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Eine Hünenbergerin sammelte für den Bau eines Brunnens in Igbola

Die Hünenbergerin Alexandra Stucki (15) hat 10900 Franken für ein Hilfsprojekt in Benin gesammelt.
Rahel Hug

«Ich will etwas Sinnvolles, Soziales und Mutiges machen.» Das sagte sich Alexandra Stucki, als es um die Themenwahl für ihre Abschlussarbeit an der Sekundarschule ging. Die 15-jährige Hünenbergerin entschloss sich, Geld zu sammeln, um in einem afrikanischen Land einen Brunnen mit Trinkwasser zu bauen. Dies in Zusammenarbeit mit einer Hilfsorganisation. Ein ambitioniertes Ziel.

Heute, rund acht Monate später, steht vor der Schule im 550-Seelen-Dorf Igbola im westafrikanischen Benin ein neuer Brunnen, der die 160 Schülerinnen und Schüler mit Wasser versorgt. Zuvor musste die Schule mit 50 Liter Wasser am Tag auskommen, der nächstgelegene Fluss befindet sich sechs Kilometer vom Dorf entfernt. Für die Kosten von 10900 Franken für den Bau des Brunnens konnte Alexandra ganz allein aufkommen.

Kuchenverkauf und zwei Sponsorenläufe

Dafür organisierte sie zunächst einen Kuchenverkauf, bei dem sie von einer Freundin unterstützt wurde. «Wir malten ein Plakat mit dem Slogan ‹Wasser für alle – für einen Brunnen in Afrika› und gingen in Hünenberg und Cham von Tür zu Tür», erzählt Alexandra, die aktuell das Sport-KV absolviert. In nur drei Tagen kamen 1200 Franken zusammen: Ein grosser Motivationsschub, weiter zu sammeln. Es folgten zwei Sponsorenläufe am internationalen Tag des Wassers, am 22. März. Die Schülerin begeisterte Mitglieder ihres Leichtathletikvereins Hochwacht Zug und der Schule Hünenberg dafür, einige Runden für das Brunnenprojekt zu laufen. «Im Durchschnitt muss man in Afrika sechs Kilometer laufen, um eine Wasserquelle zu erreichen», sagt Jacqueline Stucki, Alexandras Mutter (39). «Das war der Gedanke hinter den Sponsorenläufen. Die Teilnehmer sollten ein Gefühl bekommen, wie lang so eine Strecke ist.» Stolze 5500 Franken kamen beim Vereinslauf zusammen, 1400 beim Schullauf.

Zu guter Letzt stellte Alexandra ihr Projekt an zwei Gottesdiensten in der katholischen Kirche Hünenberg vor: Die gesamte Kollekte, 1500 Franken, durfte sie für ihr Vorhaben verwenden. «Am Ende der Gottesdienste habe ich ein kleines Klavierkonzert gespielt. Beim ersten Mal war ich sehr nervös», blickt Alexandra zurück. Doch die Rückmeldungen der Bevölkerung seien durchweg positiv gewesen. «Mein ursprüngliches Ziel war es, zwischen 1500 und 5000 Franken zu sammeln. Dass die Sammlung so erfolgreich verlaufen ist, hat mich selber überrascht.»Nun, da das Geld zusammen war, galt es, eine geeignete Hilfsorganisation zu finden. Das war die grösste Herausforderung beim Projekt der Teenagerin. Ihre Mutter und sie kämpften sich durch den Dschungel von Schweizer Hilfswerken, erhielten auch einige unpersönliche, ablehnende Rückmeldungen. Schliesslich stiessen sie auf die kleine Organisation «Clean Water 4 Benin», die von einer Westschweizerin geleitet wird, die mit einem Beniner verheiratet ist. Wichtig für Familie Stucki war: Das Hilfswerk hatte bereits Erfahrung mit dem Erstellen von Brunnen.

Die Gegensätze sind extrem

Die Organisation übernahm den Bau des Brunnens, und da es sich um ein kleines Hilfswerk handelt und der Schwager der Westschweizerin das Vorhaben vor Ort selbst betreute, konnten Alexandra Stucki und ihre Mutter das Projekt genau verfolgen. Knapp 100 Meter tief musste in den Boden gebohrt werden, um ans Grundwasser zu kommen. Im Oktober wurde der Brunnen eingeweiht. Beim Fest waren Alexandra und Jacqueline Stucki selber dabei, die Schülerin hielt auf Französisch eine kleine Rede. «Ich wurde sehr herzlich empfangen, doch es war mir etwas unangenehm, so im Mittelpunkt zu stehen», erzählt sie. Auf die Frage, was sie von ihrem Besuch in Westafrika mitnehme, sagt die junge Frau: «Die Gegensätze sind extrem. In Benin haben sie sehr wenig, müssen täglich kämpfen, und sind glücklich. Wir in der Schweiz haben alles, was wir wollen, und sind trotzdem oft gestresst.» Auch für Alexandras Mutter war die Reise nach Benin und die Einweihung des Brunnens mit vielen Emotionen verbunden: «Wir haben Fussbälle und Bleistifte mitgebracht, die die Kinder dort wirklich brauchen können. Die Dankbarkeit und Herzlichkeit der Menschen war für mich das schönste Geschenk.»

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