Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Ein Geschenk aus Indien an die Stadt Zug

HINGESCHAUT Die schlanke Frau im Daheimpark strahlt etwas Geheimnisvolles aus. Erst beim zweiten Blick erkennt man, dass es sich wohl nicht um europäische Kunst handelt. Wie kommt die zierliche Dame dahin?
Andreas Faessler
«New Feelings» heisst die zierliche Frauenplastik. Sie steht mitten im historischen Daheimpark oberhalb des Huwilerturms. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 29 Mai 2018))

«New Feelings» heisst die zierliche Frauenplastik. Sie steht mitten im historischen Daheimpark oberhalb des Huwilerturms. (Bild: Stefan Kaiser (Zug, 29 Mai 2018))

Bereits beim ersten Anblick stellt man bei ihr was Exotisches fest: Im Daheimpark, zwischen Huwilerturm und Villa Daheim, erhebt sich in der Weggabelung eine schlanke Frauenfigur aus Bronze auf einem Betonsockel. Die Beine angewinkelt, den Oberkörper seitlich abgedreht, das Gesicht gesenkt und mit einer Hand sich durchs lange Haar fahrend, strahlt die Bronzeplastik Sinnlichkeit und Erotik aus. An den Armgelenken trägt die Frauenfigur ­jeweils mehrere Armreifen.

Urheber der 117 Zentimeter hohen Bronzeplastik namens «New Feelings» ist der indische Künstler Niranjan Pradhan (*1940). Der aus Kalkutta stammende Bildhauer beeinflusste vor allem die indische Kunstströmung in den 1960er-Jahren. Schönheit, Harmonie und die Ausstrahlung von Sensibilität kommen trotz scharfer geometrischer Formen und Strukturen deutlich zum Ausdruck. Bei «New Feelings» äussert sich dies insbesondere in der recht klobigen Beschaffenheit des Unterkörpers. Füsse und ­Beine sind in einer scheinbaren Missproportion ausgebildet, wirken überdimensioniert. Dennoch geht aber von der Zartheit und Verletzlichkeit der zierlichen Frauenfigur aus patinierter ­Bronze im Gesamteindruck nichts ver­loren. Wie aber kommt eine moderne Bronzeplastik eines in Indien ­lebenden Künstlers in den historischen Daheimpark in Zug? Man findet den Ursprung in einer freundschaftlich-geschäftlichen Beziehung zwischen Zug und dem Subkontinent. Ghanshyam Das Birla (1894–1983) war ein international tätiger Grossunternehmer aus der nordindischen Stadt Pilani und Gründer der Birla Company, ein riesiger Multi-­Konzern, der in rund 36 Ländern tätig ist.

In den 1980er-Jahren verbrachte der Firmengründer wiederholt längere Zeit in Zug, wenn er hier die Schweizer Birla-Niederlassung besuchte. Ghanshyam Das Birla starb im Juni 1983 in London. Sein Sohn und Nachfolger Basant Kumar Birla (*1921) und dessen Frau Sarala pflegten die Beziehung des Verstorbenen zu Zug weiter. Im Jahre 2006 machten sie die Bronzeplastik «New Feelings» der Stadt Zug zum Geschenk. Im beschau­lichen Daheimpark hat die zier­liche Inderin ihren Platz gefunden.

Mit «Hingeschaut» gehen wir ­wöchentlich Details mit kulturellem Hintergrund und Zuger Bezug nach.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.