Kommentar
E-Trottinetts in Zug - müssen wir jedem Trend folgen?

E-Scooter, wie die elektrisch betriebenen Trottinetts heissen, verschwinden nächstens aus dem Kanton Zug. Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung» wird diesen Trend zur Fortbewegung nicht vermissen.

Harry Ziegler
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Harry Ziegler

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Bild: Stefan Kaiser

Aus dem Kanton Zug verschwinden in den nächsten zwei Wochen die E-Trottinetts, wie unsere Zeitung am Freitag, 6. März, meldete. Offenbar ist der Kanton Zug nicht rentabel genug für diesen Anbieter. Ernüchterung macht sich breit.

Es buhlen bereits andere Anbieter um die Gunst der Gemeinden als Standorte der sogenannten E-Scooter. Offenbar muss also doch etwas dran sein an diesem Fortbewegungsmittel. Und so wenig wurde gar nicht mit diesen Trottis herumgefahren, wie der Zuger Stadtrat Urs Raschle sagt. Alleine im August 2019 wurden 110'000 Fahrten mit 50 E-Trottinetts verzeichnet. «Das Angebot schlug ein wie eine Bombe», lässt sich Raschle zitieren.

Nur, was den einen freut, ärgert den anderen. Die Trottinetts wurden nach Gebrauch in den Gemeinden und der Stadt überall abgestellt. Nur dort, wo sie hingehört hätten, nicht. Was für verständlichen Ärger sorgt, wenn ein solches Gerät nach durchzechter Samstagnacht am Sonntag in einem fremden Garten liegt oder ein Trottoir blockiert.

Ich bin absolut kein Gegner jedwelcher Mobilität, sei sie verbrennungsmotorgetrieben oder elektrisch. Braucht eine Stadt wie beispielsweise Zug, die doch recht kleinräumig ist, ein solches Angebot wirklich? Im Falle der E-Trottis und den sich durch den Einsatz dieser Geräte ergebenden Probleme, stellt sich schon die Frage, ob man wirklich jeden Trend mitmachen muss.