften umgezont werden. Die neuen Bestimmungen definieren Freiräume, Baufelder sowie zulässige Gebäudehöhen und regeln die Standorte für mögliche Hochhäuser, die Erschliessung, die Parkierung sowie die Nutzung. Zudem wird die Erstellung von mindestens 10000 Quadratmetern preisgünstigem Wohnraum gesichert. Das ist mehr als im abgelehnten Projekt vorgesehen war: Damals wurden auf Baarer Gebiet ein minimaler Anteil von 6000 Quadratmetern festgelegt.

60, 50 und 40 Meter hohe Gebäude

Das städtebauliche Konzept sieht drei Hochhäuser vor, deren Höhen von der Haltestelle Lindenpark in Richtung Norden abnehmen (60, 50 und 40 Meter). «Die Hochhäuser schaffen einen räumlichen Bezug zur Nord-Süd-Verbindung und zur Stadtbahnhaltestelle und stehen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander», heisst es in der Abstimmungsvorlage. Die übrige Gebäudehöhe richtet sich nach dem nördlich gelegenen Gewerbegebiet (Unterfeld Nord), es sei eine Höhe von rund 23,5 Metern anzustreben. In den Gebäuden entlang der SBB-­Gleise ist eine Arbeitsnutzung vorgesehen, in Richtung Nordstrasse ist eine Hofform mit Wohnnutzung geplant. Es wird mit einem Nutzungsmass von rund 77000 Quadratmetern gerechnet, davon maximal 45000 für eine Wohnnutzung. Es dürfen maximal 565 Parkplätze erstellt werden. Diese Anzahl wurde in einem Verkehrsgutachten ermittelt.

Auf der Visualisierung sind die Gebäudekörper und Nutzungen zu sehen.

Auf der Visualisierung sind die Gebäudekörper und Nutzungen zu sehen.

Bild: PD/Creafactory AG

Parallel zur Nordstrasse und den SBB-Gleisen ist eine neue Strasse geplant, eine Art Boulevard. Sie wird für den motorisierten Verkehr gesperrt sein. Die Erschliessung der Gebiete Unterfeld Nord und Süd erfolgt über die bereits geplante neue Strasse ab dem Kreisel an der Nordstrasse. Zum Projekt gehört auch ein grosser öffentlich zugänglicher Quartierfreiraum in der Mitte des Gebietes.

Die Verkehrs- und Tiefbaukommission sowie die Planungskommission unterstützen die Vorlage. Genauso wie die Rechnungs- und Geschäftsprüfungskommission (RGPK). Die RGPK legt besonderen Wert darauf, dass die Aufnahme von Schulkindern aus dem Unterfeld Süd in den Schulkreis Zug geregelt ist. Als Zwischenlösung bis 2028 wurde dies mit der Stadt Zug für bis maximal 20 Schülerinnen und Schüler bereits vertraglich geregelt. «Die RGPK fordert, dass die Entwicklungen im Unterfeld Süd laufend in die Schulraumplanung einfliessen und dass die Arbeitsgruppe beider Gemeinden ihre Arbeit zur langfristigen Gewährleistung des Schulraums unverzüglich aufnimmt», heisst es in der Vorlage zur Abstimmung.

Wird die Teilrevision vom Souverän angenommen, kann die Detailplanung starten. Bis Ende 2020 braucht es eine Nachfolgeregelung für den vor drei Jahren abgelehnten Bebauungsplan. Sagt die Stimmbevölkerung erneut nein, könnte das Gebiet in der Regelbauweise bebaut werden, wie die Nachfrage beim Baarer Bauchef Jost Arnold zeigt. Er hat jedoch ein gutes Gefühl, was den Ausgang der Abstimmung angeht: «Wir haben alle Interessenvertreter mit einbezogen und alle Meinungen abgeholt. Es handelt sich um ein sauber aufgegleistes Projekt, das breit abgestützt ist.»

Gemeinde organisiert eine Ausstellung

Üblicherweise organisiert die Gemeinde Baar vor Urnenabstimmungen einen Informationsanlass. Wegen der Coronapandemie hat sich die zuständige Abteilung nun für ein anderes Vorgehen entschieden. Vom 7. bis zum 11. September wird im Parterre des Gemeindehauses an der Rathausstrasse 6 eine Ausstellung durchgeführt. Diese kann während der Öffnungszeiten der Verwaltung besichtigt werden. Gezeigt werden der Quartiergestaltungsplan sowie die Teilrevision des Zonenplans und der Bauordnung. Zudem wird das Baarer Stadtmodell aufgestellt, damit die geplante Überbauung im räumlichen Kontext begutachtet werden kann.

Jeweils am Nachmittag stehen Fachleute zur Verfügung, um offene Fragen zu beant­worten. Zusätzlich werden Gemeindepräsident Walter Lipp und Bauchef Jost Arnold an zwei Terminen Red und Antwort stehen, und es werden Vertreter der Grundeigentümer vor Ort sein. Die Sprechstunden finden am Donnerstag, 10. September, von 17.30 bis 19 Uhr, sowie am Samstag, 12. September, von 9 bis 11 Uhr, statt.

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Rahel Hug