Leserbrief
Ein «Ablöscher»

Zur Ausgabe der «Zuger Zeitung» vom 31. März

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Die Ausgabe vom Dienstag war ein Ablöscher. Auf Seite 18 ist zu lesen, dass ein Schwede importiert werden muss, weil wir schlechte Verlierer sind. Warum schaffen wir es nicht, einfach aus Freude zu spielen? Warum schämen wir uns nicht, mit diesem Blödsinn die Überfremdung zu fördern und einen Dominoeffekt auszulösen? Die Spieler benötigen viel Energie aus dem Ausland, Putzpersonal und Pflegepersonal, dafür fehlt uns nachher aber technisches Fachpersonal. Was schlechte Verlierer verursachen, sehen wir am Beispiel Hooligans.

Genauso stossend finde ich den Reisebericht von Andreas Bossard auf der gleichen Seite. Ausgerechnet Andreas Bossard, welcher für den Erhalt von alten Bauten predigt, verdreckt unsere Welt mit dem dreckigsten Verkehrsmittel und sorgt dafür, dass unsere Nachkommen dereinst Pinguine nur noch vom Hörensagen kennen. Wenn er doch so schlau wäre, und sich einfach im stillen Kämmerlein schämen und dieses Paradox nicht noch in die Welt hinaus «pralaaggen». Was bringt es, wenn ich seit 35 Jahren nie mehr am Steuer sass, mit Regenwasser spüle, Solarstrom produziere und vieles mehr, wenn er (als Urbewohner wie ich von Zug) alles gleich wieder zunichtemacht? Es ärgert mich, wenn Sozialisten über die Kapitalisten schimpfen, selbst aber so blöd sind, um Spiele zu besuchen. Ich würde nie ein Stadion betreten, so lange die Spieler mehr kassieren als das Putz- und Pflegepersonal (das wäre weniger heuchlerisch als der kürzliche Applaus schweizweit auf Kommando).

Tony Stocklin, Steinhausen