Ein Bootshaus in Zug zieht um

Ein Baugesuch zeigt die Pläne der Verschiebung des Bootshauses vor der Oeschwiese Richtung Stadt Zug.

Andrea Muff
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Die Verschiebung des Bootshauses kostet laut Baugesuch 503 000 Franken.

Die Verschiebung des Bootshauses kostet laut Baugesuch 503 000 Franken.

Bild: Maria Schmid (Zug, 17. Dezember 2019)

Das schmucke Bootshaus vor der Oeschwiese soll um rund 70Meter in Richtung Stadt Zug verschoben werden. Dies geht aus einem Baugesuch hervor, das bis diese Woche öffentlich auflag. Bekanntlich soll durch die Neugestaltung der Oeschwiese der Seeuferweg bis zum Chamer Fussweg verlängert und das Strandbad erweitert werden. Nach jahrelangem Disput um die Besitzverhältnisse der Oeschwiese nahm dieser Anfang September ein gütliches Ende. Die Stadt Zug konnte das Landstück für den Preis von 4,7 Millionen Franken erwerben, ohne dass die Erbengemeinschaft enteignet werden muss. Nun steht aber das Bootshaus den Städtischen Plänen im Weg. Anstatt es abzureissen, möchte es die Erbengemeinschaft erhalten. Keine günstige Angelegenheit, denn laut Baugesuch werden die Kosten einer Verschiebung mit 503000 Franken veranschlagt. Mit 150000 Franken beteiligt sich gemäss Finanzchef André Wicki die Stadt an den Kosten.

Doch wie wird das Bootshaus um 70 Meter verschoben? Aus dem im Baugesuch beigelegten technischen Bericht der Firma Staubli, Kurath & Partner AG in Zug geht hervor, dass für den Umzug ein Pneukran eingesetzt werden kann: Es habe sich herausgestellt, dass diese Methode die «wirtschaftlichste und sinnvollste Lösung» sei. Projektverantwortlicher Eduard Schiebelbein erklärt: «Im Prinzip wird das Bootshaus von den Pfählen gelöst, mit denen es fixiert ist. Danach braucht es eine Traversenkonstruktion, sprich Stahlträger, welche unters Gebäude geschoben werden. Somit wird quasi das ganze Gebäude aufs Mal von A nach B gehoben.» Zwischendurch müsse es auch nicht wieder abgesetzt werden. «Die beiden Standorte liegen in einer optimalen Distanz auseinander», so Schiebelbein weiter. Warum das Bootshaus erhalten werden soll, darüber kann Schiebelbein nur spekulieren: «Wahrscheinlich hat es für die Besitzerfamilie einen emotionalen Wert.» Er gibt zu, dass der Auftrag eher unüblich aber aufgrund der Firmenkompetenz als erfahrenes Ingenieurbüro im konstruktiven Wasserbau gut lösbar sei. Jedoch Ferner bleibt mit dieser Methode das Bootshaus erhalten und stört die Erweiterung des Strandbades nicht – eine Win-win-Situation für beide Seiten.

Einsprachefrist wurde verlängert

Da das Bootshaus im Wasser und damit auf Kantonsgebiet steht, ist die fischereirechtliche Bewilligung Teil der öffentlichen Auflage. So darf der Umzug nicht während der Schonzeit der Hechte – also von März bis April – stattfinden. Gemäss Unterlagen dauert das Vorhaben vier bis sechs Wochen und soll voraussichtlich im Frühjahr 2020 stattfinden. Da der neue Standort des Bootshauses nicht ausgesteckt worden sei, werde die Einsprachefrist verlängert, heisst es auf Anfrage beim Städtischen Baudepartement. Im Amtsblatt wird der neue Termin publiziert. Derweil arbeitet die Stadt an der Planung der Erweiterung des Strandbades. «Derzeit werden die bisherigen Ergebnisse der vorhandenen Machbarkeitsstudien, Stadtratsbeschlüsse und weiteres konsolidiert und anschliessend der Ideenwettbewerb vorbereitet», erklärt Finanzchef André Wicki.