Ein enormes Plus dank juristischer Personen

Die Jahresrechnung 2020 von Steinhausen schliesst mit einem Ertragsüberschuss von rund 10,1 Millionen Franken.

Cornelia Bisch
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Die Gemeinde Steinhausen profitierte im letzten Jahr von einem unerwarteten Geldsegen. Im Bild das Gemeindezentrum Dreiklang.

Die Gemeinde Steinhausen profitierte im letzten Jahr von einem unerwarteten Geldsegen. Im Bild das Gemeindezentrum Dreiklang.

Daniel Frischherz (Steinhausen, 22. September 2017)

Der hohe Ertragsüberschuss von rund 10,1 Millionen Franken der Gemeinde Steinhausen übertrifft alle Erwartungen. Dies, nachdem ein Aufwandüberschuss von knapp 400’000 Franken budgetiert worden war. Es seien vor allem die juristischen Personen dafür verantwortlich, wie die Gemeinde in einer Medienmitteilung informiert. «Bei den juristischen Personen wurden 9,8 Millionen Franken mehr Steuern eingenommen als budgetiert», schreibt die Gemeinde. «Man muss jedoch beachten, dass das teilweise Gewinne aus den Vorjahren 2018 und 2019 sind», wirft Finanzvorsteherin Carina Brüngger ein.

Zum guten Ergebnis trage ausserdem der Spartenverkauf einer einzelnen Firma bei. «Einmaleffekte soll man ja nicht budgetieren. Sie können aber je nach Fall einen beträchtlichen Unterschied ausmachen.» Beim Posten «Gewinnsteuer juristische Personen Berichtsjahr» seien die Steuern 2020 der Firmen mit Geschäftsjahresende zwischen Januar und Juni verrechnet worden. «Hier zeigen sich mit 1,3 Millionen weniger Steuereinnahmen als budgetiert bereits deutlich die Auswirkungen der Steuerreform und AHV-Finanzierung», so Brüngger. Ebenfalls zum positiven Ergebnis beigetragen hat ein Mehrertrag von 1,1 Millionen Franken bei den Grundstückgewinnsteuern. Die Erträge bei den natürlichen Personen sind um 417’000 Franken tiefer ausgefallen als budgetiert.

Geringerer Aufwand für Veranstaltungen

Im Jahr 2020 seien viele Veranstaltungen und Kurse abgesagt worden, so die Gemeinde, was sich in geringeren Kosten niederschlage. «Wir werden allenfalls einige Anlässe nachholen.» Im laufenden Jahr versuche man, das Dorffest auf den Herbst zu verschieben und eventuell auch das Unternehmerfrühstück in dieser Jahreszeit durchzuführen. «Besonders wichtig sind uns zudem der Neuzuzügeranlass, das Mittagessen mit den über 80-Jährigen sowie die Jungbürgerfeier.»

Ein Minderaufwand wurde ebenfalls bei den Abteilungen Präsidiales sowie Sicherheit und Bevölkerungsschutz verzeichnet. «Die Feuerwehr konnte weniger Übungen, Kurse und Sitzungen durchführen», sagt Brüngger. «Die Weiterbildungen werden nun mit Schutzmassnahmen teilweise nachgeholt.»

Mehr Kindergartenklassen

Die Abteilung Bildung und Schule verzeichnet einen rund 76’000 Franken höheren Nettoaufwand als budgetiert. Im Schuljahr 2020/21 werden aufgrund der grösseren Kinderzahlen zwölf anstelle der bisherigen zehn Kindergartenklassen geführt. Dies hat höhere Personalkosten zur Folge. «Wir rechnen mit Erfahrungswerten, die wir über Jahre ermitteln», erläutert die Steinhauser Finanzvorsteherin. Diese könnten manchmal abweichen. «Wir waren überrascht von den hohen Kinderzahlen einer Neuüberbauung, bei der wir mit tieferen Werten gerechnet hatten.» Es sei aber genügend Platz für die zusätzlichen Klassen vorhanden.

Der Aufwand bei der ambulanten und stationären Langzeitpflege fiel um rund 370’000 Franken höher aus als budgetiert, bei der Verwaltung, dem Sozialdienst und der wirtschaftlichen Sozialhilfe gab es jedoch geringe Budgetunterschreitungen. «Die Sozialausgaben werden wahrscheinlich in den kommenden Jahren wegen Corona steigen», vermutet Brüngger. «Wir werden dies in die Budgetierung einfliessen lassen.»

Eine Steuersenkung wird später geprüft

Im Jahr 2020 wurden Abschreibungen in der Höhe von 4,8 Millionen Franken vorgenommen. Die Investitionsausgaben von 8,2 Millionen Franken wurden um rund 370’000 Franken unterschritten. Die grösste Abweichung liegt bei der Zentrumsüberbauung Dreiklang, deren Fertigstellungskredit nicht ausgeschöpft wurde.

An der nächsten Gemeindeversammlung wird über die Jahresrechnung und die Gewinnverwendung befunden. «Wir werden beantragen, einen Teil des Ertragsüberschusses in die Reserven fliessen zu lassen, den Rest ins Eigenkapital», kündigt die Finanzvorsteherin an. Eine Steuersenkung will der Gemeinderat erst prüfen, nachdem klar wird, welche langfristigen Auswirkungen die Coronapandemie sowie die Annahme der Steuerreform und AHV-Finanzierung auf das Gemeindebudget haben.