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Andreas Hürlimann: Ein junger Vater will hoch hinaus

Freizeit, das bedeutet für den Regierungsratskandidaten der ALG Andreas Hürlimann, mit Sohn Arun loszuziehen. Auch bei einem Wahlerfolg will er diese gemeinsamen Stunden unter der Woche beibehalten.
Christopher Gilb
Andreas Hürlimann auf seinem Waldausflug mit Sohn Arun. (Bild: Maria Schmid (Steinhausen, 25. Juni 2018))

Andreas Hürlimann auf seinem Waldausflug mit Sohn Arun. (Bild: Maria Schmid (Steinhausen, 25. Juni 2018))

Ein warmer Sommertag Ende Juni, bis zur Wahl im Herbst dauert es noch einige Zeit: Andreas Hürlimann ist mit dem Cargo-E-Bike gekommen. Diese können über eine Online-Plattform, die unter anderem von der Gemeinde Steinhausen getragen wird, gemietet werden. Mit dabei hat der Steinhauser Bauchef auch seinen zweieinhalbjährigen Sohn Arun. Hürlimann und seine Frau teilen sich die Verantwortung für Hausarbeit und Erziehung – an rund zwei Tagen die Woche ist er an der Reihe. «Wir ziehen dann zusammen los, oft Richtung Steinhauserwald. Mal gefällt es Arun besser, mal mir», sagt Hürlimann und zeigt auf seinen Jungen, der ein zufriedenes Glucksen von sich gibt. «Heute gefällt es uns beiden.» Hürlimann lächelt.

Der bald 36-Jährige will im Oktober einen der zwei letzten linken Regierungsratssitze in der Zentralschweiz verteidigen, jenen der abtretenden Manuela Weichelt-Picard. «Die vielen Rückmeldungen, die ich bisher erhalten habe, selbst aus SVP-Kreisen, stimmen mich zuversichtlich», sagt der Politiker der Alternative – die Grünen Zug (ALG). Er wisse aber, dass der Weg steinig sei. «Bei Majorzwahlen ist im Kanton Zug noch unklar, ob die Wählerinnen und Wähler auf den Stimmzettel die aus ihrer Sicht sieben besten Kandidaten und Kandidatinnen schreiben oder nur ihre zwei, drei Favoriten, und die anderen Felder leer lassen.» Natürlich hoffe er, dass er auf möglichst vielen Wahlzetteln stehe. Er sei überzeugt, dass er bis weit in die Mitte Sympathien gewinnen könne.

Zur Person

· Name: Andreas Hürlimann
· Partei: Alternative-die Grünen
· Wohnort: Steinhausen
· Jahrgang: 1982
· Zivilstand: verheiratet, ein Sohn
· Beruf: Betriebsökonom
· Hobbys: Familie, Kino
· Ämter: Mitglied engere Stawiko im Kantonsrat, Präsident der IFHK Hochschule Luzern, Mitglied des Beirats Bildxzug

