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«Weisch no?» – Erstes Treffen der ehemaligen Elektromechaniker- und Automatiker-Lehrlinge

Die Ehemaligen sind in der Papierfabrik Cham zusammengekommen.

Für das Treffen der ehemaligen Papierfabrik-Lehrlinge: Thomas Fähndrich
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90 ehemalige Lehrlinge waren mit dabei.

90 ehemalige Lehrlinge waren mit dabei.

Bild: PD

Mittwoch, 20. Oktober 2021, gegen 9 Uhr vormittags. Gut 30 Männer versammeln sich in der Nähe des Portierhauses der Papierfabrik Cham. Auf der Grossbaustelle ist es laut und hektisch. Die Ältesten der Gruppe sind um die 80, die Jüngsten Mitte bis Ende 20. Einige haben sich zuvor noch nie gesehen, andere schon Jahrzehnte nicht mehr. Eines verbindet sie, alle haben sich in der Papierfabrik Cham zum Elektromechaniker oder Automatiker ausbilden lassen. Die ältesten in den 1950er-Jahren, der jüngste hat seine Lehre vor sechs Jahren abgeschlossen.

Walter Bucher, in einem blauen «Übergwändli» wie vor 60 Jahren, begrüsste die Gruppe. Ausschlag für dieses Treffen war ein Zufall. Ein Alfred Heer hatte einen Anruf von Walter Bucher entgegengenommen. «Alfred Heer? Sind Sie...bist du vielleicht der Alfred Heer, der damals mit mir in der Papieri...?» Er war es!

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Insgesamt 98 Anschriften konnten gesammelt werden

So ist die Idee entstanden. Drei Kollegen wurden ins Boot geholt, Werner Anderegg, Armando Camenzind und Gottfried Müller. In akribischer Arbeit wurden Namen und Adressen zusammengetragen, insgesamt 98, und ein Programm zusammengestellt. Wegen der Pandemie musste der Termin zweimal verschoben werden.

33 ehemalige Elektromechaniker- und Automatikerstifte und der letzte Lehrlingsbetreuer, Franz Peter, kamen zum Treffen. Mit dabei war auch ein Vertreter von Chamapedia. Im Projekt «Virtuelles Museum Papieri» sollen Menschen zu Wort kommen, die in der Fabrik ihren Beruf gelernt, gelebt und gearbeitet haben, einige während ihres ganzen Berufslebens.

Nach einem Apéro im Kalandersaal konnten die ehemaligen Lehrlinge das Bauprojekt begutachten. Stefan Frey, Leiter technisches Gebäude- und Energiemanagement der Cham-Group, führte durch die Energiezentrale, welche eine klimaneutrale Energieversorgung der künftigen Überbauung ermöglichen soll. Werner Anderegg, OK-Mitglied und Papieri-Mitarbeiter der letzten Stunde, führte durch das ehemalige Fabrikgelände, das jetzt eine riesige Baustelle ist.

Fast jede Ecke des Fabrikareals weckte Erinnerungen an einen Lehrmeister, an einen Schelmenstreich, an eine berufliche Herausforderung. Danach ging es weiter nach Neuheim, ins Zuger Depot für Technikgeschichte (ZDT). Alfred Heer stand diesem besonderen Ausstellungsort, der von fünf Zuger Institutionen getragen wird, viele Jahre als Präsident vor, heute ist er Ehrenpräsident.

Vor dem Rundgang gedachte man den verstorbenen Kameraden. Walter Bucher spielte ihnen zu Ehren auf dem Alphorn eine besinnliche Melodie. Anschliessend führten Alfred Heer und Lorenz Strickler vom ZDT durch die Trouvaillen des Depots. Die ehemaligen Lehrlinge sahen die Busse wieder, mit denen sie in den 1960er-Jahren nach Aegeri oder Menzingen gefahren sind, die Funkgeräte und Panzer, die sie aus ihrem Militärdienst kannten und vieles mehr.

Wie schon in der Papieri merkte man, dass hier technisch interessierte und kundige Leute zusammengekommen waren. Das erste Treffen soll nicht das letzte gewesen sein. In zwei Jahren wollen sich die Papieri-Stifte wieder treffen.

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