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Ein Bauprojekt in Oberrüti lässt den Steuerfuss klettern

Der Gemeinderat beantragt einen Kredit von 7,65 Mio. Franken für eine Doppelturnhalle. Ein Aufwand mit Folgen: Die Gemeinde rechnet mit einem massiven Anstieg der Nettoschulden bis 2022.
Eddy Schambron

Das ist für Oberrüti kein Spaziergang: Die dringend benötigte Doppelturnhalle und der Pausenplatz kosten 7,65 Millionen Franken, im besten Fall 20 Prozent weniger, im schlechtesten 20 Prozent mehr. Das bedeutet: Die ebenfalls dringend benötigten Werkräume für die Schule werden in eine spätere, zweite Etappe verschoben, der ebenfalls seit langem gewünschte Hartplatz in die dritte. Und: Der Steuerfuss muss rauf, und zwar um fünf Prozent auf neu 114 Prozent. So wird es der Gemeinderat der Einwohnergemeindeversammlung am 16. November beantragen.

Würde man das ganze Projekt auf einmal realisieren, kämen Kosten von 10,274 Mio. Franken auf die Gemeinde zu, 1,64 Mio. Franken für das Schulgebäude mit Werkzimmern und 984 000 Franken für einen kombinierten Hartplatz mit Aussengeräteraum. «Das wäre finanziell in keiner Weise tragbar», machte Frau Gemeindeammann Fränzi Baggenstos an einer Orientierungsversammlung klar.

Sieben Millionen Franken sind eigentlich die oberste Grenze, hat man analysiert und zusammen mit der Finanzkommission ausgerechnet. Und das nur mit einer markanten Steuerfusserhöhung und den Verzicht auf grössere Investitionen sicher in den nächsten fünf Jahren. Unter diesen Umständen ist die Etappierung gegeben. Mit der Realisierung der ersten Etappe – Doppelturnhalle und Pausenplatz – sind nicht nur hohe Investitionen verbunden, sondern auch jährlich wiederkehrende Kosten von 455 000 Franken.

Massive Verschuldung

Die Auswirkungen dieses «Generationenprojekts», wie sich Baggenstos ausdrückte, auf den Gemeindehaushalt sind beträchtlich: Die Nettoschulden der Gemeinde steigen bis 2022 auf 8,19 Mio. Franken. Der Investitionsplan sieht danach nur noch bescheidene Beträge voraus: 250 000 Franken pro Jahr. So hofft der Gemeinderat, dass sich auch dank leicht steigender Steuererträge die Last langsam verkleinert. «Klar ist, dass wir diese nicht einfach an die nächste Generation weiterschieben dürfen.»

Im optimalen Fall ist die wirtschaftliche Entwicklung der Gemeinde so, dass auch die zweite und dritte Etappe früher als erhofft realisiert werden kann. «Ziel ist es letztlich, alle Bedürfnisse abdecken zu können», unterstrich Baggenstos.

Erste Aufgabe der Gemeinde sei es jedoch, die Bedürfnisse der Öffentlichkeit, hier die Schule, zu befriedigen. Lucas Casanova, Präsident der Finanzkommission, machte deutlich, dass die Berechnungen auf Annahmen beruhen. «Es ist möglich, dass die finanzielle Entwicklung der Gemeinde besser wird als angenommen. Aber auch, dass sie schlechter wird.»

Die Schule muss ebenfalls zurückstecken: Schulpflegepräsident André Widmer erklärte, dass die Doppelturnhalle für die Schule erste Priorität geniesst. Aber auch, dass es damit eigentlich noch nicht getan ist. «Die Werkräume wären ebenfalls dringend nötig, und der Kindergarten pfeift raummässig schon lange aus dem letzten Loch». Aber die Schule muss sich den finanziellen Möglichkeiten beugen. Einfach die bestehende, 50-jährige Turnhalle zu sanieren, bringt es nicht, wie Widmer ausführte. Sie ist nach den heutigen Vorgaben einfach 6 Meter zu kurz und 4 Meter zu schmal.

Die Fläche der Duschräume ist gegen die Hälfte, der Umkleideraum 8 Quadratmeter und der Geräteraum knapp 20 Quadratmeter zu klein. Die Schulpflege hofft nun, dass mit der Doppelturnhalle nicht nur die Infrastruktur für die Turnenden auf den heutigen Stand kommt, sondern auch eine gewisse Entlastung der Schulräume mit sich bringen kann, was die Stundenplanung und den Unterricht erleichtern würde. «Und der Kindergarten bekommt etwas», sagte Widmer, liess aber keine Zweifel aufkommen, dass dieses «Etwas» auf Kosten von anderen Bedürfnissen gehen wird.

«Sportliches Programm»

Jetzt wird der Gemeindeversammlung am 16. November ein Ausführungskredit von 7,65 Mio. Franken und eine Steuerfusserhöhung von bisher 109 auf 114 Prozent zur Genehmigung vorgelegt. Wird diesen Anträgen zugestimmt, soll im Oktober 2019 Baubeginn und am 1. September 2020 Einweihung der neuen Doppelturnhalle sein. «Ein sehr sportliches Programm», räumte Baggenstos ein. Mit der Steuerfusserhöhung wäre Oberrüti wieder da, wo die Gemeinde 2011 mit ebenfalls 114 Prozent war. 2013 bis 2017 lag der Steuerfuss bei 112 Prozent, für 2018 wurde er auf 109 Prozent gesenkt.

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