Hünenberg: Ein Café auf Zeit

Adem Kizildag hat die Räumlichkeiten des Coiffeurs Ambiente übernommen und eröffnet eine Beiz. Diese kann aber nur so lange bleiben, bis das Haus abgerissen wird. Wann das so weit sein wird, ist unklar.

Rahel Hug
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Der 37-jährige Adem Kizildag wird das neue Café in Hünenberg betreiben. Neben ihm steht seine Frau Reyhan. (Bild: Maria Schmid (17. Oktober 2018))

Der 37-jährige Adem Kizildag wird das neue Café in Hünenberg betreiben. Neben ihm steht seine Frau Reyhan. (Bild: Maria Schmid (17. Oktober 2018))

Wo vor kurzem noch Haare geschnitten wurden, wird bald Kaffee serviert: An der Chamerstrasse 10 mitten im Hünenberger Dorfzentrum wird Adem Kizildag (37) ein Lokal eröffnen. Das Coiffeurgeschäft Ambiente hat im September seine Türen geschlossen – für den Gastronomen bot sich dadurch die Gelegenheit, die Räumlichkeiten zu mieten. «Wir möchten schon seit geraumer Zeit ein kleines Café in Hünenberg eröffnen», sagt Reyhan Kizildag (33), die Frau des künftigen Gastgebers.

Für den Umbau des Gewerberaums in ein Café haben die neuen Mieter kürzlich ein Baugesuch eingereicht. Bis am 10. Oktober ist dieses öffentlich aufgelegen. Wie Jean-Claude Wenger, Leiter Bau und Planung in Hünenberg, Auskunft gibt, sind gegen das Baugesuch keine Einsprachen eingegangen.

Die Öffnungszeiten sind noch nicht festgelegt

Damit haben die Betreiber grünes Licht für das «Café Casa», wie das Restaurant heissen wird. «Es soll ein heimeliges, schlicht eingerichtetes Café werden», erzählt Reyhan Kizildag. Sie und ihr Mann sind Hünenberger Bürger, wohnen aber in Baar. Ihr Mann habe langjährige Erfahrung in der Gastrobranche, er habe bereits Restaurants in Hagendorn, Cham und Baar sowie ein Catering geführt. Angeboten werden im «Café Casa» Sandwiches, Snacks, Süssspeisen und Kaffee. Reyhan Kizildag ist überzeugt, dass die Nachfrage nach einer zusätzlichen Beiz im Ortszentrum besteht: «Hünenberg ist relativ gross und die dort bereits bestehenden Gastronomiebetriebe haben andere Angebote. Daher sind wir der Meinung, dass eine Abwechslung sicherlich gut ankommen wird.»

Man werde, wenn die Baubewilligung vorliege, umgehend mit dem Umbau beginnen, sagt sie. Das Café soll «so bald wie möglich, sicher noch vor Ende Jahr» eröffnen. Die Öffnungszeiten hat das Paar noch nicht festgelegt. Klar ist aber, dass Jung und Alt im neuen Lokal willkommen sein werden: «Schüler können bei uns auf einen Snack am Mittag vorbeikommen, ältere Menschen auf einen Kaffee am Nachmittag. Wir richten uns an ein breites Publikum.»

Beschwerde liegt beim Verwaltungsgericht

Doch das Café wird nicht allzu lange an diesem Standort bestehen bleiben, so viel steht fest. Der Grund ist die geplante Zentrumsüberbauung in Hünenberg. Das Haus an der Chamerstrasse 10 wird dieser weichen müssen. Dem Ehepaar Kizildag ist das bewusst. «Wir hoffen jedoch, von den neuen Besitzern in der Überbauung einen kleinen Platz zu erhalten. Sofern sich eine weitere Möglichkeit bietet, möchten wir selbstverständlich in Hünenberg bleiben», so Reyhan Kizildag. Die Zwischennutzung an der Chamerstrasse 10 wurde möglich, weil der Besitzer der Liegenschaft die Räumlichkeiten noch einmal vermieten wollte – bis es zum Abriss kommt.

Die Hünenberger Bevölkerung hat an der Urne im Herbst 2017 dem Bebauungsplan Maihölzli und damit der geplanten Überbauung zugestimmt. Doch noch ist eine Beschwerde gegen die für das Projekt nötige Teilrevision des Zonenplans hängig, zurzeit liegt der Fall beim Verwaltungsgericht. Das Bauprojekt der Investorin Jego AG ist deshalb blockiert, wann der Baustart erfolgen wird, ist unklar.