Das Gremium schätzen gelernt

Um sich bekannt zu machen, zieht Hürlimann gegenwärtig durch die Gemeinden. «Es geht nicht nur darum, mich vorzustellen. Ich will verstehen, was die Leute beschäftigt.» Zu Gute bei der angestrebten Aufgabe, glaubt er, kommt ihm seine Exekutiverfahrung. Seit vier Jahren ist er Bauchef in Steinhausen. «Da habe ich gelernt, dass die eigene Lösung nicht immer die perfekte sein muss. Man bringt sie ein und erhält dann von den Gemeinderatskollegen wertvolle Inputs, aber eben auch wichtige Kritik.» Die Berücksichtigung von beidem mache die Lösung schlussendlich aber erst mehrheits- und zukunftsfähig. Als einen seiner grossen Erfolge als Bauchef nennt er den Bau des neuen Kindergartens Hasenberg im Dorf, der bezüglich Energie als Pioniergebäude gilt. «Architektonisch schön und mit Holz aus dem Steinhauserwald, so sollte es sein», sagt Hürlimann. Aber auch die Realisierung der Zen­trumsüberbauung Dreiklang, die er vom Spatenstich an begleitet hat, zählt er auf. Er könne sich gut vorstellen, auch im Regierungsrat die Baudirektion zu führen. Doch das müsse das Gremium entscheiden. «Ein persönlicher Beitrag zu den Sparbemühungen wäre es schon mal, mit dem ausscheidenden Urs Hürlimann teile ich schliesslich den Nachnamen, weshalb auf den Schildern nur der Vorname angepasst werden müsste», scherzt er. Doch nicht nur Exekutiverfahrung weist Hürlimann auf, sondern auch Legislativerfahrung. Seit 12 Jahren sitzt er im Kantonsrat. «Ein ‹Polteri› bin ich aber auch dort nie gewesen», sagt er.

Er sitzt nun am Steinhauser Waldweiher. Hürlimann lebt seit seiner Kindheit in der Gemeinde und auch sein Sohn soll hier gross werden. Dieser lässt sich gerade eine Banane schmecken. Hat das Vatersein seine politische Themensetzung verändert? «Eigentlich nicht», sagt Hürlimann. «Ich und meine Partei haben uns politisch schon immer an zukünftigen Generationen orientiert.» Ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen, ein bedachtes Wachstum und eine soziale Gesellschaft seien dafür die beste Vorsorge. Aber manche Themen seien ihm nun einfach bewusster, die Kinderbetreuung, zu der er einen Vorstoss eingereicht hat, beispielsweise. «Aber das Genialste ist, dass das Kind einen erdet. Wenn ich mit Arun unterwegs bin, dann erscheinen die Politikerprobleme recht schnell wieder in einem anderen Licht und man kann sich aufs Wesentliche konzentrieren.» Das Regierungsratsamt ist ein 100-Prozent-Pensum, bleibt dann überhaupt noch Zeit für regelmässige Ausflüge mit seinem Sohn? «Ich halte es da mit dem FDP-Regierungsrat von Basel Stadt, Baschi Dürr. Er hat gesagt, ein halber Tag liege auch unter der Woche für sein Kind immer drin. Dann wird die Arbeit eben am Abend oder am Wochenende gemacht», so Hürlimann.

Die Chance nutzen

Doch natürlich bringe das Amt einschneidende Veränderungen mit sich. «Es gab jetzt aber diese eine Chance. Hätte ich verzichtet, hätte ich mir das später vielleicht einmal vorgeworfen.» Er habe eben viel Freude an der Arbeit in der Exekutive, daran, den Kompromiss zu finden, deswegen sei eine Regierungsratskandidatur für ihn schon länger zur Option für die Zukunft geworden. Dass Manuela Weichelt schon bei dieser Wahl nicht mehr antrete, sei auch für ihn unerwartet gekommen. «Aber die Partei steht geschlossen hinter mir, das tut gut.» Zudem könne ja eine Verjüngung dem Regierungsrat nicht schaden, fährt Hürlimann mit einem Augenzwinkern fort. Und: «Es wäre auch nicht das Schlechteste, wenn zukünftig jemand mit Exekutiverfahrung aus einer Gemeinde im Gremium sitzt.» Gerade im Rahmen des Sparprogramms sei die Verantwortung vom Kanton zu oft auf die Gemeinden abgeschoben worden.

«Papi, wann gehen wir zum lustigen Wägeli?» Sohn Arun hat sich eingeschaltet. Das lustige Wägeli, so Hürlimann, sei das kleine Auto, in das sich Kinder beim Einkaufwagen im Supermarkt setzen können. «Das ist ein Riesenspass für ihn.» «Sofort», antwortet er. Zwei Minuten darauf brechen die beiden auf. Der Sohn ruft: «Helm nicht vergessen, Papi!»

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