Ein grossartiges Kinderkonzert im Theater Casino Zug

Kindergerecht, aber keinesfalls kindlich, erzählt und singt «Silberbüx», wie alles begann.

Martin Mühlebach
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Das Kinderkonzert war gut besucht.

Das Kinderkonzert war gut besucht.

Bild: Stefan Kaiser (Zug, 8. März 2020)

Die Musikpädagogen Brigitt Zuberbühler, Benno Muheim und Maurice Berthele, die sich an der Zürcher Hochschule der Künste (ZHDK) kennen lernten, sind beste Freunde. In den Sommerferien taucht in der Person von Stefanie Hess ein neues Mädchen in der ZHDK auf, das sich sehnlichst wünscht, Freunde zu finden.

Eines Abends sieht sie von ihrem Küchenfenster aus, drei ihrer Klassenkameraden im Keller einer alten Schlosserei verschwinden. Stefanie schleicht ihnen hinterher. Als durch die dicke Holztür leise Musik erklingt, ist der Fall klar: Steffi, wie sie liebevoll genannt wird, will dabei sein.

Kinder machen spontan mit

Das Detektivkonzert «Spure im Sinn», für alle Personen ab fünf Jahren, erzählt wie alles begann mit «Silberbüx». Mit dem Geheimversteck, mit der Gründung der offiziellen Band und der geheimen Detektivbande. Mit schwungvollen und lustigen selbst geschriebenen Liedern, wie «S’Gheimversteck», «E legendäri Schuelreis» oder eben «Spure im Sinn» werden die mit Kind und Kegel im gut besuchten Theater im Casino Zug sitzenden Familien von den Sitzen gerissen.

Die ausgebildeten Theaterpädagogen verstehen es ausgezeichnet, die Kinder aktiv am Geschehen teilhaben zu lassen. Als Steffi die zum Eintritt ins Geheimversteck gestellte Frage: «Was macht der Hai im Mai» nicht beantworten kann, rufen einige Kinder ganz spontan: «Er geht um 14Uhr 10 schwimmen im See.» Steffi, die sich eine Handharmonika schnappt und zu spielen beginnt, strahlt vor Freude, nun auch Musik machen zu können. Doch die Freude ist von kurzer Dauer. Die Handharmonika ist plötzlich – wie von Geisterhand – verschwunden. Es gilt nun, diesen mysteriösen Fall zu klären. Verdächtige Personen werden observiert, der Innenhof wird bewacht und Fussspuren werden gesichert. Ein Kind ruft: «Ein Räuber ist eingebrochen.» Die Fussabdrücke und die an der Türklinke entdeckten Spuren führen direkt zum Geheimversteck, aus dem Akkordeontöne klingen.

Der vermeintliche Einbrecher ist gestellt: Es ist Steffi, die mehr oder weniger überzeugend zu versichern versucht: «Ich habe das Akkordeon nicht gestohlen, ich habe es nur geliehen.» Brigitt, Benno und Maurice lassen Gnade vor Recht walten – sie nehmen Steffi in ihre Geheimbande auf. Benno Muheim erzählte nach der gelungenen Vorstellung: «Unsere Absicht ist, die Kinder mit kindergerechten aber nicht kindischen Liedern und Geschichten in ihrer Welt abzuholen.»