DÜRREPERIODE: Wassermangel auf dem Dach des Kantons Zug

Im höchst gelegenen Restaurant ist Wasser derzeit rar. Auch andere Quellen liefern weniger Nass, und die Grundwasserpegel sind tief. Auf dem Wildspitz bestehen Ideen, wie man dem Problem künftig Herr werden könnte.

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10000 Liter Wasser werden in den Tank des Berggasthauses Wildspitz gepumpt. (Bild: Webcam (2. Januar 2016))

10000 Liter Wasser werden in den Tank des Berggasthauses Wildspitz gepumpt. (Bild: Webcam (2. Januar 2016))

Seit dem 19. November hat es im Kanton Zug kaum Niederschläge gegeben. Erst mit den wenigen Tropfen vom Berchtoldstag endete die lange «Dürrezeit». Allerdings fiel der Niederschlag dieser Woche – also auch der von gestern und vorgestern – als Schnee, was auf das Wasser kaum Einfluss hat. Das Berggasthaus Wildspitz leidet seit Wochen unter dem Wassermangel. Schon am 23. Dezember musste ein Lastwagen mit Wasser auf den höchsten Punkt des Kantons (1580 Meter über Meer) fahren, um dort den Tank mit 7000 Litern Trinkwasser zu ergänzen. Weitere 10000 Liter seien am 30. Dezember in den Tank gepumpt worden, erklärt «Wildspitz»-Wirt Philippe Klingler und fügt an: «Und am letzten Montag wurden noch einmal 10000 Liter Wasser in den Tank hochgepumpt.» Der «Wildspitz» dürfte das einzige Restaurant des Kantons sein, dessen Trinkwasser aus einer eigenen Quelle stammt. Und diese ist wegen ausbleibender Niederschläge praktisch versiegt. Vorletztes Jahr war die Wasserleitung von der Quelle hoch zum Gasthaus defekt. Auch damals war das Wasser rar.

Seit 2003 sei es aber das erste Mal, dass wegen fehlender Niederschläge Wasserknappheit herrsche, sagt «Wildspitz»-Stiftungsratsmitglied Albert Röthlin, der die Idee von Wirt Klingler prüfenswert findet, der Regenwasser für die Toilettenspülung sammeln möchte. «Ein nicht einfaches Unterfangen», sagt Stiftungsratsmitglied Peter Penzen­stadler, zuständig für den Bau. «Das Flachdach müsste höher gelegt werden, also eine Neigung erhalten.» Ausserdem müssten Leitungen verlegt und ein Tank versenkt werden. Einfach und günstig sei das nicht.

Rückläufige Erträge und Pegel

«Bei den Quellen stellen wir rückläufige Erträge fest, aber insgesamt nicht in einem kritischen Ausmass», sagt Robert Watts, Leiter Kommunikation bei der WWZ AG, die für die Wasserversorgung in Zug, Cham, Hünenberg und Walterswil/Sihlbrugg zuständig ist. «Bei den Grundwasserpumpwerken sind rückläufige Grundwasserpegel festzustellen, aber auch hier nicht in einem Ausmass, das spezielle Massnahmen erfordern würde. (kk)