DROGENKONSUM: «Kokain ist in Zug einfach erhältlich»

Schnupfen bis zum Infarkt: Immer mehr Zuger sind bereit, für den Erfolg ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen.

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Kokain wird immer mehr konsumiert (gestellte Szene). (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

Kokain wird immer mehr konsumiert (gestellte Szene). (Bild Adrian Baer/Neue LZ)

«Monatlich haben wir mindestens zwei Notfälle wegen Kokainkonsums», sagt David Ramsay, Leitender Arzt der medizinischen Klinik des Zuger Kantonsspitals. «Die Symptome reichen von Brustschmerzen ohne weitere Komplikationen bis hin zum Herzinfarkt, bei dem das Einsetzen eines Katheters nötig wird.» Die Patienten: männlich, 20 bis 30 Jahre alt, erfolgreich im Beruf.

Bereits 14-Jährige hatten schon Kontakt mit Kokain
«Der Kokainkonsum breitet sich in wohlhabenden Gesellschaften rasend schnell aus», bestätigt auch Christoph Haas, Geschäftsführer der Sennhütte, der Zuger Fachinstitution für Suchttherapie. «Vor zehn Jahren hatten wir mehrheitlich Klienten, die Heroin konsumierten.» Heute seien es fast ausschliesslich Kokainkonsumenten. Und: Die Konsumenten kommen aus allen sozialen Schichten. «Ich merke aber, dass auch immer mehr Lehrlinge und Schüler Kokain konsumieren.»

«Tatsächlich ist es so, dass der Konsum von Kokain unter den Jugendlichen zugenommen hat», sagt Judith Halter, Leiterin der Suchtberatung des Kantons Zug. Unter den Zuger Konsumenten befinden sich auch bereits 14-Jährige, wie eine Befragung im Kanton Zug vor zwei Jahren zeigte. Zwei Prozent der 15-jährigen Knaben haben bereits Erfahrungen mit der Droge. Das habe sicherlich mit der grösseren Verfügbarkeit und mit dem gesunkenen Preis zu tun. «Kokain ist in Zug relativ einfach erhältlich», so Halter.

Entschleunigtes Leben als Therapie
Auch die Zuger Polizei macht immer wieder Erfahrungen mit Kokainkonsumenten. «2007 stellten wir bei 16 Personen eine Fahrunfähigkeit durch Kokain alleine oder in Verbindung mit anderen Drogen fest», sagt Marcel Schlatter, Kommunikationsbeauftragter der Strafverfolgungsbehörden. Im letzten Jahr habe man zudem 359 Gramm Kokain beschlagnahmt eine kleine Menge im Vergleich zu den 404 Kilogramm schweizweit.

Die Sennhütte bietet mittlerweile ein spezielles Programm für Kokainabhängige an. Haas: «Der Hauptaspekt dieser Therapie ist die Entschleunigung der Lebensweise.»

Andreas Oppliger

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Mittwoch in der Neuen Zuger Zeitung.