Kommentar

Ein angebrachtes Donnerwetter im Zuger Kantonsrat

Wohl noch nie hat ein Beitritt zu einem Konkordat so viele scharfe Voten im Kantonsparlament provoziert wie der (Wieder-)Beitritt zur Försterschule Maienfeld. Voten, die in ihrer Heftigkeit absolut gerechtfertigt waren, so Harry Ziegler, Chefredaktor der «Zuger Zeitung».

Harry Ziegler
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Harry Ziegler.

Harry Ziegler.

Bild: Stefan Kaiser

Worte wie «Vertuschung»oder «Charakterschwäche» zeigen, wie das Parlament reagiert, wenn eine Führungskraft – in diesem Fall die frühere Direktorin des Innern Manuela Weichelt – einen Fehler nicht eingestehen kann. Oder will. Und diesen stattdessen in einer stillen Hauruckaktion zu korrigieren versucht.

Das ist besonders gravierend, weil das Verhalten offenbart, wie abgehoben damals die Direktorin des Innern gearbeitet hat. Anders kann kaum erklärt werden, weshalb sie sich über den Willen des Kantonsparlaments hinwegsetzte und eigenmächtig Verhandlungen mit der Försterschule Maienfeld vorantrieb.

Es folgt der politischen Logik, dass die Bürgerlichen im Kantonsparlament diesen Steilpass aufnahmen und entsprechend schweres verbales Geschütz auffuhren. Dass aber auch die SP scharfe Kritik an der ehemaligen ALG-Regierungsrätin übte – das ist unüblich.

Einfach nur ratlos und peinlich berührt liess einen das Votum des ALG-Fraktionspräsidenten im Kantonsrat zurück. Immerhin anerkannte er, dass ein Fehler gemacht wurde. Aber verantwortlich dafür und für den anschliessenden untauglichen Korrekturversuch ist niemand. Schon gar nicht die Ex-Regierungsrätin, die heute im Nationalrat die Zugerinnen und Zuger vertritt.

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