Ein Bekenntnis zur Nutzung der Windenergie im Kanton Zug liest sich anders

Der Kantonsrat trifft sich am kommenden Donnerstag zur ersten Sitzung im 2020.

Marco Morosoli
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Der Zuger Kantonsrat arbeitet an seiner ersten Sitzung im Jahre 2020 verschiedene Vorstösse ab (30. Januar, ab 8.30 Uhr, Regierungsgebäude). Da gleich wieder deren sechs hinzukommen, nimmt der Pendenzenberg kaum ab.

Die Regierung äussert sich unter anderem zur geplanten Busbeschaffung durch die ZVB, zum neuen Planungs- und Baugesetz, zu Autismus-Spektrum-Störungen und zur Nutzung der Windenergie. Dazu hat der GLP-Kantonsrat Daniel Stadlin (Zug) im Juni 2019 fünf Fragen gestellt.

Der Regierungsrat hat diesen Vorstoss dazu benutzt, um alles aufs Tablett zu legen, was im Kanton Zug in Sachen Windenergie bis jetzt angedacht worden ist. Er listet ebenso das Potenzial dieser Form der Energiegewinnung im Kanton auf. Eine Karte des Kantons zeigt, dass mögliche Standorte für die Energiegewinnung mittels Wind auf einer Achse zwischen Zug und Walchwil liegen könnten. Diese Feststellung sei, so schreibt der Regierungsrat, «aus planungsrechtlichen Gründen allgemein gehalten».

Das Potenzial für Windenergie ist ein erster Ansatz

Zudem handle es sich um «eine unverbindliche, stark generalisierte Darstellung der aus der Sicht des Bundes hauptsächlichen Windpotenzialgebiete». Die vom Bund ausgeschiedenen Windpotenzialgebiete innerhalb des Kantons Zug haben noch einen anderen Makel, wie der Zuger Regierungsrat feststellt: Sie befänden sich grösstenteils im Bereich von bestehenden Wohnbauten, Moorlandschaften oder Wald.

Hinzu käme, dass eine solche Windenergieanlage auch noch schwierig zu platzieren wäre. So müsse der Abstand zu Wohnbauten 300 Meter betragen. Zu prüfen wäre, so der Regierungsrat, auch noch der Schattenwurf der Rotoren.

Windenergie erhält vom Kanton keine Förderung

Im Richtplan hat die Windenergie auch ihren Niederschlag gefunden. Dabei ist festzustellen, dass der Kanton zum vornherein festhält, dass mit Subventionen für diese Art der Energiegewinnung im Kanton Zug nicht zu rechnen ist. Der Regierungsrat erwähnt dann noch, dass die Wasserwerke Zug vor rund 10 Jahren auf dem Zugerberg Windmessungen durchgeführt und auf Windkraftanlagen verzichtet hätten. «Das grösste ungenutzte Potenzial für erneuerbaren Strom liegt in der in der Fotovoltaik.» Zu den Windverhältnissen im Kanton Zug nur so viel: Der Zugersee ist bei den Seglern für seine Flauten bekannt, und das nicht erst seit gestern.