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Eigener Solarstrom fürs Rischer Altersheim

Die Rischer Energiegenossenschaft und die Gemeinde gehen neue Wege: Sie haben die Grundlage geschaffen, um den Solarstrom von vier Anlagen auf dem Waldegg-Areal ganzjährig selber zu verbrauchen.
Rahel Hug
Im Rahmen der Schulraumerweiterung werden zusätzlich zu den zwei bestehenden Photovoltaik-Anlagen auf dem Waldegg-Areal in Rotkreuz zwei weitere erstellt.Bild: Maria Schmid (Rotkreuz, 16. September 2019)

Im Rahmen der Schulraumerweiterung werden zusätzlich zu den zwei bestehenden Photovoltaik-Anlagen auf dem Waldegg-Areal in Rotkreuz zwei weitere erstellt.Bild: Maria Schmid (Rotkreuz, 16. September 2019)

In der Ferienzeit herrscht auf den Pausenplätzen und in den Räumlichkeiten auf dem Schulhausareal Waldegg in Rotkreuz gähnende Leere. Kein Schulbetrieb bedeutet auch, dass die Schule in diesen Wochen als Stromabnehmer wegfällt: Der Strom der beiden Fotovoltaikanlagen (FV) auf den Dächern des Schulhauses Waldegg sowie des Rektorats und Kindergartens wird anderswo verwendet. Dieser «Überschuss» an eigenem Strom wird bald nur wenige Meter entfernt in Energie umgewandelt werden. Und zwar im Alterszentrum Dreilinden, das direkt an die Schulanlagen angrenzt.

Möglich macht dies ein sogenannter ZEV (Zusammenschluss für den Eigenverbrauch), den die Rischer Energiegenossenschaft REG (Solarstromproduzentin), das Alterszentrum (konstanter Stromkonsument) und die Gemeinde Risch (ziemlich stark schwankender Stromkonsument) gemeinsam eingehen.

Vertrag vor den Sommerferien genehmigt

Die rechtliche Grundlage dafür wurde 2018 auf Bundesebene geschaffen. «Mit einem ZEV kann man den FV-Strom direkt für den eigenen Bedarf einsetzen und muss nur noch das Delta durch den Stromlieferanten abdecken», erklärt der Rischer Gemeinderat Ruedi Knüsel. «Vorher musste man den gesamten Strom an den Energielieferanten – in unserem Fall die WWZ – verkaufen und den benötigten Strom wieder zurückkaufen.» Seit der Gesetzesänderung seien viele solche ZEV gebildet worden, so Knüsel. Ein gutes Beispiel sei der ZEV auf dem Suurstoffi-Areal: «Da wird der PV-Strom über das ‹Vehikel› ZEV den Mietern verkauft.» Vor den Sommerferien wurde nun der ZEV-Vertrag für die FV-Anlagen auf dem Schulareal durch den Gemeinderat und die beiden Vertragsparteien genehmigt.

Markus Widmer von der Rischer Energie Genossenschaft kennt die Details. Die Anlage auf dem Schulhaus Waldegg habe eine Leistung von 160 Kilowatt-Peak (kWp), jene auf dem Rektorat/Kindergarten 29 kWp. Zusammen entspricht das dem Jahresverbrauch von zirka 38 Einfamilienhäusern. Im Rahmen der Schulraumerweiterung in Rotkreuz werden zwei neue Schulhäuser gebaut, auf denen die Genossenschaft je eine neue FV-Anlage erstellt. «Die REG wie auch unser Lieferant der FV-Anlagen sind in den Startlöchern. Sobald wir von der Gemeinde bauseits das OK erhalten, wird mit der Installation begonnen», erklärt Markus Widmer. Die beiden neuen Anlagen auf den Schulhäusern Ost und West werden zusammen den Jahresverbrauch von zirka 27 Einfamilienhäusern abdecken. Im Moment laufen laut Widmer die Anpassungen der Verkabelungen bei den Stromversorgungen der einzelnen Schulhäuser und des Alterszentrums. In nächster Zeit werden zudem die neuen Schaltschränke der REG installiert. «Diese sind nötig für die Stromverteilung an die Kunden», führt Widmer aus. Darin befinden sich die Stromzähler, die den Verbrauch messen. Mit einem speziellen Zähler wird zudem gemessen, wie viel Strom aus den FV-Anlagen an den Netzbetreiber geliefert wird, wenn er innerhalb des ZEV keine Verwendung findet.

Nach dem Zusammenschluss werden die Schulanlage und das Alterszentrum bezüglich Stromversorgung ein autarkes Netzwerk bilden. Die vier Anlagen speisen ihren Strom in dieses Netz ein. Insgesamt wird in diesem ZEV eine Leistung von 332 kWp zur Verfügung stehen – damit werden zirka 295000 Kilowattstunden pro Jahr produziert, was für den Bedarf von zirka 65 Einfamilienhäusern reicht. Ein ZEV in dieser Grösse und Komplexität war für alle Beteiligten Neuland, wie Markus Widmer sagt. «Zudem wurden während der Planungs- und Bauphase die Verordnungen vom Bund immer wieder angepasst.» Insgesamt seien fast wöchentlich eine bis mehrere Besprechungen nötig gewesen. «Diesen Zeitaufwand aufzubringen war für die berufstätigen Beteiligten nicht immer einfach», so Widmer.

Nachrüstung mit ZEV wird geprüft

Die REG rechnet im Alterszentrum mit einer Abdeckung zwischen 80 und 100 Prozent im Mittel – im Sommer sei die Produktion höher als im Winter, stellt Markus Widmer klar. Auf die Frage, ob die Rischer Energiegenossenschaft weitere solche ZEV plant, sagt er: «In Zukunft werden neue FV-Anlagen der REG wenn immer möglich als ZEV realisiert werden.» Aktuell prüfe man, wo bei den bestehenden FV-Anlagen allenfalls ein ZEV nachgerüstet werden könne.

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