Ein Chamer wird zum YouTube-Star

Der Song «Walking» von David Lunt ist online sehr beliebt. Aufgenommen wurde der Clip in Zug.

Tijana Nikolic
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David Lunt freut sich über den Erfolg seines neuen Musikvideos «Walking», das in Zug aufgenommen wurde.

David Lunt freut sich über den Erfolg seines neuen Musikvideos «Walking», das in Zug aufgenommen wurde.

Bild: Maria Schmid (6. März 2020)

Es ist wohl der Traum jedes Musikkünstlers im Internet Tausende von Klicks für sein Werk zu bekommen. Weltstars wie Justin Bieber wurden genau auf diese Weise von Fans entdeckt. Eine ähnliche Erfahrung macht aktuell der in Cham aufgewachsene David Lunt mit seinem Videoclip zum Song «Walking. Der Clip ging vor rund zwei Wochen viral und zählt bereits rund 112000 Klicks. Fast zwei Drittel der Aufrufe stammen aus der Schweiz. «Ich bin sehr überrascht und auch stolz auf so viel Aufmerksamkeit», sagt der 33-jährige Lunt bei einem seiner ersten Interviews. Musik mache er schon, seit er 20 Jahre alt ist, und habe schon einige selbstaufgenommene Videos online gestellt. «Walking» ist jedoch das erste Video, das er mit einem professionellen Produktionsteam aufgenommen hat. Mit dem Produktionslabel Toxic TV aus Belgrad habe er das Popmusik-Video in 12 Stunden an verschiedenen Orten in Zug gedreht. «Aufgenommen haben wir unter anderem am See, am Bahnhof, in verschiedenen Bars in der Stadt und in der leerstehenden Chamer Papieri», so der im Tessin geborene Lunt.

Seine Lieder schreibt er alle aus gewissen Emotionen heraus: «Im Lied ‹Walking› geht es darum, dass ich früher immer das Gefühl hatte, weit wegreisen zu müssen, um etwas zu erleben. Mittlerweile habe ich gemerkt, wie schön es zu Hause in Zug und allgemein in der Schweiz ist. Das wollte ich mit dem Song zum Ausdruck bringen», erklärt der gelernte Schreiner. Bereist habe er schon alle Kontinente, ausser der Arktis. «Ich habe seit der Lehrzeit nie längere Zeit als zwei Jahre in der Schweiz verbracht und bin dann jeweils für ein Jahr Reisen gegangen», so Lunt. Andere kaufen sich in seinem Alter ein Haus und er habe sich all die Jahre die Freiheit erkauft, die Welt zu sehen. Ein anderer wichtiger Grund für den Sinneswandel sei, dass er im August zum ersten Mal Vater wird. «Mittlerweile habe ich mir einen Minivan gekauft und möchte, wenn das Baby da ist, in der Schweiz und im nahen Ausland campen gehen», sagt Lunt.

Nächster Schritt: ein eigenes Musikalbum

Entdeckt und unterstützt wurde, der momentan in Zürich lebende Lunt, vor rund zwei Jahren von einem Mitglied des Tonstudios Para Connection Music Empire, das sich in Hünenberg See befindet. Das Label setze auf talentierte Künstler aus der Region. «Sie haben mich am Geburtstag eines Kollegen singen gehört und wollten mich sofort unter Vertrag nehmen», erinnert sich der Künstler. Para Connection war es auch, die ihm die Zusammenarbeit mit der serbischen Produktionsfirma Toxic TV und einen Auftritt in der Galvanik Zug ermöglichte, wo er letzte Woche seinen neuen Hit sowie weitere selbst geschriebene Lieder vor rund 200 Besuchern aus der ganzen Schweiz präsentieren durfte. «Wegen des Corona-Virus, der momentan umgeht, haben leider etwa rund 80 Personen abgesagt. Trotzdem war die Stimmung toll und ich war stolz, dass die restlichen Personen trotz der momentanen Ansteckungsgefahr kamen», so Lunt. Das sei sein erster offizieller Konzertauftritt gewesen. Ansonsten sei er nur an Festen von Freunden in der Badi, im Pier 21 oder der Eleven Bar Zug aufgetreten. Momentan ist die Musik eine Nebenbeschäftigung zu seinem Beruf als Schreiner: «Mein Traum wäre in Zukunft nur Musik zu machen und davon leben zu können.» In nächster Zeit werde er an einem eigenen Musikalbum arbeiten. Über weitere Konzertbuchungen würde er sich freuen. «Ausserdem plane ich im nächsten Jahr auf Tour zu gehen.»

Hinweis: Das nächste Konzert von David Lunt findet am Donnerstag, 26. März, um 19 Uhr an der Viertel vor Frietig-Party in der Galvanik in Zug statt.