Ein besonderer Tapetenwechsel

Die zwei Werkhofmitarbeiter MiloŠ Veverka und MiloŠ Filjač aus Banská Štiavnica sind für eine Woche zu Gast in Hünenberg. Sie besichtigen verschiedene Betriebe in der Region – geniessen aber auch die Freizeit.

Rahel Hug
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Miloš Filjač (links) und Miloš Veverka (Mitte) posieren gemeinsam mit dem Hünenberger Werkmeister Florian Bruderer fürs Foto. (Bild: Christian H. Hildebrand (Hünenberg, 16. August 2018))

Miloš Filjač (links) und Miloš Veverka (Mitte) posieren gemeinsam mit dem Hünenberger Werkmeister Florian Bruderer fürs Foto. (Bild: Christian H. Hildebrand (Hünenberg, 16. August 2018))

Die Partnerstädte Hünenberg und Banská Štiavnica sind diese Woche noch ein Stückchen näher zusammengerückt. Im Rahmen eines Jobtausches sind zurzeit zwei Mitarbeiter der Technischen Dienste des slowakischen Städtchens in Hünenberg zu Gast. Es ist die «Rückrunde» eines besonderen Austauschprojektes, das bereits im vergangenen April startete: Damals verbrachten die zwei Werkdienstmitarbeiter Josef Glanzmann und Hanspeter Huber eine Woche in der knapp zehn Autostunden entfernten Stadt – und blickten dort ihren Berufskollegen über die Schultern (wir berichteten).

Für Miloš Veverka (39) und Miloš Filjač (59) ist es der erste längere Aufenthalt in der Schweiz. Veverka, der Koordinator des dortigen Abfallwesens, und sein Kollege sind am letzten Samstagabend in Hünenberg angekommen. Veverka übernachtet bei Richard Aeschlimann, dem Präsidenten des Partnerschaftsvereins in Muri, Filjač beim ehemaligen Werkhofchef Max Imholz in Hünenberg.

Besuch der Allmig, Ausflug auf die Rigi

Ortstermin am vergangenen Dienstagmorgen im Ökihof an der Zentrumstrasse. Werkmeister Florian Bruderer zeigt den Gästen aus der Slowakei seinen Arbeitsort. Die beiden schiessen fleissig Fotos, stellen Fragen, beobachten interessiert das geschäftige Treiben. Bruderer erklärt, dass die Besucher des Ökihofs für ihren Restmüll bezahlen müssen. «Das wäre bei uns unvorstellbar», entgegnet Miloš Veverka. In Banská Štiavnica müssen die Einwohner den Abfall nicht bezahlen – es wird über die Steuern abgerechnet. Auch sonst gibt es einige Unterschiede. Der Werk- und Ökihof ist in Banská Štiavnica ein eigenständiger städtischer Betrieb mit rund 60 Angestellten. Gleich nach der Ankunft ist dem ausgebildeten Baumaschineningenieur Miloš Filjač aufgefallen, wie sauber es in der Schweiz ist. «In den Flüssen und auf den öffentlichen Plätzen sieht man überhaupt keinen Abfall. Ich wünsche mir, dass wir das künftig auch bei uns schaffen.»

Auf dem Programm der beiden Besucher steht auch ein Besuch der Kompost- und Ökostromanlage Allmig in Baar sowie des Recycling Centers der Schneider Umweltservice AG in Perlen. Miloš Veverka, der in seiner Heimat Umweltwissenschaften studiert hat, erzählt: «Unterstützt durch Gelder aus der EU, wird bei uns eine neue Anlage für die Verwertung von Bioabfällen gebaut. Wir erhoffen uns von unserer Zeit in Hünenberg auch, in Sachen Technologie etwas dazuzulernen.»

Die Slowaken sollen aber auch einen Eindruck der Region bekommen und ihre Freizeit geniessen können. Der Partnerschaftsverein hat ein vielfältiges Programm zusammengestellt. Am Sonntag haben Miloš I. und Miloš II., wie sich die beiden scherzhaft nennen, gemeinsam mit Vereinsmitgliedern einen Ausflug auf die Rigi inklusive Schiffsfahrt unternommen. Die zwei sind sich einig: «Es war sehr eindrücklich.» Heute Freitag werden die beiden die Victorinox AG in Schwyz besichtigen. «Dort werden wir bestimmt tolle Souvenirs finden», sagt Filjač, Vater von zwei erwachsenen Kindern, und lacht. Veverka, der ebenfalls zwei Kinder hat, betont, wie freundlich die Leute in Hünenberg seien. «Unser Eindruck ist sehr positiv.» In einem Restaurant haben die beiden bereits eine slowakische Kellnerin getroffen, und mit Ludo Gajdoš vom Partnerschaftsverein konnten sie sich ebenfalls in ihrer Muttersprache austauschen. Doch die Kommunikation funktioniere auch auf Englisch und Deutsch sehr gut, wie beide festhalten.

Morgen Samstag werden die beiden Miloš die Rückreise antreten – mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck. Für Richard Aeschlimann ist der Austausch bereits jetzt eine gelungene Sache. «Ich bin gespannt auf die Rückmeldungen, aber ich bin sicher, dass für beide Seiten die positiven Erfahrungen in Erinnerung bleiben werden.»