Ein gutes Gefühl durch eine sinnvolle Aufgabe

Freiwillige sollen Bewohnern von «Murimoos werken und wohnen» mehr Lebensqualität bringen.

Eddy Schambron
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«Murimoos werken und wohnen» sucht nichts weniger als einen Architekten und Bauführer, einen Chauffeur, Personen zur individuellen Begleitung im Alltag, für interne Anlässe oder die Betreuung von Marktständen, und Leute für die Beikrautbekämpfung – auf freiwilliger, ehrenamtlicher Basis. Michael Dubach, Vorsitzender der Geschäftsleitung, weiss, dass das nicht einfach ist und in Coronazeiten zusätzlich schwierig. «Aber versuchen kann man es ja, andere Institutionen kennen Freiwilligenarbeit schon länger und schätzen den Nutzen sehr.» Schon vor einiger Zeit hat Murimoos werken und wohnen ein Konzept zur Freiwilligenarbeit in den Grundzügen ausgearbeitet.

Momentan würden von den Murimoos-Mitarbeitenden Leistungen für Klienten und teilweise für die Öffentlichkeit erbracht, die nicht Teil der Leistungsvereinbarung mit dem Kanton seien. Das dazu eingesetzte Personal stehe jedoch während dieser Zeit nicht für seine eigentlichen Aufgaben zur Verfügung. «Als Möglichkeit, diese Leistungen für die Klienten trotzdem erbringen zu können und damit zu ihrer Lebensqualität beizutragen, wird die Zusammenarbeit mit Freiwilligen gesehen.»

Zielgruppe könnten Rentner oder Hundehalter sein

Denkbar laut diesem noch nicht final verabschiedeten Konzept sind Freizeitgestaltung mit Klienten (Spaziergänge oder Ausflüge), Fahrdienste aller Art, zum Beispiel bei Anlässen, Aufführungen oder privaten Terminen, Begleitung zu medizinischen Terminen oder bei Einkäufen. Als mögliche Zielgruppe von freiwilligen Helfern nennt das Papier unter anderem Rentner, sozial engagierte Personen aus Vereinen, Institutionen und Organisationen sowie Privatpersonen, Kunden der Läden, Mitglieder des Trägervereins von Murimoos oder etwa Hundehalter, welche häufig auf dem Gelände von Murimoos spazieren. «Wir wünschen für die rationellere Auslieferung von Produkten an Grossverteiler gerne einen pensionierten Lastwagenchauffeur, der regelmässig mit einem kleineren Lastwagen diese Fahrten machen könnte», nennt Dubach ein Beispiel. Beim Support Betreuung wären gefestigte Persönlichkeiten gefragt, die empathisch sind und eine Prise Humor mitbringen. Und der Architekt? «Da wären wir schon froh, wenn wir einen geeigneten Ansprechpartner finden würden, Aufgaben im Murimoos gibt es genug», sagt der Geschäftsleiter.

Individuelles Vorstellungsgespräch

Die Coronakrise hat, zumindest teilweise, einen Strich durch den Fahrplan der Freiwilligenarbeit gemacht. So werden im ganzen Wohnbereich keine externen Personen zugelassen. Aber es wird eine Zeit danach kommen und schon heute ist die Erfüllung gewisser Aufgaben möglich. Potenzielle Freiwilligen werden individuell oder zu festgelegten Terminen das Murimoos und die Möglichkeiten der Mitwirkung dargestellt. Bei Interesse erfolgte ein individuelles Vorstellungsgespräch, wo mögliche Einsätze, Einschränkungen, Verhaltenskodex und so weiter thematisiert werden. Bei gegenseitigem Einverständnis würde eine Vereinbarung unterzeichnet, welche die Form und Frequenz der Mithilfe festlegt. Ebenso wären die Unfallversicherung während der Mithilfe, mögliche Leistungen von Murimoos, Schweigepflicht und Kündigungsmodalitäten in der Vereinbarung geregelt.

Einblicke in die Institution

Und die Vorteile für die Freiwilligen? «Ein gutes Gefühl durch eine sinnvolle Aufgabe, vertiefte Einblicke in unsere Institution und den einen oder anderen Bonus im Laufe des Jahres», erklärt Dubach und hofft, dass die Aktion Freiwilligenarbeit dereinst von Erfolg gekrönt sein wird.