Ein Jahr der überraschenden Entdeckungen

Für die Kantonsarchäologie von Zug war 2011 ein Jahr der «überraschenden Entdeckungen». Gekrönt worden sei es durch die Anerkennung der prähistorischen Pfahlbauten als Weltkulturerbe durch die UNESCO.

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Gishan Schaeren, Leiter Fachbereich Ur- und Frühgeschichte beim Amt für Denkmalpflege und Archäologie der Direktion des Innern, im Nachbau eines Pfahlbauhauses, das im Museum für Urgeschichte(n) in Zug steht. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Gishan Schaeren, Leiter Fachbereich Ur- und Frühgeschichte beim Amt für Denkmalpflege und Archäologie der Direktion des Innern, im Nachbau eines Pfahlbauhauses, das im Museum für Urgeschichte(n) in Zug steht. (Bild: Stefan Kaiser / Neue ZZ)

Am Zugersee sind 33 Standorte mit Resten von über 50 Pfahlbau- Dörfern bekannt. Drei davon wurden mit der Auszeichnung durch die UNESCO als Weltkulturerbe den ägyptischen Pyramiden und der chinesischen Mauer gleichgestellt, wie die Kantonsarchäologie der Direktion des Innern schreibt.

Ein Schwerpunkt der Grabungen im vergangenen Jahr lag in Cham. Auf einer Nachbarparzelle der grossen Alpenblick-Siedlung stiessen die Fachleute auf Überreste von mindestens zwei bronzezeitlichen Pfahlbaudörfern.

Nebst gut erhaltenen Keramikgefässen, Waffen und Schmuck aus Bronze kamen auch Schmuckperlen aus Glas zum Vorschein. Diese Glasperlen gehören laut der Kantonsarchäologie zu den ältesten ihrer Art in Mitteleuropa.

Rätsel geben der Fund von rechteckigen Feuergruben aus der Bronzezeit in der Überbauung Klostermatt in Cham auf. Die Entdeckung einer mitteralterlichen Siedlung und von Gräbern sei höchst bemerkenswert, heisst es in der Mitteilung. Über eine Verbindung zum urkundlich erwähnten karolingischen Königshof und zum namenkundlich überlieferten «Enikon» dürfe spekuliert werden. Kurz vor dem Abbruch eines Bauernhauses in Baar wurde die Stubenwand eines im Jahr 1419 errichteten Gebäudes als Ganzes geborgen. Die Wand ist mit reichen Malereien der Zeit um 1530 gechmückt.

Die archäologischen Höhepunkte des Jahres 2011 präsentiert Stefan Hochuli, Leiter des Amtes für Denkmalpflege und Archäologie Zug, am kommenden Sonntag ab 15 Uhr im Wilhelm-Gebäude in Zug.

sda