Workshop zu Wikipedia in Zug: «Du kannst mit deinem Wissen beitragen»

In Zusammenarbeit mit Wikimedia CH brachte Doku-Zug den «Edit-a-thon» nach Zug. Die Teilnehmer recherchierten im Fundus des Dokus und bearbeiteten Einträge.

Sabina Bügler
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Maria Bettina Cogliatti, Ursula Kreienbuehl, Moussa Issaka Adam besprechen ihre Arbeit mit Paul Sutermeister von Wikipedia. (Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 17. November 2018))

Maria Bettina Cogliatti, Ursula Kreienbuehl, Moussa Issaka Adam besprechen ihre Arbeit mit Paul Sutermeister von Wikipedia. (Bild: Christian H. Hildebrand (Zug, 17. November 2018))

Inzwischen ist es schon fast eine Art «digitale Bibliothek von Alexandria»: Das Internetportal Wikipedia ermöglicht freien Zugang zu Informationen in allen Wissensgebieten, dabei wird die Enzyklopädie von den Nutzern gleich selbst laufend erweitert und verändert. Dass dieses Teilen von Informationen auch gegenseitigen Nutzen bringen kann, registrierte Sara Marty, die in Zürich wohnhafte Geschäftsführerin von Doku-Zug, schnell: «Wir haben einen reichen Fundus an Informationsquellen hier im Dokumentationszentrum Zug, damit kann man hochwertige, neue Wikipedia-Beiträge kreieren, oder bestehende Einträge zur Stadt Zug verbessern».

Bei jeder Textanpassung muss eine glaubwürdige Quelle der Information angegeben werden, sonst wird sie innert wenigen Minuten gelöscht oder berichtigt.

Voraussetzungen: Zeit und Geduld

Vergangenen Samstag ruhten die konzentrierten Blicke von gut einem Dutzend Noviz-Wikipedianern auf der Projektionsfläche im Untergeschoss des Doku-Zugs. Ausgerüstet mit ihren eigenen Notebooks und Tablets wurden sie hier von den erfahrenen Wikipedianern Patrick Kenel und Paul Sutermeister ins «Know-how» der Wikipedia-Revision eingeführt. «Auch du kannst mit deinem Wissen beitragen», lautete das Tages-Credo. Erforderlich dafür ist die Erstellung eines Nutzerprofils. Vorgaben und Richtlinien sind einzuhalten, die akkurate Formatierung zu befolgen, ansonsten braucht es vor allem eines: Zeit und Geduld. Kästchen um Kästchen, Schritt für Schritt, so wird auf der Leinwand Geschichte geschrieben. «Wikipedia hat so etwas wie ein Game Charakter», sagt der aus Fribourg angereiste Sutermeister. Man werfe etwas in die (digitale) Runde und Leute reagieren.

«Einerseits wollen wir mit dem Wiki-Workshop erreichen, dass neue Beiträge zur Stadt Zug entstehen, oder bereits vorhandene Angaben verbessert und erweitert werden», sagt Marty. Anderseits solle den Anwesenden auf spielerische Art gezeigt werden, wie der Ablauf einer Anpassung vor sich geht. «Schliesslich hoffen wir, dass einige der Besucher nach Hause gehen und weiter machen. Wenn wir in drei Monaten feststellen, dass etwas entstanden ist, würde uns das sehr freuen.» In kleine Gruppen aufgeteilt, befassten sich die Teilnehmer einen Morgen lang mit lokalen Themen. Unter anderem wurde das Burgbach Theater recherchiert, das Casino-Gebäude und das Eidgenössische Schwingfest 2019.

An der Uni verpönt, privat eine Allzweckwaffe

Richard Meier, Dozent an der Universität Zürich, befasste sich mit dem Leben der Zuger Philanthropin Adelheid Page. Dabei liess sich der 75- jährige von den analog verfügbaren Quellen im Dokuzentrum inspirieren. «Adelheid Page hat einen viel umfangreicheren Wikipedia-Eintrag verdient, damit werde ich mich bestimmt noch länger befassen.» «Eigentlich ist ja Wikipedia an der Uni verpönt», räumt Isabelle Wegmüller, Germanistik Studentin aus Zürich, ein. Im Hintergrund seien Laien am Werk, eben weil jeder und jede redigieren dürfe. «Privat brauche ich Wikipedia trotzdem andauernd und das Bearbeiten der Einträge macht mir Spass», sagt die 29-jährige mit einem breiten Lachen. Für eine extra Portion Nachhaltigkeit ist gesorgt: «Nächstes Jahr werden wir wieder einen ‹Edit-a-thon› durchführen», verspricht Sara Marty zum Abschied.