Ehemaliges Landis-und-Gyr-Areal in Zug: Ein lebendiges Stadtquartier soll entstehen

Das Siegerkonzept für die Überbauung des ehemaligen Landis-und-Gyr-Areals setzt den Fokus auf die Entwicklung.

Cornelia Bisch
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So könnte das ehemalige Industrieareal in der Stadt Zug (im Vordergrund) dereinst aussehen.

So könnte das ehemalige Industrieareal in der Stadt Zug (im Vordergrund) dereinst aussehen.

Bild: PD

Seit vielen Jahren beschäftigt die Überbauung des ehemaligen Landis-und-Gyr-Areals in Zug Eigentümer, Stadtrat und Bevölkerung. Es ist ein Grossprojekt, das in der Region seinesgleichen sucht und zukunftsweisend gestaltet werden soll.

Im Rahmen eines Studienauftrags erstellten fünf Architektenteams städtebauliche Gesamtkonzepte. Diese können ab sofort an einer öffentlichen Ausstellung besichtigt werden. Zielvorgabe war die Gestaltung eines belebten Stadtquartiers für die gesamte Bevölkerung. «Es soll ein attraktiver Lebens-, Wohn- und Arbeitsort mit Gastronomie- und Freizeitangeboten werden», sagte Eliane Birchmeier, Vorsteherin des Baudepartements der Stadt Zug, anlässlich der Ausstellungseröffnung. Auch Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe solle es geben sowie preisgünstige Wohnungen und Gewerbefläche für kleine, kreative Startup-Unternehmen. «Die Stadt möchte ein grünes Quartier mit hoher Aufenthaltsqualität», so Birchmeier. Dazu würden auch neue Wegverbindungen gehören, darunter eine Personenunterführung im Gebiet des ehemaligen Güterbahnhofs.

Historische Gebäudeteile bleiben erhalten

Der Favorit des Beurteilungsgremiums wurde von Projektleiter Robert Salkeld der EBP Schweiz AG präsentiert. Es handelt sich dabei um das Konzept eines Architektenteams aus Zürich, vertreten durch den Architekten Christian Salewski. Robert Salkeld erläuterte die Gründe für den einstimmigen Gremiumsentscheid. «Das Konzept setzt den Fokus auf die Entwicklung des Areals.» Grün- und Freiräume würden in den Dialog mit den Nutzern treten. «Zudem werden historische Gebäudeteile erhalten, selbst wenn sie nicht denkmalgeschützt sind.» Die Grundidee einer Ringverbindung zwischen den einzelnen Plätzen habe das Gremium vollends überzeugt.

«Das zu bebauende Gebiet besteht aus einem Ring von Parzellen, die sich um bestehende Gebäude herum gruppieren», führte Architekt Christian Salewski aus. Dieser Ring verbinde den Auftaktort, quasi das Foyer des Areals, mit dem Teilerplatz, auf dem viel Freiraum vorgesehen sei, und führe weiter zur Zählerstadt mit Klang- und Lichtkunstelementen im Freien. «Die Anker bilden historische Gebäude.» Das Konzept sehe Bauten vor, die gestaffelt und versetzt zueinander angeordnet sowie unterschiedlich hoch seien.

Konzept des lokalen Architekturbüros wird verworfen

Das einzige an der Studie beteiligte Unternehmen der Region ist die Röösli Architekten AG aus Zug. Ihr Konzept beinhaltet eine Gebäudeverdichtung im Zentrum, eingefasst von einem grosszügigen Hain aus Bäumen und Grünflächen. Obwohl es das lokale Problem der Wohnungsnot wohl am besten aufnimmt, wurde das Konzept wegen seines «Burgcharakters», wie Robert Salked es ausdrückte, vom Gremium abgelehnt.

Im Anschluss an die Vernissage fand ein Auftaktforum mit 65 Teilnehmern aus Vereinen, Verbänden und Parteien statt, welche die Nutzung des Areals diskutierten. Die wichtigsten Anliegen waren eine ganzjährige Nutzung der Aussenräume, die flexible Gestaltung der Gebäude, zahlbarer Raum für Kultur und Vereine sowie eine strategisch geschickte Platzierung von Publikumsmagneten. Die Bevölkerung ist nun eingeladen, an einer öffentlichen Umfrage teilzunehmen und ihre Nutzungswünsche über www.lg-zug.ch/mitreden den Entscheidungsträgern mitzuteilen.

Die öffentliche Ausstellung der fünf städtebaulichen Gesamtkonzepte dauert noch bis zum 9. Oktober, Gartenstadt 2a, 5. Stock. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 16 bis 20 Uhr.