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Susi Staub ist ein echtes Camping-Original

Die Campingplätze in der Schweiz verzeichnen einen Zuwachs an Logiernächten. Auch die Plätze im Brüggli in Zug und in Unterägeri sind gut besucht. Was manche neu für sich entdecken, ist für Susi Staub eine genussvolle Tradition.
Vanessa Varisco
Eingerichtet wie eine kleine Wohnung: In ihrem Camper fühlt sich Susi Staub richtig wohl. Bild: Werner Schelbert (Unterägeri, 2. August 2018)

Eingerichtet wie eine kleine Wohnung: In ihrem Camper fühlt sich Susi Staub richtig wohl. Bild: Werner Schelbert (Unterägeri, 2. August 2018)

Vom Camping am Ägerisee bekommt Susi Staub einfach nicht genug: Seit über 20 Jahren kehrt die Schaffhauserin im Sommer immer wieder an den Campingplatz in Unterägeri zurück und geniesst dort See, Wetter und Velotouren. «Für mich gibt es nichts Schöneres als die sommerlichen Ferien im Ägerital. Ich möchte das auf keinen Fall missen», sagt Susi Staub und lässt den Blick durch ihr Wohnmobil mit Vorzelt schweifen. 34 Jahre hat es schon auf dem Buckel und funktioniert dennoch nach wie vor einwandfrei.

Eingerichtet ist es gleich einer kleinen Wohnung; ein Wohnzimmer mit Fernseher, eine Küche mit Mikrowelle und ein Schlafzimmer, das genügend Platz für Gäste bietet. Auf den Kommoden stehen Familienfotos, die Böden sind mit bunten Teppichen ausgelegt und an den Wänden gewähren die vielen Fenster Lichteinlass, ohne dass es zu sehr aufheizt. «Morgens scheint die Sonne hinein und abends ist der Camper vom Mondlicht durchflutet – das ist einfach traumhaft», so Susi Staub.

Vor dem Sonnenaufgang schwimmt die rüstige Rentnerin eine Runde oder fährt mit dem Velo um den See. «Den See direkt vor der Türe zu haben, ist etwas ganz besonderes und das geniesse ich sehr», so Susi Staub. Rund alle 14 Tage reist sie in ihre Wohnung nach Schaffhausen, um Post zu sortieren und nach dem Rechten zu sehen. Dort verbringt sie auch den Winter, um nach einem Urlaub im Frühling zurück an ihren Campingplatz am Ägerisee zu kehren.

30 Prozent mehr Besucher in Unterägeri

Auf dem Campingplatz in Unterägeri ist stets viel los. Neben dem Fest am 1. August und dem Campingfest mit Musik organisieren die Verantwortlichen ein Jass- und Bocciaturnier. «So wird es nie langweilig», sagt die Schaffhauserin. In ihrer Campingstrasse findet zudem alljährlich ein «Weglifest» statt, bei dem gemeinsam gekocht und gelacht wird. «Es ist wie ein kleines Dorf, hier kennt man sich», erzählt Susi Staub. Ab und an bekommt sie Besuch von ihren Kindern und Grosskindern. Doch so richtig gepackt hat das Campingfieber nur sie.

Allgemein erlebt die Campingszene einen Aufschwung. Laut dem Urlaubsportal «Camping.Info» konnte die Branche in der Schweiz 2017 einen starken Anstieg verbuchen. Die Logiernächte stiegen um 13,9 Prozent, wie das Portal kürzlich mitteilte.

Auch im Kanton Zug spürt man diese Entwicklung. So verzeichnet der Campingplatz Unterägeri im Vergleich zum letzten Jahr 30 Prozent mehr Schweizer Besucher. «Besonders bei jungen Familien ist campen wieder sehr beliebt; ganz nach dem Motto ‹Zurück zur Natur›», weiss Martin Mätzler vom Campingplatz Unterägeri. Dazu gehört das Schlafen im Freien und das Kochen mit dem Gasgrill. Bestechend sei auf dem Platz besonders die Lage am See, die Ruhe und das umliegende Naturschutzgebiet. Auch das Wetter spielt eine entscheidende Rolle – bei sommerlichen Temperaturen ist das Zelten beliebt. «Zelten kann man spontan und kurzfristig; und da es seit Frühling schönes Wetter ist, kommen mehr Besucher», berichtet Martin Mätzler.

Petition für den Erhalt des Campingplatzes

Der TCS-Campingplatz beim Brüggli in Zug soll bis 2022 geschlossen werden. Hintergrund sind Pläne des Kantons, am Seeufer die Verkehrssituation zu entschärfen und mehr Raum für die Naherholung zu schaffen. 2013 hat Manfred Wenger (SVP) eine Interpellation bei der Stadt Zug eingereicht, in der er Fragen zur Schliessung des Platzes und einem allfälligen neuen Standort stellt. In seiner Antwort verweist der Stadtrat darauf, dass die Korporation Zug Grundeigentümerin des «Brüggli»-Gebiets sei und das Betreiben eines Campingplatzes grundsätzlich keine öffentliche Aufgabe. Aus einem weiteren Bericht von 2014 betreffend einer Motion, eingereicht von Manfred Wenger, geht hervor, dass die Korporation nicht beabsichtige, den Vertrag für den Campingplatz in der heutigen Form mit fixen Stellplätzen zu verlängern. Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt Helen Wetter-Bossard von der Korporation Zug, in der Sache habe sich nichts verändert. Im Bericht von 2014 schreibt der Stadtrat weiter, dass die kantonale Baudirektion zur Zeit keinen Handlungsbedarf sehe, aktiv nach einem neuen Standort zu suchen. So würde es der Stadtrat aber begrüssen, bliebe im Brüggli ein Campingplatz in reduzierter Form, beispielsweise als Zeltplatz, bestehen. Gegen eine ersatzlose Schliessung des Platzes will sich Mark Ullmer, Campingwart im Brüggli von 1989 bis 2001, wehren. «Im Kanton Zug ist der Campingplatz eine der wenigen, zahlbaren Logiermöglichkeiten für Touristen; es gilt daher diesen Touristenpunkt zu erhalten», findet er. Ullmer hat deshalb die Petition «Ja zum Campingplatz Zugersee» lanciert und am 1. August mit der Unterschriftensammlung begonnen. (vv)

Auch die Logiernächte im TCS-Camping Zug im Brüggli haben im Vergleich zum Vorjahr um rund 34 Prozent zugenommen. Yves Gerber, Leiter Kommunikation vom TCS Schweiz, gibt als Grund dafür an: «Der Platz imponiert durch seine Lage direkt am See mit herrlichem Blick auf die nahen Berge.» Doch wie lange noch, ist unklar: Der beliebte Zuger Campingplatz soll nämlich geschlossen werden (siehe Box).

Trotz dem Aufschwung auf den Schweizer Campingplätzen: Eine derart leidenschaftliche Camperin wie Susi Staub, die mit Leib und Seele dem Leben im Wohnwagen verfallen ist, wird wohl aus den wenigsten.

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